Ripple-Chefjurist Stuart Alderoty sieht weiterhin einen realistischen Weg für den CLARITY Act. Die erste Verfahrensabstimmung im US-Senat am 15. September wird jedoch zum entscheidenden Test. Bei einem Scheitern werden SEC und CFTC versuchen, die regulatorische Lücke selbst zu schließen.

Ripple ist optimistisch auch ohne Clarity Act

Alderoty äußerte sich beim Wyoming Blockchain Symposium 2026 im Gespräch mit The Block. Alderoty, der auch Präsident der National Cryptocurrency Association ist, betonte, dass am 15. September noch nicht über die endgültige Verabschiedung des Gesetzes abgestimmt wird:

„Am 15. September wird es im Senat die erste Verfahrensabstimmung geben. Im Grunde handelt es sich um einen Antrag, die Beratung aufzunehmen. Dafür sind 60 Stimmen nötig, um die Debatte zu eröffnen.“

Alderoty bezeichnete den Termin als Gradmesser dafür, ob das Gesetz eine Chance auf Verabschiedung hat. Die Abstimmung ist nicht mit einer finalen Annahme gleichzusetzen. Verfehlt der Antrag jedoch die erforderlichen 60 Stimmen, wäre der unmittelbare Weg zu einer Senatsdebatte blockiert.

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Für diesen Fall rechnet Alderoty damit, dass die beiden US-Finanzaufsichtsbehörden ihre eigenen Initiativen fortsetzen. Wie KryptoRevolution berichtete, haben sowohl die SEC als auch die CFTC deutlich gemacht, dass sie eigene Regeln machen werden, wenn der CLARITY Act scheitert. Alderoty sagte:

„Wenn es nicht gelingt, haben SEC und CFTC öffentlich erklärt, dass sie ihre Arbeit an Regeln für Krypto nicht einstellen werden. Die beiden Behörden arbeiten sehr eng zusammen, und das ist eine sehr gute Entwicklung.“

Alderoty bevorzugt dennoch eine gesetzliche Lösung. Behördenregeln können von einer späteren Administration geändert werden. Währenddessen schafft ein vom Kongress verabschiedetes Gesetz eine langjährige Grundlage. Alderoty erklärte:

„Wir wollen unbedingt ein Gesetz, denn ein Gesetz ist gewissermaßen unveränderlich und nur sehr schwer wieder rückgängig zu machen. Gesetzgebung wird immer durch Regulierung ergänzt. Regulierung wird es daher so oder so geben.“

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Ripple fordert Kompromiss beim CLARITY Act

Der Ripple-Manager appellierte zugleich an die beteiligten Parteien, den Gesetzentwurf nicht an einzelnen Streitfragen scheitern zu lassen. Bei einem Regelwerk von mehreren Hundert Seiten könne keine Interessengruppe sämtliche Forderungen durchsetzen:

„Wir dürfen nicht zulassen, dass Perfektion zum Feind des Guten wird. Ein Gesetz mit 300, 400, 500 oder vielleicht 600 Seiten wird niemals für jeden perfekt sein. Entscheidend ist, die großen Linien richtig zu setzen.“

Als Kernziele nannte Alderoty den Schutz von Verbrauchern, die Integrität der Märkte und Spielraum für technologische Innovation. Zu restriktive Vorgaben könnten Entwickler, Unternehmen und Kapital erneut aus den USA verdrängen.

Ripple selbst sieht sich regulatorisch bereits gut aufgestellt. Alderoty verwies neben dem Urteil im SEC-Verfahren auf die gemeinsame Interpretation von SEC und CFTC vom März, in der XRP ausdrücklich als Beispiel für einen digitalen Rohstoff genannt wird.