- Der SPACEX-USDH-Perpetual auf Hyperliquid fiel innerhalb von 30 Minuten um fast 45 Prozent.
- Ventuals machte fehlerhafte Offchain-Daten in der Oracle-Berechnung verantwortlich und prüft Entschädigungen für betroffene Nutzer.
Ein Oracle-Fehler hat am Donnerstag den SPACEX-USDH-Perpetual auf Hyperliquid abrupt abstürzen lassen. Der Kontrakt fiel innerhalb von rund 30 Minuten von 2.277 Dollar auf 1.254 Dollar, bevor er sich wieder auf etwa 2.169 Dollar erholte.
Die Bewegung hatte direkte Folgen für Trader. Insgesamt wurden 405 Nutzer über 1.393 Positionen liquidiert. Das ausgelöschte Nominalvolumen lag bei 1,51 Millionen Dollar.
Für einen Markt, der auf ein nicht börsennotiertes Unternehmen wie SpaceX referenziert, ist das eine empfindliche Erinnerung daran, wie stark solche Produkte von sauberer Preisfindung abhängen.
We are aware of an incident on our SPACEX market about an hour ago.
The offchain data provider used as a component of the oracle price returned incorrect data, which caused the market’s oracle and mark price to move dramatically. This led to the liquidation of some user…
— Ventuals (@ventuals) May 28, 2026
Fehlerhafte Offchain-Daten trafen Oracle und Mark Price
Ventuals erklärte später, dass der eigene SPACEX-Markt von falschen Daten eines Offchain-Datenanbieters betroffen gewesen sei.
Dieser Anbieter wurde als Bestandteil des Oracle-Preises genutzt. Die fehlerhaften Daten hätten dazu geführt, dass sich sowohl der Oracle-Preis als auch der Mark Price des Marktes stark bewegten.
Gerade dieser Punkt ist für Perpetual-Märkte kritisch. Der Mark Price wird häufig zur Bewertung offener Positionen und zur Auslösung von Liquidationen herangezogen.
Wenn dieser Preis durch einen falschen Dateneingang verzerrt wird, können Positionen liquidiert werden, obwohl sich der zugrunde liegende Referenzwert nicht entsprechend bewegt hat.
Bei traditionellen Krypto-Assets lässt sich ein Preis meist über viele liquide Spot- und Derivatemärkte abgleichen. Bei Pre-IPO-Märkten ist das schwieriger. Es gibt weniger öffentliche Referenzpunkte, weniger natürliche Liquidität und oft eine stärkere Abhängigkeit von spezialisierten Datenquellen.
Pre-IPO-Märkte stehen unter besonderem Datenrisiko
Ventuals teilte mit, man habe sofort Maßnahmen ergriffen, um ähnliche Vorfälle auf anderen Pre-IPO-Märkten zu verhindern. Zudem werde geprüft, welche Auswirkungen der Vorfall auf betroffene Nutzer hatte und welche Entschädigung angemessen sei.
Der Fall zeigt ein bekanntes Problem in neuer Verpackung. DeFi- und Perp-Märkte können sehr schnell neue Vermögenswerte handelbar machen, auch solche, die außerhalb klassischer Börsenstrukturen liegen.
Doch je exotischer der Referenzwert, desto wichtiger wird die Qualität der Datenversorgung. Ein einzelner fehlerhafter Input kann dann nicht nur Charts verzerren, sondern reale Verluste auslösen.






