IOTA hat am 13. Oktober seinen Bericht für das dritte Quartal 2026 veröffentlicht. Im Mittelpunkt stehen technische Verbesserungen sowie die Forschung an Bluestreak, Vantage und einer präziseren Gebührenberechnung.
Verbesserungen am IOTA-Mainnet
Das Konsensupgrade Starfish-Speed wurde nach Tests im Devnet im Juli und im Testnet im August im September auf dem Mainnet aktiviert. Bei geeigneten Netzwerkbedingungen können Validatoren einen Block eine Konsensrunde früher bestätigen. Transaktionen erreichen dadurch schneller ihre endgültige Bestätigung.
Parallel ließ die Foundation Konsens, Netzwerkkommunikation und API-Dienste auf Sicherheitsprobleme prüfen. Die daraus entstandenen Korrekturen wurden bereits auf dem Mainnet umgesetzt.
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Der nächste Schwerpunkt des Core-Teams ist P-COOL, ein Transaktionsablauf ohne die bisher erforderliche Zertifizierung vor dem Konsens. Im vierten Quartal sollen Belastungstests in öffentlichen Netzwerken beginnen. Bereits im Q2-Bericht hatte IOTA für P-COOL höhere Leistung bei etwa halbiertem Ressourcenbedarf in Aussicht gestellt.
Für Node-Betreiber meldet IOTA eine um den Faktor 2,6 beschleunigte Synchronisierung. Zudem erleichtern nun überprüfbare Snapshots den Einstieg für Nodes. Betreiber müssen nicht mehr auf die Vertrauenswürdigkeit des Snapshot-Anbieters bauen.
Auch Indexer können aus solchen Snapshots aufgebaut werden. Damit entfällt die Notwendigkeit, zunächst sämtliche Checkpoints seit dem Netzwerkbeginn erneut zu verarbeiten.
Zudem wurden im dritten Quartal zahlreiche Verbesserungen für Entwickler umgesetzt. Die IOTA-Stiftung schreibt:
„Die Entwicklung auf IOTA basiert nun auf einem stabilen SDK. Das Rust-SDK und die zugehörigen Bindings für andere Sprachen haben mit der Version 1.0.0-beta.1 ihr erstes Beta-Stadium erreicht. Für alle Sprachen wurde eine Dokumentation veröffentlicht, und die lokale Transaktionssimulation entspricht nun exakt dem Verhalten des Nodes. Move wurde um sogenannte ‚View Functions‘ erweitert, die Anwendungen eine kosteneffiziente und sichere Möglichkeit bieten, On-Chain-Daten zu lesen – inklusive Dokumentation, Praxisbeispielen und Unterstützung durch die IOTA Move-Erweiterung für VS Code.“
Außerdem wurden Verbesserungen an der Wallet vorgenommen. Diese erhielt unter anderem eine Anzeige der Guthaben in Fiat-Währungen, eine integrierte dApp-Galerie und die Möglichkeit, Guthaben auszublenden.
Forschung und Adoption
Im Forschungsbereich arbeitet IOTA daran, wiederholte Transaktionsprüfungen zu reduzieren. Neue Validierungsnachrichten vor dem Konsens sollen zugleich den Ressourcenverbrauch genauer erfassen. Dabei werden Rechenleistung, Speicher und Bandbreite berücksichtigt.
Ziel sei laut Foundation „eine genauere Berechnung der Gas-Gebühren“. Erste Kalibrierungen auf Referenzhardware hätten vielversprechende Ergebnisse geliefert.
Hinzu kommen zwei Forschungsprotokolle. Bluestreak soll die Größe der Block-Metadaten begrenzen. Auf das IOTA-Mainnet übertragen erwartet die Foundation „eine Reduzierung der Konsens-Metadaten um rund 75 Prozent“. Vantage untersucht einen BFT-Konsens ohne Signaturen, der mit mehreren Datenvorschlagenden eine vergleichbare Latenz wie signaturbasierte Ansätze erreichen soll.
Im Bereich der Adoption nennt die IOTA-Stiftung Argentiniens Transplantationsbehörde INCUCAI. Gemeinsam mit Extrimian wurden überprüfbare digitale Identitäten für die nationale Behörde und 24 regionale Stellen sowie die Beglaubigung von Dokumenten umgesetzt.
Patientendaten werden dabei nicht auf der Blockchain gespeichert. Stattdessen dienen kryptografische Nachweise dazu, die Integrität der Dokumente überprüfbar zu machen.
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Für Finanzanwendungen erfolgte außerdem die Umstellung auf Pyth Pro. Pyth Core steht auf der IOTA-Blockchain seit dem 18. August nicht mehr zur Verfügung. Für betroffene Entwickler bedeutete dies zugleich den Übergang vom kostenlosen Dienst zu einem abonnementbasierten Angebot.
TWIN arbeitet an Handelsfinanzierung und Zahlungen
Interessant sind auch die Fortschritte und Pläne für TWIN. Die Dokumentenverarbeitung der Plattform für den globalen Handel und die Lieferkettenverfolgung orientiert sich nun an den UN/CEFACT-Standards für Handelsdaten. Beim Abruf geteilter Sendungs- und Dokumentendaten sank die Latenz zwischen zentralen Softwareversionen laut Bericht um rund 70 Prozent.
Parallel entwickelt das Team Funktionen für Handelsfinanzierung und Zahlungen auf IOTAs Layer 1. Konkrete Starttermine nennt der Bericht nicht. Ob dies im Zusammenhang mit dem mysteriösen Start von USDT0 steht, bleibt auch offen.
USDT0 und die bislang nicht öffentlich vorgestellte Perpetual-Börse bleiben damit im Q3-Bericht unerwähnt. Dabei lagen erste Aktivitäten bereits im Berichtszeitraum: Wie Kryptorevolution berichtete, erfolgte der erste bestätigte USDT0-Transfer aus Ethereum am 17. September. Am 23. September wurden Verträge für die Börse veröffentlicht.
Unsere Untersuchung vom 10. Oktober dokumentierte später 148 registrierte Konten, rund 239.836 USDT0 im Börsentresor und einen zusätzlichen ETH-USDT-Markt. Betreiber und allgemeiner Handelsstart sind weiterhin unbekannt.












