Bitcoin fiel zeitweise unter 81.000 US-Dollar, während Anleger aus den US-Spot-ETFs für Bitcoin und Ethereum zusammen rund 1,22 Milliarden Dollar abzogen. In Deutschland scheiterten Vorstöße gegen die Krypto-Haltefrist, zugleich beschloss der Bundestag einen erweiterten internationalen Austausch von Steuerdaten. Bei XRP, Cardano und IOTA standen neue Unternehmens- und Netzwerkentwicklungen im Mittelpunkt.

Hinzu kamen Berichte über gestohlene Kryptowährungen bei Käufern eines Ledger-Wiederverkäufers und neue Pläne für quantenresistente Zahlungen. Das waren die wichtigsten Entwicklungen vom 5. bis zum 10. Oktober 2026.

Bitcoin verliert den Anschluss an 87.000 Dollar

Nach dem gescheiterten Ausbruch der Vorwoche geriet Bitcoin erneut unter Verkaufsdruck. Die Korrektur führte von rund 86.680 auf zeitweise 80.450 Dollar. Das entspricht einem Rückgang von gut sieben Prozent zwischen diesen beiden Kursständen, nicht einer Veränderung gegenüber dem Wochenschluss.

Am Samstag erholte sich BTC wieder über 82.500 Dollar. Damit liegt Bitcoin weiterhin deutlich unter den Hochs vom Wochenanfang. Der Rücklauf begrenzte zunächst die Verluste, bestätigte aber noch keine Rückkehr zum vorherigen Aufwärtstrend.

Für die Einordnung bleibt die Trennung zwischen kurzfristiger Kurserholung und belastbarer Nachfrage entscheidend. Während einzelne Handelstage wieder Käufer anzogen, fiel die Wochenbilanz der börsengehandelten Bitcoin-Produkte klar negativ aus.

Bitcoin- und Ethereum-ETFs verlieren 1,22 Milliarden Dollar

Die Farside-Daten für den 5. bis 9. Oktober ergeben bei den US-Spot-Bitcoin-ETFs Nettoabflüsse von 678,9 Millionen Dollar. Besonders schwer wog der Mittwoch mit einem Minus von 484,9 Millionen Dollar. Am Donnerstag folgten weitere 244,1 Millionen Dollar.

Zuflüsse von 118,8 Millionen Dollar am Dienstag und 21,1 Millionen Dollar am Freitag konnten die Abgaben nicht ausgleichen. Der Freitag brachte damit zwar eine Entspannung, aber keine Trendwende in der Wochenbilanz. Bereits am Montag hatten die Fonds 89,8 Millionen Dollar verloren.

Noch gleichmäßiger verlief der Kapitalabzug bei Ethereum. Laut Farside verzeichneten die erfassten Fonds an allen fünf Handelstagen Abflüsse, insgesamt 542,2 Millionen Dollar. Der größte Tagesverlust entfiel mit 201,9 Millionen Dollar auf Dienstag. Zusammen verloren Bitcoin- und Ethereum-ETFs damit 1.221,1 Millionen Dollar.

Die Zahlen zeigen einen deutlichen Rückzug aus diesen Anlageprodukten. Sie erklären jedoch nicht allein die gesamte Kursbewegung, da parallel Spotbörsen und Derivatemärkte die Preisbildung beeinflussen. Die hier verwendeten Wochensummen beruhen einheitlich auf Farside, dessen Daten nachträglich aktualisiert werden können.

Krypto-Haltefrist bleibt, Steuerdatenaustausch wird ausgebaut

Der Bundestag lehnte am 8. Oktober den Gesetzentwurf der Grünen zur Abschaffung der einjährigen Krypto-Haltefrist ab. Auch der Antrag der Linken fand keine Mehrheit. Die Ablehnung der Oppositionsvorlagen beendet allerdings nicht die Reformdebatte. SPD-Abgeordneter Parsa Marvi begrüßte ausdrücklich den Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums zur steuerlichen Behandlung von Kryptowerten.

Die Grünen wollten private Veräußerungsgewinne unabhängig von der Haltedauer mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuern. Diese Initiative ist gescheitert. Ob die Koalition über den BMF-Entwurf eine andere Regelung vereinbart, bleibt eine eigenständige politische Frage.

Separat beschloss das Parlament das Vertragsgesetz zum internationalen Informationsaustausch nach dem OECD-Melderahmen CARF. CDU/CSU, SPD, Grüne und Linke stimmten dafür, die AfD dagegen. Erfasst werden unter anderem Identitäts- und Ansässigkeitsdaten sowie zusammengefasste Informationen zu Kryptotransaktionen.

Wie unser Bericht zum CARF-Beschluss erläutert, geht es um den Austausch zwischen teilnehmenden Steuerbehörden. Der Beschluss gewährt Finanzämtern keinen unmittelbaren Zugriff auf private Wallets und schafft für sich genommen auch keinen neuen Steuersatz auf Kryptogewinne.

