Clearpool richtet einen Teil seines institutionellen Kreditgeschäfts auf den XRP Ledger aus. Das am 11. September veröffentlichte Governance-Proposal verbindet die geplante XRPL-Expansion mit einem Umbau der Tokenomics und dem Wechsel von CPOOL zu CLEAR.

Beschlossen ist davon bislang nichts. Auf eine 14-tägige Diskussionsphase soll eine Snapshot-Abstimmung der Tokenholder folgen.

Clearpool ist seit 2021 im On-Chain-Kreditmarkt aktiv und hat nach eigenen Angaben bislang Kredite im Volumen von rund 965 Millionen US-Dollar vermittelt. Das Protokoll operiert bislang hauptsächlich auf Ethereum und weiteren EVM-Netzwerken. Auf XRPL soll die technische Architektur anders aussehen.

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RLUSD-Kredite sollen direkt auf XRPL abgewickelt werden

Clearpool will institutionelle Kreditprodukte nativ auf dem Ledger aufbauen. Grundlage dafür sollen die geplanten Standards XLS-65 für Single Asset Vaults und XLS-66 für Lending-Funktionen sein. Damit könnten Liquidität, Kreditvergabe, Rückzahlungen und Abrechnung direkt über XRPL-Strukturen laufen.

Als wesentliche Kreditwährung ist RLUSD vorgesehen, Ripples regulierter US-Dollar-Stablecoin. Hex Trust soll die Verwahrung übernehmen. Ripple und Cicada Partners sind ebenfalls in das Modell eingebunden. Ripple stellt Kapital als Limited Partner bereit, während Cicada Partners für Kreditrisikomanagement und den Aufbau der Borrower-Pipeline vorgesehen ist.

Die Zusammenarbeit kam nicht aus dem Nichts. Bereits am 20. August hatten die Beteiligten erste Details zu der geplanten Kooperation veröffentlicht.

Technisch bleibt allerdings eine wichtige Abhängigkeit bestehen. XLS-65 und XLS-66 müssen zunächst von den XRPL-Validatoren aktiviert werden. Solange das nicht geschieht, können die geplanten Kreditprodukte nicht produktiv starten. Tests laufen bereits im Devnet.

CLEAR erhält größere Supply und gebührenfinanzierte Burns

Parallel zur Expansion will Clearpool seinen bisherigen CPOOL-Token durch CLEAR ersetzen. Bestehende CPOOL-Bestände sollen im Verhältnis 1:1 migriert und unmittelbar freigeschaltet werden.

Der Hintergrund ist vor allem finanzieller Natur. Rund 99 Prozent des bestehenden CPOOL-Angebots sind laut Proposal bereits verteilt. Damit fehlen größere Reserven für neue Liquiditätsprogramme, Partnerschaften und Anreize rund um die XRPL-Expansion.

Bei der Migration soll CLEAR mit einer Supply von 1,125 Milliarden Token starten. 70 Prozent sind für bestehende CPOOL-Holder vorgesehen, 15 Prozent für Treasury und Partnerschaften, 10 Prozent für Ökosystem-Anreize und 5 Prozent für Contributors.

Durch weitere Unlocks könnte das Angebot innerhalb von drei Jahren auf etwa 1,429 Milliarden CLEAR steigen. Gleichzeitig sieht das Proposal vor, 50 Prozent der Protokollgebühren für Käufe von CLEAR am offenen Markt zu verwenden. Die erworbenen Token sollen anschließend dauerhaft verbrannt werden.

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Damit steht nicht nur eine technische Expansion zur Abstimmung. Clearpool koppelt den geplanten Einstieg auf XRPL direkt an eine veränderte Kapital- und Anreizstruktur. Ob diese tatsächlich umgesetzt wird, entscheiden zunächst die CPOOL-Holder. Die Migration ist derzeit ein Governance-Vorschlag, kein bereits vollzogener Tokenwechsel.