Bitcoin tendiert weiterhin seitwärts und es fehlt nach wie vor der entscheidende Impuls, um aus der derzeitigen Preisspanne zwischen 62.000 und 66.000 USD auszubrechen. Diese Woche stehen jedoch zwei wichtige FED-Termine an, die Hinweise darauf geben könnten, wie die US-Notenbank künftig mit den Zinsen umgehen wird.
Darüber hinaus werden am Dienstag und Donnerstag weitere wichtige US-Wirtschaftsdaten veröffentlicht, die einen maßgeblichen Einfluss auf die kurzfristige Entwicklung des Bitcoin-Kurses und des Kryptomarktes haben könnten.
Dienstag und Mittwoch: Detailprotokolle der FED und US-Wirtschaftsdaten
Am Dienstag, den 18.08.2026, werden um 14:30 Uhr deutscher Zeit neue Zahlen zu den Baubeginnen und Baugenehmigungen in den USA für die vergangenen Monate veröffentlicht. Diese zeigen im Detail, wie gut oder schlecht sich der amerikanische Immobilienmarkt entwickelt.
Direkt im Anschluss, um 15:15 Uhr deutscher Zeit, werden neue Zahlen zur US-Industrieproduktion bekanntgegeben. Diese Kennzahlen messen, wie viel Fabriken, Bergwerke und Versorgungsunternehmen produzieren. Die Daten werden ebenfalls von der FED herausgegeben.
Fallen die Wirtschaftsdaten stark aus, kann dies den Bitcoin-Kurs kurzfristig schwächen. Dabei gilt: Läuft die US-Wirtschaft gut, hat die FED weniger Gründe, ihre Geldpolitik zu lockern.
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Eine lockere Geldpolitik würde bedeuten, dass die FED die Zinsen senkt und Kredite dadurch günstiger werden. Damit kann mehr Geld in die Wirtschaft und die Finanzmärkte und somit auch in Bitcoin fließen.
Der für diese Woche wichtigste Termin findet jedoch am 19.08.2026 um 20:00 Uhr deutscher Zeit statt. Dann wird die FED das Protokoll ihrer Zinssitzung vom 28. und 29. Juli veröffentlichen.
Dieses FOMC-Protokoll zeigt im Detail auf, anhand welcher Kennzahlen und Entwicklungen die FED ihre zukünftigen Zinsentscheidungen ausrichten könnte. Dazu gehören vor allem die Inflation, die Lage am Arbeitsmarkt, das Wirtschaftswachstum und die Entwicklung der Löhne.
Wie wir bereits berichteten, hat die FED die Leitzinsen im Juli bei 3,50 bis 3,75 % belassen. Die Entscheidung fiel allerdings mit neun zu drei Stimmen vergleichsweise knapp aus. Drei Mitglieder sprachen sich sogar für eine Anhebung um 0,25 Prozentpunkte aus.
Genau deswegen sind die Details des Protokolls in dieser Woche besonders wichtig. Es könnte zeigen, warum einige FED-Mitglieder weiterhin höhere Zinsen für notwendig halten und wie groß die Sorge vor einer erneut steigenden Inflation ist.
Für Bitcoin sind vor allem mögliche Veränderungen in der Zinspolitik wichtig. Sollten die Zinsen weiterhin hoch bleiben oder sogar steigen, werden vergleichsweise sichere Finanzanlagen wie US-Staatsanleihen für kapitalstarke Institutionen attraktiver.
Staatsanleihen könnten hierbei höhere Renditen bieten, ohne dass Anleger die teilweise großen Kursschwankungen des Kryptomarktes aushalten müssen. Deuten die Informationen des FED-Protokolls jedoch auf sinkende Zinsen hin, könnte dies bullish für BTC sein.
Im Umkehrschluss könnten US-Staatsanleihen an Attraktivität verlieren, während günstigere Kredite und lockerere Finanzierungsbedingungen dazu führen könnten, dass mehr Kapital für den Kauf von Bitcoin und Kryptowährungen zur Verfügung steht.
Laut dem FED-Watchtool wird derzeit überwiegend keine Veränderung des Leitzinses erwartet. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 72,1 %, dass die Zinsen bei der nächsten FED-Sitzung am 16.09.2026 unverändert bleiben. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 27,90 % wird hingegen eine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent eingepreist.

Auch der US-Dollar spielt für Bitcoin eine wichtige Rolle. Verfolgt die FED eine strenge Geldpolitik und hält die Zinsen länger hoch oder hebt sie sogar weiter an, kann das den Dollar stärken. Der Grund: Höhere Zinsen machen Anlagen in den USA für internationale Investoren attraktiver, wodurch die Nachfrage nach dem Dollar steigen kann.
Im Jahr 2022 war dieser Zusammenhang besonders gut zu beobachten. Zwischen Anfang Januar und Ende September stieg der breite US-Dollar-Index der Federal Reserve von rund 115,4 auf 127,5 Punkte – ein Plus von etwa 10,5 Prozent. Im gleichen Zeitraum fiel Bitcoin von rund 46.500 auf 19.400 US-Dollar und verlor damit etwa 58,3 Prozent.
2023 zeigte sich zeitweise das umgekehrte Bild. Zwischen Anfang Januar und Mitte Juli fiel der breite US-Dollar-Index von rund 122,1 auf 117,1 Punkte und damit um etwa 4,1 Prozent. Bitcoin stieg im selben Zeitraum von rund 16.700 auf 30.300 US-Dollar – ein Plus von etwa 81,8 Prozent.
An dieser Stelle ist jedoch anzumerken, dass sich daraus keine Garantie für die zukünftige Entwicklung ableiten lässt – weder für eine positive noch für eine negative Kursbewegung.
Donnerstag bringt neue Signale für die US-Wirtschaft
Am Donnerstag werden um 14:30 Uhr deutscher Zeit die wöchentlichen Zahlen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht. Sie zeigen, wie viele Menschen in den USA erstmals Arbeitslosenunterstützung beantragt haben.
Bei der letzten Veröffentlichung lag die Zahl bei 209.000 Anträgen, 9.000 mehr als eine Woche zuvor. Steigen die Anträge deutlich, kann das auf einen schwächeren Arbeitsmarkt hindeuten. Das könnte den Druck auf die FED erhöhen, ihre Geldpolitik künftig zu lockern. Sehr niedrige Zahlen würden dagegen darauf hindeuten, dass der Arbeitsmarkt weiterhin robust ist.
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Ebenfalls um 14:30 Uhr erscheint der Philadelphia Fed Manufacturing Index. Dieser Bericht basiert auf einer aktuellen Umfrage unter Industrieunternehmen und gibt Hinweise darauf, ob Produktion, Aufträge, Beschäftigung und Preise künftig tendenziell eher steigen oder fallen könnten.
Zum Redaktionszeitpunkt verzeichnet Bitcoin ein leichtes Plus von 0,60 % in den letzten 24 Stunden auf 63.456,73 USD. Die nächsten Tage werden zeigen, ob Bitcoin aus der engen Preisspanne ausbrechen kann.













