Die US-Bankenaufsicht OCC will den Zugang zum nationalen Bankensystem erleichtern und bezieht Krypto-Unternehmen ausdrücklich ein. Für Ripple ist das ein positives regulatorisches Signal. Eine endgültige Zulassung der Ripple National Trust Bank ist das jedoch noch nicht.
OCC öffnet Bankensystem für Krypto
In einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung begrüßte das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) ein neues Verfahren der US-Einlagensicherung FDIC zur Prüfung von Anträgen auf Einlagenschutz. Zudem kündigte die Behörde an, die Gründung neuer Banken wieder stärker zu fördern. OCC-Chef Jonathan Gould erklärte:
„Neugründungen sind ein Zeichen eines gesunden Bankensystems. Der neue FDIC-Prozess unterstützt klare und transparente Anträge, die Innovation und Auswahl fördern.“
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In den vergangenen 18 Monaten gingen bei der OCC insgesamt 40 Anträge auf Bankneugründungen ein, darunter mehrere Anträge für National Trust Banks. Bei vollständigen Unterlagen traf die Behörde nach eigenen Angaben in vielen Fällen innerhalb von 120 Tagen eine Entscheidung.
Besonders relevant für Ripple ist Goulds ausdrückliche Einbeziehung der Kryptoindustrie:
„Unternehmen mit rechtlich zulässigen Aktivitäten, einschließlich Digital Assets und anderer neuer Technologien, sollten einen Weg zur Nationalbank haben. Amerika und die OCC sind wieder offen.“
Ripple besitzt bislang nur eine bedingte Genehmigung
Ripple erhielt bereits am 12. Dezember 2025 die vorläufige Zustimmung zur Gründung der Ripple National Trust Bank in New York. Die geplante Bank wäre eine direkte Tochtergesellschaft von Ripple Labs und würde unter die laufende Aufsicht der OCC fallen.
Die Entscheidung war jedoch ausdrücklich keine endgültige Banklizenz. Die OCC hat lediglich eine vorläufige, bedingte Genehmigung erteilt. Eine endgültige Genehmigung erfolgt erst, wenn sämtliche Voraussetzungen vor der Eröffnung erfüllt sind.
Ripple muss unter anderem die geforderte Kapitalausstattung nachweisen, zentrale Führungskräfte bestätigen lassen, interne Richtlinien etablieren und eine Pre-Opening-Prüfung absolvieren. Die OCC kann ihre vorläufige Entscheidung bis dahin ändern, aussetzen oder zurückziehen.
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Nach dem genehmigten Geschäftsplan soll die Ripple National Trust Bank RLUSD zunächst nicht selbst ausgeben. Emittent bleibt Ripples Tochtergesellschaft Standard Custody & Trust Company.
Die neue Bank soll stattdessen die RLUSD-Reserven verwalten, als Treuhänder der Token-Inhaber agieren und Krypto-Verwahrung für verbundene Unternehmen sowie institutionelle Kunden anbieten. Sie wäre dabei keine FDIC-versicherte Einlagenbank und dürfte weder klassische Spareinlagen annehmen noch das gewöhnliche Kreditgeschäft betreiben.
Damit betrifft die aktuelle FDIC-Reform Ripple nicht unmittelbar. Die politische Botschaft der OCC ist dennoch kaum zu übersehen: Krypto-Unternehmen sollen Zugang zum föderalen Bankensystem erhalten, sofern sie die regulatorischen Anforderungen erfüllen.
Für Ripple läuft die Frist ab
Laut Genehmigungsbescheid muss Ripple das vorgesehene Kapital grundsätzlich innerhalb von zwölf Monaten nach der vorläufigen Zustimmung aufbringen. Nimmt die Bank nicht innerhalb von 18 Monaten den Betrieb auf, verfällt die Genehmigung grundsätzlich.
Circle, das am selben Tag wie Ripple eine bedingte Zustimmung erhielt, bekam bereits am 10. Juli 2026 die endgültige OCC-Genehmigung. Für Ripple bleibt der nächste entscheidende Schritt daher unverändert: Es muss die eigenen Hausaufgaben machen, um die endgültige Banklizenz zu erhalten.