XRP: Evernorth meldet Abschluss, Ripple gewinnt Brevan Howard

Bei Evernorth rückte der Börsenstart näher. Nach dem am Samstag veröffentlichten Update ist die Transaktion mit Armada Acquisition Corp. II abgeschlossen. Das Unternehmen startet demnach mit rund 473 Millionen XRP und etwa 300 Millionen Dollar an Brutto-Barmitteln vor Transaktionskosten. Der Nasdaq-Handelsbeginn unter dem Kürzel XRPN ist nun für Montag, den 12. Oktober, vorgesehen.

CEO Asheesh Birla beschrieb in einem offenen Brief die geplante Rolle des Unternehmens: Evernorth will Kapital auf dem XRP Ledger einsetzen, Liquidität unterstützen und mit Entwicklern institutioneller Anwendungen zusammenarbeiten. Ob daraus dauerhaft höhere XRP-Bestände je Aktie entstehen, hängt von der Umsetzung dieser Strategie ab.

Ripple meldete unterdessen am 6. Oktober eine erweiterte Zusammenarbeit mit Brevan Howard. Ripple Prime soll dessen Fonds Prime-Brokerage-, Clearing- und Finanzierungsleistungen über mehrere Anlageklassen hinweg anbieten. Konkrete Geschäftsvolumina wurden nicht genannt. Aus der Vereinbarung lässt sich deshalb kein bestimmter zusätzlicher Kaufbedarf für XRP ableiten.

Cardano tokenisiert Aktien der Veridian-Ausgründung

Die Cardano Foundation hat Veridian am 8. Oktober als eigenständiges Unternehmen ausgegliedert. Die von Thomas A. Mayfield geführte Gesellschaft entwickelt Infrastruktur für überprüfbare digitale Identitäten und Berechtigungen. Ihre Aktien wurden nach Angaben der Foundation nach dem Schweizer DLT-Recht auf Cardano tokenisiert.

Dafür kommt der programmierbare Tokenstandard CIP-0113 zum Einsatz. Die Veridian-Ausgründung liefert damit einen konkreten Anwendungsfall für die Abbildung regulierter Vermögenswerte. Parallel wird die Identitätstechnologie bereits von Masumi genutzt, einem Netzwerk für Zahlungen und Identitäten von KI-Agenten.

Die Foundation bleibt über Verwaltungsratsmandate mit dem Unternehmen verbunden. Für 2027 plant Veridian die Suche nach strategischen Partnern und Investoren, um unter anderem das US-Geschäft auszubauen.

IOTA aktiviert Protokoll 37

IOTA hat Protokoll 37 im Mainnet aktiviert. Das Software-Release v1.33.1 wurde am 7. Oktober veröffentlicht. Laut der von Kryptorevolution ausgewerteten On-Chain-Abfrage arbeitete das Netzwerk ab Epoche 521, begonnen am 8. Oktober um 09:42 Uhr deutscher Zeit, mit der neuen Version.

Die Release-Notes nennen unter anderem frühere Prüfungen fehlerhafter Transaktionen und Korrekturen beim Betrieb von Netzwerkknoten. Unzulässige Verweise auf Blockchain-Daten werden zurückgewiesen, bevor diese geladen werden müssen. Der Schwerpunkt liegt damit auf robusterer Verarbeitung und stabilerem Betrieb.

Ledger untersucht Verluste bei CryptoBilis-Kunden

Ledger bestätigte am Freitag Untersuchungen zu Vermögensverlusten bei Nutzern in Südostasien, die Geräte beim Wiederverkäufer CryptoBilis gekauft hatten. Der Anbieter bat den Händler, Verkauf und Versand vorläufig auszusetzen. Die Warnung richtet sich insbesondere an Kunden, die innerhalb der vorausgegangenen 90 Tage dort gekauft hatten.

Der On-Chain-Analyst Specter bezifferte die mutmaßlichen Verluste auf mehr als 86 Millionen Dollar. Diese in unserem Bericht zum Vorfall genannte Summe stammt vom Analysten. Ledgers ursprüngliche Stellungnahme bestätigte weder die Gesamtsumme noch eine konkrete technische Ursache. Entsprechend bleibt zwischen den beobachteten Abflüssen und der noch untersuchten Angriffsmethode zu unterscheiden.

Zcash plant neue Schutzmechanismen

Das Zakura-Team stellte neue Pläne für quantenresistente Signaturen bei Zcash vor. Entwickler Roman Akhtariev nennt in seinem Entwicklerbeitrag Januar als Ziel für zusätzliche Signaturfunktionen, wie wir berichteten. Im Fokus stehen zunächst transparente Zahlungen.

Der Termin beschreibt ein Entwicklungsziel, keine bereits beschlossene Netzwerkaktivierung. Ergänzend sollen private Datenabfragen verhindern, dass Wallet-Server verschiedene Adressen einfach demselben Nutzer zuordnen können. Diese Funktion schützt die Abfrage, während die zugehörigen Transaktionen öffentlich bleiben.

Für die kommende Woche stehen damit Evernorths geplanter Nasdaq-Start und die Fortsetzung der deutschen Steuerdebatte im Blickpunkt. Am Markt wird sich zeigen, ob die ersten neuen Bitcoin-ETF-Zuflüsse den Beginn einer stabileren Nachfrage markieren oder eine kurze Unterbrechung der jüngsten Abflüsse bleiben.