Der US-Kongress tagt am Mittwoch, den 16.09.2026, und nimmt erstmals seit März 2025 wieder die von Präsident Trump geforderte Bitcoin-Reserve auf den Tagesplan. Dabei berät das House Financial Services Committee über H.R. 8957, den American Reserve Modernization Act of 2026, sowie acht weitere Vorlagen.

Bitcoin soll beim Treasury gebündelt und langfristig gehalten werden

Die Bezeichnung H.R. steht dabei für „House of Representatives“ und kennzeichnet einen Gesetzentwurf, der im US-Repräsentantenhaus eingebracht wurde. 8957 ist die offizielle laufende Nummer des Entwurfs H.R. 8957.

Tipp der Redaktion: Krypto-Woche der Entscheidungen: Diese drei Ereignisse werden für Bitcoin wichtig

Dieser Entwurf wurde erstmals im Mai 2025 vom republikanischen Abgeordneten Nick Begich aus Alaska eingebracht. Auch der Demokrat Jared Golden aus Maine gehört offiziell zu den Unterstützern des Vorhabens. Der vorgestellte Entwurf knüpft an die Executive Order von Donald Trump vom März 2025 an.

Diese sieht vor, eine strategische Bitcoin-Reserve aufzubauen, die neben Bitcoin auch einen “Digital Asset Stockpile” hält und verwaltet. Im jetzigen Entwurf werden keine konkreten Namen genannt, jedoch wurden von den Verantwortlichen im vergangenen Jahr neben BTC auch ETH, XRP, SOL und ADA genannt.

Konkret soll die Reserve gesetzlich beim US-Finanzministerium verankert sein. Bitcoin-Bestände des Bundes sowie beschlagnahmte BTC sollen an das Treasury (Schatzministerium) übertragen werden. Der beschriebene Digital Asset Stockpile soll vorerst separat aufbewahrt werden.

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Bitcoin mindestens 20 Jahre gehalten werden müssen, bevor BTC getauscht, verkauft, versteigert oder anderweitig damit gehandelt werden darf. Nach Ablauf dieser Frist wäre ein Verkauf möglich, jedoch nicht in vollem Umfang, und der Kongress müsste dem Verfahren bei jedem BTC-Verkauf zustimmen.

Zudem soll das Treasury regelmäßig öffentliche Nachweise über die Bestände vorlegen. Vorgesehen sind kryptografische Proof-of-Reserve-Verfahren sowie unabhängige Prüfungen. Wichtig, um beurteilen zu können, ob dieser Entwurf potenziell den Bitcoin-Kurs antreiben könnte, sind die Details dazu, ob die US-Regierung proaktiv Bitcoin kaufen müsste.

Kein verpflichtender Kauf von einer Million Bitcoin

Anders als frühere Gesetzesvorschläge verpflichtet H.R. 8957 die US-Regierung nicht dazu, innerhalb eines festgelegten Zeitraums eine bestimmte Menge Bitcoin zu kaufen. Treasury und Handelsministerium sollen stattdessen prüfen, wie zusätzliche Bitcoin auf budgetneutralem Weg erworben werden könnten.

Neue Schulden, zusätzliche Steuern oder höhere Defizitausgaben sollen dafür nicht autorisiert werden. Erlöse aus dem Verkauf anderer digitaler Vermögenswerte könnten dagegen für Bitcoin-Käufe oder zur Schuldentilgung verwendet werden.

Interessant ist, dass auch Bundesstaaten eigene Bitcoin-Bestände aufbauen und in Treasury-Konten verwalten könnten. Eine Befugnis zur Beschlagnahme rechtmäßig erworbener privater Bitcoin enthält der Entwurf ausdrücklich nicht. Im Gegensatz zu H.R. 8957 steht der von Senatorin Lummis eingebrachte BITCOIN Act.

Lesetipp: Strategy kauft keine Bitcoin: 139 Mio. USD fließen in STRC-Rückkauf

Lummis führt aus, dass das US-Finanzministerium verpflichtet werden soll, über einen Zeitraum von fünf Jahren jährlich mindestens 200.000 Bitcoin zu erwerben und diese ebenfalls 20 Jahre zu halten. Auch die Finanzierung war konkreter beschrieben:

“Finanziert werden soll das Programm unter anderem über eine Neubewertung staatlicher Goldzertifikate sowie mögliche Überweisungen der Federal Reserve von bis zu 6 Milliarden Dollar pro Jahr.”

H.R. 8957 setzt stattdessen auf budgetneutrale Erwerbswege, ohne eine feste Bitcoin-Menge oder einen verbindlichen Kaufzeitraum vorzugeben. An dieser Stelle ist anzumerken, dass es sich weder bei dem vom Republikaner Begich noch bei dem von Senatorin Lummis eingebrachten Vorschlag um eine Abstimmung des gesamten Repräsentantenhauses handelt.

Das jetzt eingebrachte Markup ist die Ausschussphase, in der Abgeordnete Änderungen beraten und anschließend entscheiden können, ob ein Gesetz zur weiteren Behandlung an das House weitergeleitet wird.

Bislang ist nach der von Trump beschlossenen Executive Order zum Aufbau einer strategischen Bitcoin-Reserve nicht viel passiert. Einst führten die Republikaner aus, bis Ende August dieses Jahres einen konkreten und detaillierten Plan vorzustellen.

Dies ist bislang nicht geschehen, und es gibt keine validen Quellen, die solche Bestrebungen zum jetzigen Zeitpunkt weiter unterstützen.

Auch interessant: CLARITY Act vor Wende – Trump akzeptiert neuen Ethik-Kompromiss

Wichtig ist auch anzumerken, dass eine Executive Order vom nächsten US-Präsidenten direkt am ersten Tag widerrufen werden kann. Es handelt sich dabei um Weisungsbefugnisse, jedoch nicht um konkrete Gesetze.

Wichtiger für die weitere Zukunft von Bitcoin und Krypto wird heute die erste Abstimmung in der Cloture-Phase zum Clarity Act.