Das Bochumer Unternehmen Zanni Group hat das Monitoring seines modularen Regenrückhaltesystems Jumbo Block vom IOTA-Testnet auf das Mainnet umgestellt.

Nach Angaben von Jumbo Block lief das Dashboard seit November 2025 als Testsystem und ab Januar 2026 im stabilen Dauerbetrieb. Nach der letzten Anpassung im März erfolgte am 17. Juli die Mainnet-Umstellung. Das Unternehmen erklärte auf X:

„Wir haben das IOTA-Testnet nun verlassen, denn am 17. Juli 2026 war KRITIS-Stichtag und ein wichtiger Meilenstein. Die eigentliche Dashboard-Software wurde nicht ständig weiterentwickelt, sondern über Monate im Dauerbetrieb beobachtet. Das ist etwas anderes als ein Labor- oder Betatest.“

Die Rolle von IOTA

Den Nachweis liefert der IOTA Explorer, welcher eine erste erfolgreiche Mainnet-Transaktion im Checkpoint 168.762.851 und in Epoche 440 zeigt. Die Adresse schreibt etwa alle 20 Minuten einen neuen Eintrag. Bei 0,001 IOTA je Transaktion ergeben sich 72 Einträge täglich und rund 26,3 IOTA pro Jahr.

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Das System erfasst Füllstände, Batteriestatus und weitere Sensordaten. Die operative Kontrolle bleibt im zentral geschützten Dashboard. IOTA dient als zusätzliche Schicht zur Sicherung der Integrität, über die sich nachweisen lässt, dass ausgewählte Aufzeichnungen nachträglich nicht verändert wurden.

Die Entwicklung von Jumbo Block begann 2021 mit einem geschützten Tiefbau-Hochwasserrückhaltesystem. Weitere Schutzrechte folgten 2025 für ein Schwerlast-Bauelement und 2026 für die sichere Verarbeitung und Validierung von Sensordaten. Seit Mai 2026 konzentriert sich die Gruppe nach eigenen Angaben auf Jumbo Block, Wasser- und Umwelttechnik sowie digitale Infrastrukturüberwachung.

Ein Großanbieter ist Zanni dennoch nicht. Umsatz, Mitarbeiterzahl und installierte Stückzahl sind nicht öffentlich; die Unternehmensseite bezeichnet die Projekte selbst als „in der Umsetzungsphase“.

Der X-Account Iota Feed berichtet von einem einzelnen Standort in Thüringen mit acht Sensoren. Eine öffentliche Bestätigung durch Jumbo Block, die Zanni Group oder den Betreiber des Standorts liegt bislang nicht vor.

Was der KRITIS-Termin bedeutet

KRITIS steht für Kritische Infrastrukturen. Gemeint sind Anlagen, die für lebenswichtige Dienstleistungen etwa in den Bereichen Energie, Wasser, Verkehr, Gesundheit, Ernährung oder Telekommunikation erheblich sind. Das KRITIS-Dachgesetz ergänzt die IT-Sicherheitsvorgaben des BSI-Gesetzes und von NIS-2 um Anforderungen an die physische und organisatorische Widerstandsfähigkeit.

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Nach § 8 des Gesetzes müssen Betreiber ihre Anlage spätestens drei Monate nach deren Einstufung als kritisch registrieren, wobei der 17. Juli 2026 lediglich den frühestmöglichen Termin markierte. Die hierfür entscheidende KRITIS-Verordnung ist jedoch noch nicht in Kraft. Laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe besteht deshalb derzeit keine Registrierungspflicht.

Zum Redaktionszeitpunkt handelte IOTA bei 0,03562 US-Dollar und verzeichnet innerhalb der letzten sieben Tage ein Minus von rund 5%. Die Marktkapitalisierung liegt bei etwa 162 Millionen USD, womit IOTA auf Rang 137 der größten Kryptowährungen liegt.