Die russische Sberbank gab vor wenigen Stunden bekannt, dass sie ab dem 01.12.2026 offiziell den Handel mit Kryptowährungen wie Bitcoin, ETH und weiteren Kryptos starten will. Mit einer Bilanzsumme von rund 69 Billionen Rubel, umgerechnet knapp 784 Milliarden EUR, ist die Sberbank mit Abstand das größte Kreditinstitut Russlands.
Die Sberbank will eine eigene Infrastruktur für den Handel und die Verwahrung digitaler Vermögenswerte aufbauen. Geplant ist unter anderem ein digitales Depot, über das Besitzverhältnisse und Transaktionen erfasst werden sollen.
Alexander Wedjachin, erster stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Bank, bezeichnete das digitale Depot als einen zentralen Bestandteil des Vorhabens:
„Die aktive Zusammenarbeit zwischen Markt und Regulierungsbehörde endet hier nicht. Zahlreiche für den Aufbau der Infrastruktur und der technologischen Basis notwendige Verordnungen – von Depot- und Buchhaltungssystemen bis hin zur Lizenzierung neuer Intermediäre – müssen noch entwickelt und verabschiedet werden. Sber ist bereit, seine Expertise weiterhin einzubringen und sich aktiv an dieser Arbeit zu beteiligen.“
Wie wir bereits berichteten, hatte Russland vor wenigen Tagen ein neues Gesetz zur Regulierung von Kryptowährungen verabschiedet. Das Gesetz wird am 01.09.2026 offiziell in Kraft treten. Es regelt nicht nur den Umgang mit digitalen Vermögenswerten und ausländischen digitalen Finanzprodukten, sondern erfasst auch die Tätigkeiten zentraler Marktakteure.
Dazu zählen unter anderem Börsen, Broker, Verwahrstellen, Vermögensverwalter, Clearinghäuser sowie Unternehmen, die im Bereich des Kryptowährungs-Minings tätig sind. Darüber hinaus soll die Bank of Russia, die russische Zentralbank, weitreichende Befugnisse erhalten.
Sie soll festlegen können, welche Kryptowährungen über lizenzierte Vermittler angeboten werden dürfen. Für handelbare Krypto-Assets gelten hohe Liquiditätsanforderungen. Vorgesehen sind unter anderem eine durchschnittliche Marktkapitalisierung von mehr als fünf Billionen Rubel, rund 57 Milliarden EUR, und ein tägliches Handelsvolumen von über einer Billion Rubel über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Sofern die Zentralbank genau diese Maßstäbe anlegt, werden zum Start voraussichtlich folgende Kryptowährungen für den Handel freigegeben:
Die Sberbank ist damit die erste und zugleich größte Bank Russlands, die ihren Kunden auf Grundlage des nun klaren Rechtsrahmens den Handel mit Kryptowährungen anbieten wird. Weitere Banken könnten zeitnah folgen.
EU verschärft Sanktionen gegen russischen Kryptosektor
Während Russland seine Krypto-Infrastruktur ausbaut, verschärft die Europäische Union ihre Sanktionen. Zuletzt nahm sie die Kryptobörse HTX, früher Huobi Global, in eine Liste von 18 Unternehmen auf, die nach Einschätzung des Europäischen Rates bestehende Maßnahmen gegen Russland unterlaufen oder erheblich erschweren könnten.
Auch Großbritannien hatte HTX bereits im Mai sanktioniert. Die Regierung in London verwies auf mögliche Finanzdienstleistungen zugunsten russischer Stellen. Parallel will die EU belarussischen Staatsangehörigen und Einwohnern untersagen, Kryptobörsen oder andere Anbieter digitaler Vermögenswerte innerhalb des europäischen MiCA-Rahmens zu besitzen, zu kontrollieren oder zu leiten.








