Bitcoin steckt laut Glassnode weiter tief im Bärenmarkt, ohne eine erkennbare Trendwende in Sicht. Das Handelsvolumen ist auf den niedrigsten Stand seit mehreren Jahren gefallen. Zudem bieten US-Staatsanleihen institutionellen Investoren derzeit eine höhere Rendite als der Basis-Trade.
US-Staatsanleihen verdrängen den Bitcoin-Carry-Trade
In einer neuen Analyse schreibt Glassnode, dass die zentrale Ursache für Bitcoins derzeitige Schwäche das makroökonomische Umfeld ist. Die Rendite des dreimonatigen Bitcoin-Futures-Basis-Trades liegt bereits seit Februar unter der Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen.
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Eine vergleichbar lange Phase gab es bislang nur zwischen August 2022 und Januar 2023. Damals markierte das Ende dieser Phase auch den Bitcoin-Boden. Für institutionelle Handelsdesks sinkt dadurch der Anreiz, Kapital für Marktliquidität und Arbitrage bereitzustellen. Glassnode schreibt:
„Wenn Staatsanleihen eine höhere Rendite als der Basis-Trade bieten, haben die Handelsdesks, die diesem Markt Leverage, Tiefe und Volumen zur Verfügung stellen, wenig Grund, hier aktiv zu sein. Ein Großteil dessen, was sich anschließend außerhalb der Blockchain beobachten lässt, scheint eine direkte Folge dieser einen Renditedifferenz zu sein.“

Hinzu kommt ein seit Mai stärkerer US-Dollar. Bitcoin verarbeitet die Dollar-Rally laut Glassnode schlechter als fast alle vergleichbaren Phasen seit 2015.
Bitcoin vor entscheidender Preismarke
Gemäß den On-Chain-Daten befindet sich Bitcoin innerhalb des größten Kostenbasis-Clusters. Zwischen rund 62.000 und 68.000 US-Dollar wechselten mehr BTC zuletzt den Besitzer als in jeder anderen Preiszone.
Die dort gehaltenen Coins verteilen sich ungefähr zur Hälfte auf kurz- und langfristige Anleger. Während die Bestände der Long-Term Holder eher als stabile Unterstützung gelten, befinden sich viele kurzfristige Käufer im Verlust. Bei einer Erholung könnten sie in eine Rally hineinverkaufen.
Die entscheidende Hürde liegt bei 69.000 US-Dollar, der durchschnittlichen Kostenbasis der Short-Term Holder. Darüber wartet zwischen 83.000 und 86.000 US-Dollar die nächste größere Angebotszone langfristiger Investoren.

Parallel dazu sind Ein- und Auszahlungen auf Kryptobörsen auf eines der niedrigsten kombinierten Niveaus der vergangenen drei Jahre gefallen. Glassnode sieht darin weder eine Akkumulation noch eine Distribution. Vielmehr ist der Markt derzeit von mangelndem Interesse geprägt.
Auch die US-Spot-Bitcoin-ETFs spiegeln diese Entwicklung wider. Nachdem die Kapitalzuflüsse Mitte Juli vorübergehend ins Plus gedreht hatten, verzeichneten sie bereits innerhalb einer Woche wieder leichte Nettoabflüsse.

Besonders deutlich zeigt sich die Zurückhaltung am Spotmarkt. Gemessen in BTC ist das Handelsvolumen auf den niedrigsten Stand seit 2019 gefallen. Glassnode führt dazu aus:
„Niedriges Volumen ist weniger ein Richtungssignal als eine Beschreibung der Marktteilnehmer, die noch übrig sind. Da Anleger für das Warten in Cash bezahlt werden, scheint ein beträchtlicher Teil des Kapitals genau das zu tun.“

Glassnode bleibt bei „Risk Off“
Im historischen Kontext ist der aktuelle Bärenmarkt noch immer deutlich flacher. Bitcoin fiel in früheren Bärenmärkten deutlich weiter unter den 200-Tage-Durchschnitt und verzeichnete größere Verluste gegenüber dem Allzeithoch.
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Auch zeitlich könnte die Korrektur noch nicht abgeschlossen sein. Bitcoin verbrachte bislang erst ungefähr drei Viertel der durchschnittlichen Dauer früherer Bärenmärkte unter dem 200-Tage-Durchschnitt.

Glassnodes Bitcoin Vector bleibt deshalb auf „Risk Off“. Eine nachhaltige Verbesserung würde eine Rückeroberung der Marke von 69.000 US-Dollar bei steigendem Volumen und erneuten ETF-Zuflüssen erfordern.
Ein Verlust der Unterstützungszone zwischen 62.000 und 68.000 US-Dollar bei gleichzeitig steigendem Volumen wäre dagegen ein weiteres Schwächesignal.
Zum Redaktionszeitpunkt handele BTC bei 63,685 US-Dollar und verzeichnet ein leichtes Minus von etwa 0,90 Prozent innerhalb der letzten 24 Stunden.













