VeChain hat vor wenigen Stunden auf X bekanntgegeben, dass die Umsetzung der Renaissance-Roadmap auf den Weg gebracht wird. Das unter der Bezeichnung VIP-255 geführte Interstellar-Upgrade erhielt gestern grünes Licht und passierte damit erfolgreich die Abstimmung der Stakeholder.

Technisch kann dieses Protokoll-Upgrade als eines der umfangreichsten in der Geschichte von VeChain angesehen werden. Hierbei werden insgesamt elf Ethereum Improvement Proposals (EIPs) übernommen.

Damit nähert sich das Netzwerk dem aktuellen Entwicklungsstand der Ethereum Virtual Machine an und schafft Kompatibilität mit Änderungen aus den Ethereum-Upgrades Cancun, Prague und Osaka.

Eine engere EVM-Kompatibilität senkt die Hürden für Entwickler, die Anwendungen oder Smart Contracts aus dem Ethereum-Ökosystem auf VeChainThor übertragen wollen. Gleichzeitig soll sie die Grundlage für eine stärkere Interoperabilität zwischen Blockchains schaffen.

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Was sich technisch ändert

Ein großer Teil des Upgrades spielt sich im technischen Hintergrund von VeChain ab. Was zunächst kompliziert klingt, soll vor allem dafür sorgen, dass Anwendungen einfacher entwickelt, günstiger betrieben und leichter von Ethereum auf VeChain übertragen werden können.

So führt VeChain mit EIP-1153 eine Art Kurzzeitspeicher für Smart Contracts ein. Daten, die nur während einer Transaktion benötigt werden, müssen dadurch nicht dauerhaft gespeichert werden. Das kann bestimmte Anwendungen günstiger und effizienter machen. EIP-5656 verbessert wiederum die Art, wie Daten innerhalb eines Smart Contracts kopiert werden.

Weitere Änderungen betreffen bestehende Befehle der Ethereum Virtual Machine. Vereinfacht gesagt geht es darum, VeChain technisch stärker an das Verhalten moderner Ethereum-Anwendungen anzupassen.

Für Entwickler bedeutet das vor allem eines: Wer bereits für Ethereum programmiert, soll seine Anwendungen künftig mit weniger Anpassungsaufwand auf VeChainThor einsetzen können.

Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der Kryptografie – also den mathematischen Verfahren, mit denen Transaktionen abgesichert und Nutzer eindeutig identifiziert werden.

Mit EIP-2537 unterstützt VeChain künftig die BLS12-381-Kurve. Sie spielt unter anderem bei sogenannten Zero-Knowledge-Technologien eine Rolle, mit denen sich Informationen verifizieren lassen, ohne sämtliche zugrunde liegenden Daten offenzulegen.

Für den Alltag potenziell greifbarer ist EIP-7951. Dadurch unterstützt VeChain den Sicherheitsstandard secp256r1, der bereits in vielen Smartphones, Computern und Unternehmenssystemen verwendet wird. Das erleichtert die Einbindung von Technologien wie Passkeys, Fingerabdruck- oder Gesichtserkennung in Blockchain-Anwendungen.

Für Nutzer könnte das langfristig bedeuten, dass VeChain-Wallets und andere Anwendungen weniger wie klassische Krypto-Software wirken und sich stärker wie gewöhnliche Apps bedienen lassen.

Auch einige Sicherheits- und Gebührenmechanismen werden mit dem Upgrade überarbeitet.

VeChain setzt neue technische Grenzen

Interstellar setzt zudem klarere technische Grenzen für einzelne Transaktionen und Blöcke.

Künftig darf eine einzelne Transaktion maximal 16.777.216 Gas verbrauchen. Gas lässt sich vereinfacht als Maß dafür verstehen, wie viel Rechenarbeit eine Transaktion von der Blockchain verlangt. Zusätzlich wird die maximale Größe eines Blocks auf 8 MiB begrenzt.

Für den normalen Nutzer sind diese Zahlen kaum relevant. Für das Netzwerk selbst sind sie es jedoch.

Ohne solche Grenzen könnten einzelne besonders große oder komplexe Transaktionen einen unverhältnismäßig hohen Teil der verfügbaren Rechenleistung beanspruchen. Das kann die Verarbeitung verlangsamen und den Betrieb eines Nodes – also eines Rechners, der das Netzwerk mit absichert – aufwendiger machen.

VeChain versucht damit, einen klassischen Zielkonflikt zu lösen: Das Netzwerk soll leistungsfähig genug für komplexe Anwendungen bleiben, gleichzeitig aber nicht so anspruchsvoll werden, dass nur noch besonders große Betreiber einen Node unterhalten können.

Auch historische Blockdaten sollen künftig leichter für Smart Contracts verfügbar sein. Das ist vor allem für Anwendungen interessant, die Informationen über frühere Zustände der Blockchain benötigen.

Interstellar soll VeChainThor stärker an Ethereum-Standards heranführen und es Entwicklern erleichtern, bestehende Smart Contracts, Tools und Erfahrungen ohne großen Zusatzaufwand zu übernehmen. Ob das tatsächlich mehr Unternehmen und Anwendungen ins Netzwerk bringt, bleibt offen – die technische Einstiegshürde wird durch das Upgrade aber deutlich kleiner.

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VeChain-Kurs steigt nach Krypto-Gipfel

Der Kurs von VET ist in den letzten 24 Stunden um 11,6 Prozent auf 0,0004898 USD gestiegen.

Dieser Kursanstieg ist auf den gestrigen Krypto-Gipfel in Washington zurückzuführen. Dabei empfing US-Präsident Trump führende Vertreter aus Politik, Regulierung und Kryptoindustrie, darunter SEC-Chair Paul Atkins, Coinbase-CEO Brian Armstrong sowie Ripple-CEO Brad Garlinghouse.

Hauptthemen waren der Clarity Act sowie die künftige Entwicklung und Regulierung des Kryptomarktes in den USA. Konkrete Ankündigungen zu Bitcoin-Käufen durch die US-Regierung machte Trump nicht.

Er deutete lediglich an, entsprechende Empfehlungen prüfen zu wollen, bestätigte jedoch weder ein konkretes Startdatum noch einen möglichen Umfang.