Ripple betrachtet den aktuellen Krypto-Winter nicht als Rückzug institutioneller Investoren, sondern als Übergangsphase zu einem weniger spekulativen Markt. Der International-CEO von Ripple Prime, Michael Higgins, erklärte in einem Interview mit Markets Media, dass rund um die Uhr geöffnete Märkte klassische Bankprozesse zunehmend unter Druck setzen. Er sieht Ripple klar im Vorteil.

Ripple Prime wächst rasant

Ripple übernahm Hidden Road im Oktober 2025 für 1,25 Milliarden US-Dollar und benannte das Unternehmen anschließend in Ripple Prime um. Seitdem hat sich der Umsatz im Jahresvergleich verdreifacht. Ripple Prime wickelt jährlich Transaktionen über drei Billionen US-Dollar für mehr als 300 Institutionen ab.

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Laut Higgins liegt die Ursache darin, dass viele institutionelle Kunden zunehmend komplexere Strategien verfolgen:

„Selbst in einem Krypto-Winter wächst unser Geschäft weiter. Die Richtung ist eindeutig: Institutionen verfolgen bei digitalen Vermögenswerten zunehmend anspruchsvollere und weniger spekulative Ansätze. Dafür benötigen sie Partner wie Ripple Prime, die diese Aktivitäten sowohl in steigenden als auch in fallenden Märkten unterstützen können.“

Für Higgins ist der derzeitige Krypto-Winter deshalb „kein Winter für digitale Vermögenswerte“. Traditionelle Märkte und Kryptomärkte würden langfristig zusammenwachsen. Wertpapiere und andere Finanzinstrumente werden zunehmend tokenisiert.

RLUSD soll das Wochenendproblem lösen

Einen entscheidenden Unterschied sieht Higgins beim Sicherheitenmanagement. In traditionellen Märkten müssen Kunden vor dem Wochenende ausreichend US-Dollar hinterlegen, da Bankzahlungen nicht verfügbar sind. Stablecoins ermöglichen Margins jederzeit aufzustocken:

„Aktuell muss die Finanzierung bereits am Freitag bereitstehen, um die Aktivitäten der Kunden am Wochenende abzudecken. Wenn GENIUS-Act-konforme Stablecoins der nächste Schritt sind, dürfte RLUSD dazugehören.“

Laut Higgins halten einige Derivatekunden ihre Guthaben bereits in RLUSD. Rückenwind erhalten Stablecoins durch die Ausweitung der Handelszeiten: Die CME Group bietet regulierte Krypto-Futures und -Optionen seit dem 29. Mai 2026 rund um die Uhr an.

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Higgins erwartet, dass etablierte Banken ihre Infrastruktur an den 24/7-Handel anpassen müssen, wobei Ripple Prime einen klaren Vorsprung hat:

„Die größten Market Maker im US-Aktien- und Devisenhandel sind heute keine Banken mehr. In einer Welt mit rund um die Uhr geöffneten Märkten müssen traditionelle Primebroker ihre Technologie modernisieren und ein globales Schichtmodell einführen – das wird Zeit brauchen. Wir wurden gezielt für dieses Umfeld aufgebaut.“

XRP Ledger soll Kosten senken

Ripple Prime hat zudem damit begonnen, Prozesse auf den XRP Ledger zu verlagern. Higgins betont jedoch, dass sich die Migration noch in einer frühen Phase befindet. Erst mit wachsendem Volumen sollen daraus erhebliche Kostenvorteile entstehen.

„Der XRP Ledger wurde mit Blick auf Robustheit, Zuverlässigkeit, Geschwindigkeit und niedrige Transaktionskosten entwickelt. Die institutionelle Nutzung befindet sich zwar noch am Anfang, doch das Netzwerk ist darauf ausgelegt, auch bei steigenden Volumina äußerst effizient zu arbeiten.“

Zum Redaktionszeitpunkt steht der XRP-Kurs bei 1,13 USD und verzeichnet ein Wachstum von 4,2% innerhalb der letzten 24 Stunden. Mit einer Marktkapitalisierung von 70,64 Milliarden USD belegt XRP Rang 6 im Ranking der größten Kryptowährungen nach Marktkapital.