Cardano-Gründer Charles Hoskinson will KI-Agenten noch vor Ende 2026 den autonomen Handel mit Kryptowährungen ermöglichen. Das Projekt Midnight City soll dabei als Testumgebung für Wallets, private Handelsstrategien und agentenbasierte Finanzdienstleistungen dienen.

Cardano startet agentenbasierten Handel

Hoskinson stellte Midnight City beim Wyoming Blockchain Symposium der SALT Conference als eine virtuelle Zivilisation vor, in der KI-Agenten miteinander kommunizieren, handeln und eigenständig soziale Strukturen entwickeln. Die Agenten wissen laut Hoskinson nicht, dass Menschen existieren. Noch 2026 soll das Projekt um Finanzfunktionen erweitert werden:

„Vor Ende des Jahres wird Midnight City den agentenbasierten Handel aktivieren. Ihr könnt euren Agenten Wallets geben, ihnen einen beliebigen Token übertragen und sie auf jeder gewünschten Plattform handeln lassen – offchain oder onchain. Und weil das System privat ist, lassen sich sogar Handelsstrategien handeln.“

Hoskinson erklärte, dass es einen Marktplatz geben werde, auf dem professionelle Tradingfirmen ihre Modelle lizenzieren könnten, ohne die Strategien offenzulegen. Ein KI-Agent kann die Strategie ausführen und beispielsweise fünf Prozent der erzielten Erträge erhalten.

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Die Infrastruktur verbindet den Open Wallet Standard und das Zahlungsprotokoll X402 mit dem Midnight Passport. Wie KryptoRevolution berichtete, soll dieser selektive Datenfreigaben ermöglichen und Wallet-Seeds sicher in normalen Smartphones speichern. Technische Grundlage sind laut Hoskinson Zero-Knowledge-Proofs:

„Die Blockchain ist zusammen mit Zero-Knowledge-Technologie die perfekte Kontrollschicht für agentenbasierte Finanzen, Suche und Handel. Wir bauen diese Infrastruktur, um einem Agenten eine Wallet, einen Zahlungskanal und eine Identität zu geben, damit er im Namen des Nutzers handeln kann. Wenn der Agent vor der Ausführung einen Zero-Knowledge-Beweis vorlegen muss, verschwindet die Nichtdeterministik und das Ergebnis wird überprüfbar.“

Laut dem Cardano-Gründer reagiert das Projekt damit auf ein grundlegendes Problem autonomer KI-Systeme: Sie können halluzinieren und Anweisungen fehlerhaft umsetzen. Die Zero-Knowledge-Technologie soll sicherstellen, dass eine Transaktion dem Nutzerwillen entspricht.

Hoskinson: „Krypto ist tot“

Der Cardano-Gründer verband die Vorstellung mit deutlicher Kritik am aktuellen Kryptomarkt. Kopien etablierter DeFi-Protokolle und zunehmend zentralisierte Finanzprodukte können seiner Meinung nach nicht die nächste Welle neuer Nutzeradoption auslösen. Hoskinson sagte:

„Das Problem von Krypto ist: In seiner gegenwärtigen Form ist es tot. Nach 15 Jahren sage ich euch, dass es alt geworden ist. Es ist ein Produkt von einem Produkt von einem Produkt.“

Statt eines weiteren „Aave-Killers“ oder „Uniswap-Killers“ brauche die Branche Anwendungen, die für Nutzer unmittelbar verständlich seien. KI-Agenten könnten dabei die Komplexität abstrahieren und die Ausführung für die Nutzer über verschiedene Netzwerke hinweg übernehmen.

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Hoskinson verwies auch auf das stark gestiegene Entwicklungstempo durch KI:

„Wir haben die Game-Engine in den vergangenen sechs Monaten dreimal neu geschrieben. Alle zwei Wochen liefern wir umfangreiche neue Funktionen aus. Integrationen erfolgen schneller, als wir es meiner Einschätzung nach in zehn Jahren beim Aufbau von Cardano oder anderen Projekten erlebt haben.“

Für Midnight City haben sich laut Hoskinson bereits 2.500 Betatester registriert. Hoskinson erwartet, dass agentenbasierte Anwendungen langfristig Milliarden Nutzer und Billionen US-Dollar in den Kryptomarkt bringen könnten.

Ob das Projekt Erfolg haben wird und daraus ein Kurskatalysator für ADA wird, bleibt abzuwarten. Zum Redaktionszeitpunkt lag der ADA-Kurs bei 0,2124 US-Dollar und legte rund 18 Prozent innerhalb der vergangenen 24 Stunden zu. Als Hauptgrund ist die bullische Stimmung am gesamten Bitcoin- und Kryptomarkt zu betrachten.