Die Bank of England und Chainlink haben getestet, wie sich Zentralbankgeld und tokenisierte Vermögenswerte gleichzeitig abwickeln lassen. Der Versuch fand im Synchronization Lab der britischen Notenbank statt und nutzte die Chainlink Runtime Environment, kurz CRE.

Zahlung und Übertragung werden technisch gekoppelt

Bei dem Pilotprojekt koordinierte CRE zwei Vorgänge, die bislang meist in getrennten Systemen stattfinden: die Zahlung in Zentralbankgeld und die Übertragung eines digitalen Vermögenswerts auf einer öffentlichen Blockchain. Beide Seiten der Transaktion wurden in Echtzeit miteinander verknüpft.

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Der entscheidende Punkt ist die atomare Abwicklung. Zahlung und Eigentumsübertragung werden entweder gemeinsam ausgeführt oder gar nicht. Es soll also nicht passieren, dass das Geld bereits transferiert wurde, während der Vermögenswert wegen einer fehlenden Bestätigung oder eines technischen Fehlers beim bisherigen Eigentümer bleibt.

Das Prinzip ist im traditionellen Wertpapiergeschäft als „Delivery versus Payment“ bekannt. Neu ist hier weniger die finanzielle Logik als ihre Umsetzung über unterschiedliche technische Umgebungen hinweg. Zentralbankgeld verbleibt innerhalb der bestehenden Finanzinfrastruktur, während der tokenisierte Vermögenswert über ein dezentrales Register bewegt wird.

Genau diese Verbindung gilt als eine der praktischen Hürden für institutionelle Blockchain-Anwendungen. Banken und Marktbetreiber können Wertpapiere zwar tokenisieren. Für die Abwicklung benötigen sie aber weiterhin ein Zahlungsmittel, das keinen zusätzlichen Kredit- oder Gegenparteirisiken unterliegt. Zentralbankgeld erfüllt diese Funktion, liegt jedoch gewöhnlich nicht auf einer öffentlichen Blockchain.

Drei Schnittstellen teilen Kontrolle und Bestätigung

Die getestete Architektur arbeitet mit drei getrennten Oberflächen. Über die Benutzeroberfläche des Synchronization Operator wird der Transaktionsablauf gesteuert. Ein CRE-Monitoring-Hub verfolgt die beteiligten Blockchain- und Systemprozesse. Die Bestätigung der Zentralbankzahlung erfolgt über ein eigenes Portal.

Diese Trennung dürfte für regulierte Finanzinstitute entscheidend sein. Operative Steuerung, technische Überwachung und finale Zahlungsbestätigung bleiben klar voneinander abgegrenzt. CRE fungiert dabei als Orchestrierungsschicht. Die Plattform verwahrt weder das Zentralbankgeld noch die tokenisierten Vermögenswerte, sondern übermittelt und verarbeitet die notwendigen Nachrichten zwischen den Systemen.

Der Versuch bestätigt nach Angaben der Beteiligten die technische Machbarkeit einer solchen Echtzeitabwicklung. Ein produktiver Einsatz wurde damit allerdings nicht angekündigt. Auch handelt es sich nicht um einen Test eines digitalen Pfunds. Verwendet wurde Zentralbankgeld innerhalb einer Versuchsumgebung.

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Für einen Einsatz im regulären Markt sind weitere regulatorische Fragen zu klären. Dazu gehören Transaktionsvolumen, Datenschutz, Ausfallsicherheit und die Auswahl geeigneter öffentlicher Blockchains. Ebenso offen ist, wie Geschäftsbanken, Verwahrer und bestehende Wertpapierinfrastrukturen in einen solchen Ablauf eingebunden würden.