World Chain hat eine neue Methode zur Prüfung von Blockchain-Transaktionen eingeführt. Sie soll es dem Netzwerk erlauben, deutlich mehr Aktivität zu verarbeiten, ohne dass Betreiber von Validatoren ihre Computer aufrüsten müssen.
Full block access lists are coming to World Chain Mainnet on August 17. This deep dive covers the protocol design, execution model, benchmarks, and why streamed access lists matter for scaling. https://t.co/HOKb0ZYVAl
— World Chain (@world_chain_) August 5, 2026
Ein Validator prüft, ob die Transaktionen in einem Block korrekt sind. Bisher muss er sie meist genau in der Reihenfolge ausführen, in der sie im Block stehen.
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Das ist nötig, weil eine Transaktion das Ergebnis der nächsten beeinflussen kann. Eine Zahlung verändert beispielsweise einen Kontostand. Ein späterer Vorgang kann diesen neuen Kontostand bereits voraussetzen.
Bei großen Blöcken wird diese Prüfung zum Problem. Je mehr Transaktionen ein Block enthält, desto länger dauert es, alles Schritt für Schritt nachzurechnen.
Die sogenannte Block Access List soll diesen Ablauf vereinfachen. Sie zeigt dem Validator im Voraus, auf welche Konten, Smart Contracts und gespeicherten Werte jede Transaktion zugreift. Außerdem enthält sie die erwarteten Ergebnisse dieser Änderungen.
Der Validator muss die Abhängigkeiten zwischen den Transaktionen deshalb nicht mehr selbst suchen. Er kann mehrere Prüfungen gleichzeitig auf verschiedene Prozessorkerne verteilen. Danach vergleicht er die Ergebnisse mit den Angaben in der Liste.
Stimmen beide Seiten nicht überein, wird der Block abgelehnt. Eine falsche Zugriffsliste kann einen ungültigen Block daher nicht gültig machen.
Neue Daten kommen mit jedem Flashblock
World Chain erstellt ungefähr alle zwei Sekunden einen neuen Block. Während dieser Block entsteht, verschickt das Netzwerk alle 200 Millisekunden einen Zwischenstand. Diese Zwischenstände nennt das Projekt Flashblocks.
Jeder Flashblock enthält nun auch einen Teil der Zugriffsliste. Die Validatoren können deshalb bereits mit der Prüfung beginnen, obwohl der vollständige Block noch nicht fertig ist.
Das verteilt die Arbeit über die gesamten zwei Sekunden. Am Ende muss nicht mehr der komplette Block auf einmal geprüft werden. Viele Berechnungen sind dann bereits abgeschlossen.
Jeder Zwischenstand enthält zudem eine kryptografische Prüfsumme. Sie stellt sicher, dass der Blockproduzent seine Angaben später nicht unbemerkt verändert. Abweichungen können damit schon nach 200 Millisekunden auffallen.
Bis zu 47.600 TPS sind rechnerisch möglich
In Testnetzen erhöhte World Chain den Durchsatz schrittweise von 1,7 Millionen Gas pro Sekunde auf eine Milliarde Gas pro Sekunde. Gas ist eine Maßeinheit für den Rechenaufwand von Blockchain-Transaktionen.
Eine Milliarde Gas pro Sekunde entspricht allerdings nicht automatisch einer festen Zahl an Transaktionen. Wie viele Vorgänge verarbeitet werden können, hängt davon ab, wie komplex sie sind und wie viel Gas sie jeweils benötigen.
Bei einer einfachen Überweisung mit einem Verbrauch von 21.000 Gas wären rechnerisch rund 47.600 Transaktionen pro Sekunde möglich. Benötigt eine Transaktion im Durchschnitt 100.000 Gas, läge der theoretische Wert bei etwa 10.000 TPS. Bei komplexeren Vorgängen mit 200.000 Gas wären es rund 5.000 TPS.
Diese Werte beschreiben das rechnerische Potenzial des gemessenen Durchsatzes. Die tatsächlich erreichbare Transaktionsrate hängt auch vom Sequencer, der Netzwerkverbindung, der Datenverfügbarkeit und der Zusammensetzung der Transaktionen ab.
Nach Angaben des Projekts blieb die Blockprüfung auch bei hoher Last schnell genug, um dem Netzwerk in Echtzeit zu folgen. Ab etwa 100 Millionen Gas pro Sekunde stieg die Prüfzeit kaum noch an.
Die Tests liefen auf gewöhnlicher AWS-Cloud-Hardware. Der verwendete Blockchain-Client erhielt vier virtuelle Prozessorkerne und Standard-Cloudspeicher. Besonders schnelle Festplatten waren nicht erforderlich.
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Die zusätzlichen Zugriffsdaten blieben vergleichsweise klein. Bei speicherintensiven Transaktionen entstanden rund zwei bis drei Kibibyte pro Million Gas.
Die Funktion kann über eine Softwareeinstellung aktiviert werden. Ein Hard Fork ist nicht nötig. Auf World Chain Sepolia ist sie seit dem 27. Juli aktiviert. Der Start im Mainnet ist für den 17. August geplant.













