Strategy (MSTR) hat Morgan Stanley Capital International (MSCI) aufgefordert, den geplanten Ausschluss sogenannter nicht operativer Unternehmen aus seinen globalen Aktienindizes zurückzunehmen.
Die vorgeschlagenen Kriterien würden Strategy aus mehreren MSCI-Indizes entfernen und könnten dadurch Kapitalabflüsse aus der Aktie auslösen, mit indirekten Folgen für weitere Bitcoin-Käufe.
Strategy wirft MSCI Diskriminierung vor
In einem am 31. August veröffentlichten Schreiben an das MSCI Equity Index Committee bezeichnen Executive Chairman Michael Saylor und CEO Phong Le die geplante Methodik als „grundlegend fehlerhaft“. Aus ihrer Sicht handelt es sich um eine Neuauflage des Ende 2025 vorgelegten und später zurückgezogenen Vorschlags für Digital-Asset-Treasury-Unternehmen:
„Der Vorschlag ist ebenso wie der von MSCI zurückgezogene Vorschlag aus dem Jahr 2025 diskriminierend, willkürlich und fehlgeleitet. Sollte er angenommen werden, hätte er keine wesentlichen Auswirkungen auf das Geschäft von Strategy, würde aber MSCIs Ruf als verlässlicher und neutraler Indexanbieter erheblich beschädigen. Wie der Vorschlag von 2025 sollte auch der aktuelle Vorschlag zurückgezogen werden.“
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Der erste MSCI-Entwurf sah vor, Unternehmen auszuschließen, deren digitale Vermögenswerte mindestens 50 Prozent ihrer Gesamtaktiva ausmachen. Nach dem Widerstand von mehr als 250 Organisationen und 1.500 Unterzeichnern verzichtete MSCI im Januar zunächst auf die Umsetzung.
Der aktuelle MSCI-Vorschlag ist breiter formuliert. Zunächst soll geprüft werden, ob mehr als 50 Prozent der Aktiva eines Unternehmens als operativ gelten. Verfehlt ein Unternehmen diese Schwelle, folgen fünf Tests zu operativen Vermögenswerten, Kosten, Cashflow, Fair-Value-Änderungen und der Abhängigkeit von externem Kapital. Vier Verstöße würden zum Ausschluss führen.
Eine Simulation auf Grundlage der Daten vom Mai 2026 sieht unter anderem die Entfernung von Strategy und Metaplanet aus dem MSCI ACWI IMI vor.
Strategy sieht Bitcoin als operativen Vermögenswert
Strategy hält MSCIs Unterscheidung zwischen operativen und nicht operativen Aktiva für nicht ausreichend definiert. Das Unternehmen verweist auf rund 1.500 Beschäftigte, sein Softwaregeschäft mit fast 500 Millionen US-Dollar Jahresumsatz und die Ausgabe Bitcoin-gestützter Finanzinstrumente:
„Strategy ist kein Investmentfonds und keine bloße Hülle für Bitcoin. Das Unternehmen verfolgt Finanzinnovationsstrategien, mit denen es aus seinen Bitcoin-Beständen Wert schaffen will. Wer Strategy-Aktien kauft, investiert deshalb darin, was das Management mit diesen Beständen macht.“
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Nach Gesprächen mit der SEC weist Strategy seine Bitcoin-Treasury-Aktivitäten inzwischen als eigenständiges operatives Segment aus. Gewinne und Verluste aus der Bitcoin-Bewertung werden in den Finanzberichten ebenfalls innerhalb der operativen Aufwendungen erfasst.
Ausschluss könnte Bitcoin-Käufe erschweren
Eine Indexstreichung würde Strategy nicht unmittelbar zu Bitcoin-Verkäufen zwingen. Indexfonds und andere Produkte, die MSCI-Benchmarks nachbilden, müssten jedoch ihre MSTR-Positionen reduzieren.
JPMorgan bezifferte die möglichen Abflüsse im Zusammenhang mit dem früheren Vorschlag auf etwa 2,8 Milliarden US-Dollar. Bei vergleichbaren Schritten anderer Indexanbieter könnten bis zu 8,8 Milliarden US-Dollar betroffen sein.
Der wichtigere Effekt für Bitcoin wäre indirekt. Strategy finanziert einen Teil seiner Käufe durch die Ausgabe neuer Aktien. Vergangene Woche erwarb das Unternehmen 4.603 BTC für 369,7 Millionen US-Dollar aus Erlösen seines Aktienprogramms. Sinkende indexbasierte Nachfrage könnte die MSTR-Bewertung und damit die Attraktivität weiterer Aktienemissionen schwächen.
Wichtig ist nun: MSCI nimmt Stellungnahmen bis zum 30. September entgegen und will seine Entscheidung spätestens am 16. Oktober bekannt geben. Eine Umsetzung wäre bereits im November möglich.













