Der Hardwarewallet-Anbieter SafePal hat vor wenigen Stunden ein Datenleck bestätigt, bei dem Daten von 39.798 Kunden von Hackern gestohlen wurden.

Die Ursache war eine Schwachstelle in einem Plug-in für die Nachverfolgung von Kundenbestellungen. Dabei sind vor allem Bestellungen betroffen, die zwischen dem 2. März 2025 und dem 11. April 2026 aufgegeben wurden.

Laut Aussage des Unternehmens verschafften sich Unbefugte dabei Zugriff auf Namen, E-Mail-Adressen, Lieferanschriften, Telefonnummern und Angaben zu gekauften Produkten.

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Eine Aufschlüsselung nach Ländern hat SafePal bisher nicht veröffentlicht. Deshalb lässt sich derzeit nicht sagen, wie viele Kunden in Deutschland, Österreich oder der Schweiz betroffen sind. Da SafePal den Vorfall aber nicht auf bestimmte Regionen eingrenzt, könnten auch Bestellungen aus der DACH-Region betroffen sein.

Schwachstelle lag außerhalb der eigentlichen Wallet-Infrastruktur

Nach Angaben von SafePal lag die Ursache in einem Autorisierungsfehler innerhalb einer Erweiterung des Bestelltracking-Systems. Unter bestimmten Umständen konnten dadurch Informationen zu Bestellungen anderer Kunden abgerufen werden.

Die eigentlichen Zugangsdaten zu den Wallets waren nach bisherigem Stand nicht betroffen. Dazu zählen insbesondere Seed-Phrasen, Private Keys und Wallet-Passwörter. Auch Kreditkarteninformationen, Bankdaten und staatliche Ausweisdokumente sollen nicht Teil der kompromittierten Datensätze gewesen sein.

Damit führte der Vorfall nicht unmittelbar zu einem Zugriff auf Kryptowährungen. Für betroffene Nutzer bleibt das Risiko dennoch konkret. Die Kombination aus Name, Adresse, Telefonnummer und Informationen über den Kauf einer Hardware-Wallet kann für gezielte Phishing-Angriffe genutzt werden.

Gerade bei Hardware-Wallet-Nutzern ist das relevant. Ein Angreifer könnte sich etwa als SafePal-Support ausgeben und unter Bezug auf eine echte Bestellung versuchen, an eine Seed-Phrase zu gelangen.

Betroffene Nutzer wurden informiert

Laut dem Post auf X wurden betroffene Nutzer am 16.08.2026 per E-Mail über den Vorfall informiert. Alle Nutzer, die im oben genannten Zeitraum eine Bestellung aufgegeben haben, sollten ihren Posteingang überprüfen, um festzustellen, ob sie betroffen sind.

Wichtig ist hierbei dennoch, auf keine externen Links in der E-Mail zu klicken, sondern immer darauf zu achten, dass der Absender auch wirklich zu 100 % von SafePal selbst stammt und nicht von dubiosen E-Mail-Adressen. SafePal hat außerdem eine Webseite eingerichtet, auf der Nutzer prüfen können, ob sie betroffen sind:

“Alle betroffenen Kunden wurden individuell per E-Mail benachrichtigt. Außerdem haben wir diese Webseite https://safepal.com/scam-protection
veröffentlicht, auf der Kunden anhand ihrer Bestellnummer und ihres Versandlandes überprüfen können, ob sie betroffen sind.”

Die Schwachstelle wurde inzwischen geschlossen. Darüber hinaus wurde eine Sicherheitsfirma beauftragt, die jetzigen Implementierungen sowie die komplette Infrastruktur erneut auf Schwachstellen zu prüfen und ein vollständiges Sicherheitsaudit zu erstellen.

SafePal will außerdem die Speicherdauer personenbezogener Daten im betroffenen Bestellsystem auf 90 Tage reduzieren, sofern keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten entgegenstehen. Auch Logistik- und Fulfillment-Partner werden überprüft, um auszuschließen, dass Daten außerhalb der eigenen Systeme betroffen waren.

SafePal leider kein Einzelfall

Wie wir bereits berichteten, konnten Angreifer bei dem kanadischen Walletanbieter Coldcard insgesamt 1.816 Bitcoin stehlen, mit einem gegenwärtigen Gesamtwert von mehr als 100 Millionen USD.

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Diese Entwicklungen zeigen, dass die Verwendung von Hardware-Wallets weiterhin sicher ist, jedoch auch diese keine 100-prozentige Sicherheit garantieren. Cardano-Gründer Charles Hoskinson hat mit Midnight eine Sicherheitslösung ins Leben gerufen, die Nutzer vor solchen Zwischenfällen wie bei Coldcard oder SafePal schützen soll.

Weiterhin kann die Verwendung von Multisignatur-Wallets sinnvoll sein. Einen guten Einstieg gibt es für alle interessierten Leser hier (klicken!).