Flare gab vor wenigen Stunden bekannt, dass Nutzer ihre XRP ab sofort als Sicherheit hinterlegen und dafür den Stablecoin RLUSD leihen können. Damit erhalten XRP-Halter Zugang zu zusätzlicher Liquidität, ohne ihre Bestände verkaufen zu müssen.
XRP bleibt im Besitz, trotzdem wird Kapital frei
Technisch funktioniert das über FXRP, eine auf Flare nutzbare digitale Abbildung von XRP. Nutzer können ihre XRP in FXRP umwandeln und anschließend auf Ethereum übertragen. Dort dienen die Token im Kreditprotokoll Morpho als Sicherheit für einen Kredit in RLUSD.
Für Anleger liegt der Vorteil darin, dass sie ihre XRP nicht verkaufen müssen, um an Liquidität zu gelangen. Sie bleiben damit weiter am Kurs von XRP beteiligt und können gleichzeitig RLUSD nutzen, etwa für andere DeFi-Anwendungen.
Ganz ohne Risiko ist das nicht. Die hinterlegten FXRP bleiben während des Kredits gebunden. Sinkt ihr Wert zu stark, kann die Position teilweise oder vollständig liquidiert werden. Wie viel RLUSD ausgeliehen werden kann, richtet sich deshalb nach dem Wert der hinterlegten Sicherheit.
Möglich wird das über einen von Sentora verwalteten RLUSD-Vault, in dem derzeit rund 280 Millionen Dollar liegen. Bevor FXRP dort als Sicherheit zugelassen wurde, prüfte Sentora unter anderem die Preisermittlung, die verfügbare Marktliquidität und die Bedingungen für mögliche Liquidationen.
Flare will den Prozess noch einfacher gestalten
Noch ist der Weg vergleichsweise umständlich. Nutzer müssen ihre XRP zunächst über das FAssets-System von Flare in FXRP umwandeln und die Token anschließend auf Ethereum übertragen.
Flare will diesen Prozess vereinfachen. Geplant sind sogenannte Smart Accounts, über die XRP-Halter künftig direkt vom XRP Ledger auf entsprechende Kreditangebote zugreifen könnten. Der zusätzliche Transfer zu Ethereum würde damit zumindest teilweise entfallen.
Hinter dem Vorstoß steht ein größeres Problem: XRP spielt im DeFi-Kreditmarkt bislang nur eine begrenzte Rolle. Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether werden dort deutlich häufiger als Sicherheit eingesetzt.
Mit FXRP soll sich das ändern. Steigt die Nutzung von XRP als Kreditsicherheit, könnte auch die Nachfrage nach FXRP zunehmen.
Flare verweist dabei auf die Entwicklung der Liquidität im eigenen Netzwerk. Nach der Einführung von USDT0 stieg der dort gebundene Gesamtwert innerhalb von zwei Wochen von 37 Millionen auf mehr als 120 Millionen Dollar.
Langfristig könnte davon auch der Kurs von XRP profitieren. Zum Redaktionszeitpunkt verzeichnet XRP ein Minus von 2,30% in den letzten 24 Stunden auf 1,03 USD.
Entscheidend für die kurzfristige Korrektur könnte die vor wenigen Stunden beschlossene Verzögerung der Abstimmung zum Clarity Act sein. Wie wir bereits berichteten, wird eine Anhörung im Senat frühestens am 14.09.2026 stattfinden.
Mehrheitsführer John Thune führt dazu im Detail aus:
“Nun, die Demokraten bestehen darauf, dass es keine Abstimmung über ‚Clarity‘ gibt. Wie dem auch sei, ich habe mit den Befürwortern des Gesetzentwurfs zusammengearbeitet. Senatorin Cynthia Lummis war großartig, und wir werden das als Erstes auf die Tagesordnung setzen, sobald wir zurück sind.”













