Strategy will trotz seiner Bitcoin-Verkäufe im Sommer langfristig ein Netto-Käufer bleiben. CEO Phong Le bezeichnete das Modell in einem Bloomberg-Interview jedoch ausdrücklich als „Two-way-Strategy“: Käufe und Verkäufe sollen künftig von den Kapitalkosten und nicht vom Bitcoin-Kurs abhängen.

Warum Strategy Bitcoin zum höheren Preis zurückkauft

Nach einer zehnwöchigen Pause kaufte Strategy 4.603 Bitcoin für 369,7 Millionen US-Dollar. Der durchschnittliche Kaufpreis lag bei 80.318 US-Dollar. Auf die Frage, warum Strategy Bitcoin zunächst für rund 60.000 bis 65.000 US-Dollar verkauft und später oberhalb von 80.000 US-Dollar zurückgekauft habe, antwortete Le:

„Wir treffen unsere Entscheidungen über Bitcoin nicht auf Grundlage des Bitcoin-Preises. In den vergangenen zwei Monaten haben wir unsere Bilanz gestärkt. Dadurch ist auch der Wert unseres Eigenkapitals gestiegen, was es profitabler macht, MSTR-Aktien zu verkaufen und mit den Erlösen Bitcoin zu kaufen.“

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Während der Kaufpause verkaufte Strategy rund 6.900 Bitcoin für etwa 429 Millionen US-Dollar. Damit finanzierte das Unternehmen unter anderem Dividenden und Rückkäufe. Le bereut die Verkäufe nicht:

„Es war damals die richtige Transaktion, Bitcoin zu verkaufen, um einen Teil unserer STRC-Dividenden zu finanzieren. Jetzt ist es die richtige Transaktion, MSTR-Aktien mit einem Aufschlag zu verkaufen und Bitcoin zu kaufen. Beide Transaktionen waren zum jeweiligen Zeitpunkt richtig.“

Damit vollzieht Strategy einen Strategiewechsel bei seinen Bitcoin-Beständen:

„Es ist eine Two-way-Strategie. Es wird Zeiten geben, in denen es sinnvoll ist, Bitcoin zu verkaufen. Die rund 7.000 verkauften Bitcoin entsprechen weniger als einem Prozent unseres Gesamtbestands. Gleichzeitig haben wir unsere Bitcoin-Bestände in diesem Jahr um rund 30 Prozent erhöht.“

Kurzfristig erwartet Le keine weiteren Verkäufe. Er geht nach eigenen Angaben von einem starken Bitcoin-Bullenmarkt aus und stellte Käufe auf deutlich höheren Kursniveaus in Aussicht:

„Wir werden Bitcoin bei 80.000 US-Dollar kaufen. Wahrscheinlich werden wir auch bei 90.000 und 100.000 US-Dollar kaufen. Wenn Bitcoin bei einem neuen Allzeithoch von 130.000 US-Dollar steht, werden wir ebenfalls kaufen. Die Leute werden sagen, wir kaufen am Hoch. Wenn Bitcoin dann bei 260.000 US-Dollar steht, werden sie sagen, dass 130.000 US-Dollar ein guter Kaufpreis war.“

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Entscheidend bleiben laut Le die Finanzierungskosten und die erwartete Rendite.

Strategy verfügte Ende August über eine zweckgebundene USD-Reserve von 5,10 Milliarden US-Dollar und weitere Barmittel von 1,61 Milliarden US-Dollar. Die Nettoverschuldung sei laut Le innerhalb von zwei Monaten von rund sieben Milliarden US-Dollar auf null gefallen.

Sollten die 6,71 Milliarden US-Dollar vollständig aufgebraucht werden, könnte Strategy erneut Bitcoin verkaufen oder weiteres Eigenkapital aufnehmen. Das frühere Versprechen, niemals Bitcoin zu veräußern, ist damit endgültig Geschichte.

Le kritisierte außerdem den möglichen Ausschluss von Strategy aus mehreren MSCI-Indizes. Gemeinsam mit Michael Saylor bezeichnete er den Vorschlag in einem Schreiben an MSCI als „diskriminierend, willkürlich und fehlgeleitet“.

Die unmittelbare Bedeutung spielte Le jedoch herunter. Nur rund drei Prozent der ausstehenden MSTR-Aktien befänden sich in Fonds, die MSCI-Indizes nachbilden. MSCI nimmt bis zum 30. September Stellungnahmen entgegen und will seine Entscheidung spätestens am 16. Oktober veröffentlichen.