Ripple hat erstmals konkrete Modellrechnungen zur Effizienz von XRP als Brückenwährung vorgelegt. Laut Jazzi Cooper, Head of Product bei RippleX, könnte die Nutzung von XRP den Kapitalbedarf um den Faktor 15 reduzieren.

Ripple macht die XRP-These erstmals messbar

XRP wird seit vielen Jahren von Ripple als Brückenwährung beworben, eine breite Adoption ist bisher aber ausgeblieben. Cooper räumte in einem Interview mit Krippenreiter TV vom 13. Juni deshalb ein, dass die These bislang zu theoretisch war. Ihr Team hat deshalb vor wenigen Wochen ein konkretes Modell entwickelt:

„Ehrlich gesagt hatte ich genug davon. Ich dachte: Lasst uns endlich zu den Fakten kommen. Mein Team hat dazu erst vor ein paar Wochen ein Modell erstellt.“

Das Ergebnis ist deutlich. Wer Liquidität zwischen 50 unterschiedlichen Assets direkt bereitstellen will, benötigt laut Cooper 1.225 einzelne Handelspaare. Werden alle 50 Assets dagegen ausschließlich gegen XRP gehandelt, sinkt die Zahl auf 50 Liquiditätspaare:

„Das sind 25-mal weniger Paare, für die tatsächlich Liquidität bereitgestellt werden muss. Wenn man anschließend den notwendigen Kapitaleinsatz anhand realistischer Handelspaare modelliert, ist es 15-mal kapitaleffizienter, XRP als Brückenasset zu verwenden.“

Der Vorteil von XRP lasse sich damit erstmals konkret quantifizieren, so Cooper.

Tipp der Redaktion: XRP auf Jayhawks-Trikots: Ripple sichert sich Millionenreichweite im US-College-Sport

Für Ripple wird die These vor allem durch die Tokenisierung von Währungen relevanter. Je mehr Stablecoins und andere tokenisierte Assets auf Blockchains gelangen, desto schwieriger wird es, für jede mögliche Kombination ausreichend Liquidität bereitzustellen.

Cooper erwartet deshalb, dass der Bedarf an XRP als Brückenasset in den kommenden Jahren massiv steigen könnte:

„Wenn immer mehr Token, Stablecoins und Währungen auf die Blockchain kommen, steigt der Bedarf an XRP als Brückenasset exponentiell. In diesem Bereich gibt es noch enormes Potenzial, das heute schlicht nicht realisiert ist.“

Ripple Payments soll stärker auf XRP Ledger skalieren

Parallel arbeitet Ripple daran, mehr Teile seines Zahlungsprodukts Ripple Payments auf das XRP Ledger zu portieren. Die technischen Grundlagen für On-Chain-Devisenmärkte wurden laut Cooper inzwischen größtenteils gelegt.

Tipp der Redaktion: Großbritanien setzt auf BlackRock und Ripple für Tokenisierungsstrategie der Zukunft

Das XRPL verfügt nun über eine orderbuchbasierte dezentrale Börse, einen automatisierten Market Maker und neue Permissioning-Funktionen. Besonders die Permissioned DEX sei für Ripple Payments entscheidend. Cooper erklärte:

„Die Möglichkeit, erlaubnispflichtigen beziehungsweise KYC-basierten Handel auf dem XRP Ledger durchzuführen, ist der entscheidende Durchbruch. Dadurch kann Ripple tatsächlich handeln, teilnehmen und sich mit dem Risiko von On-Chain-Trading wohlfühlen.“

Ripple sieht die künftige Rolle von XRP jedoch nicht ausschließlich im Devisenhandel. Ein zweiter Schwerpunkt sind On-Chain-Kreditmärkte.

Entscheidend hierfür ist die noch ausstehende Aktivierung des Lending-Protokolls auf dem XRPL. Institutionelle und private Halter könnten XRP verleihen und Renditen erzielen, während Kreditnehmer XRP unter anderem als Sicherheit einsetzen.