Was ist Stellar (XLM)? Zahlungen, Anker, MoneyGram, RWAs, Soroban und Tokenomics

Stellar ist eine öffentliche Blockchain, die für schnelle, günstige und grenzüberschreitende Zahlungen entwickelt wurde. Das Netzwerk soll Banken, Fintechs und Unternehmen miteinander verbinden und den Transfer von digitalen Vermögenswerten vereinfachen. Der native Coin des Netzwerks heißt Lumens, kurz XLM.

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Was ist Stellar?

Stellar wurde 2014 von Jed McCaleb und Joyce Kim gegründet. McCaleb war zuvor Mitgründer von Ripple. Deshalb werden Stellar und XRP bis heute häufig miteinander verglichen.

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Du möchtest Stellar besser einordnen oder XLM praktisch nutzen? Diese Ratgeber führen dich zu Kaufmöglichkeiten, passenden Wallets, aktuellen Nachrichten und wichtigen Marktdaten.

Die Entwicklung wird von der Stellar Development Foundation, kurz SDF, geleitet. Die SDF ist eine gemeinnützige Organisation und für die Ökosystementwicklung, die technische Roadmap, Partnerschaften und Förderprogramme zuständig.

Start
2014
Gründer
McCaleb / Kim
Native Coin
XLM

Nutzer können XLM oder andere auf Stellar ausgegebene Vermögenswerte versenden. Dazu gehören Stablecoins, tokenisierte Fondsanteile oder andere Token.

Eine Transaktion auf Stellar wird an das Netzwerk gesendet, von Validatoren geprüft und innerhalb weniger Sekunden finalisiert. Die Gebühren sind sehr niedrig.

22,5 Mrd.
Verarbeitete Operationen
99,99 %
Uptime
10,6 Mio.
Eindeutige Adressen
Eine Stellar-Transaktion kann mehrere Operationen enthalten. Eine Operation kann beispielsweise eine Zahlung, ein Token-Transfer, ein Angebot auf der dezentralen Börse oder eine Kontoänderung sein.

Die nachfolgende Infografik zeigt wie Stellar-Transaktionen funktionieren.

Infografik erklärt, wie Stellar-Transaktionen mit XLM, Operationen, Validatoren, SCP-Konsens, Gebühren und Ankern funktionieren
Infografik: So funktionieren Stellar-Transaktionen – von der Wallet über Operationen und Validatoren bis zum finalen Ledger-Abschluss.

Was sind Anker im Stellar-Netzwerk?

Anker sind Unternehmen oder Finanzdienstleister, die reale Vermögenswerte mit Stellar verbinden. Sie können beispielsweise eine Fiatwährung wie US-Dollar oder Euro entgegennehmen und dafür einen digitalen Token auf Stellar ausgeben.

Ein Nutzer kann dann einen Dollar-Token auf Stellar versenden, während der Anker für Ein- und Auszahlung in die echte Währung sorgt. Das macht Stellar besonders relevant für Stablecoins und internationale Zahlungen.

1

Fiatgeld einzahlen

2

Token ausgeben

3

Über Stellar versenden

4

In Fiatgeld auszahlen

In der Theorie entsteht dadurch ein globales Zahlungsnetzwerk, das schneller und günstiger sein kann als klassische Banküberweisungen.

Welche Rolle spielt XLM?

XLM ist der native Coin von Stellar. Er erfüllt mehrere technische Funktionen im Netzwerk.

Erstens werden Transaktionsgebühren in XLM bezahlt. Diese Gebühren sind sehr gering, sollen aber Spam verhindern. Zweitens benötigt jedes Stellar-Konto ein Mindestguthaben in XLM. Auch dies soll verhindern, dass das Netzwerk mit Millionen nutzloser Konten oder Datenobjekte überflutet wird.

Drittens kann XLM als Brückenwährung zwischen verschiedenen Vermögenswerten dienen. Wenn es beispielsweise keinen direkten liquiden Markt zwischen zwei Token gibt, kann ein Tausch theoretisch über XLM erfolgen.

Der wichtigste Punkt für Investoren ist jedoch: Die Nutzung der Stellar-Blockchain bedeutet nicht automatisch eine starke Nachfrage nach XLM. Es gibt keine starke Kopplung, wie etwa bei Hyperliquid oder Uniswap.

Viele Anwendungen auf Stellar nutzen Stablecoins oder tokenisierte Vermögenswerte. XLM wird zwar für Gebühren und Mindestreserven benötigt, aber nicht jede Zahlung erzeugt automatisch eine hohe Nachfrage nach XLM.

Das ist einer der zentralen Gründe, warum Stellar als Netzwerk starke Adoption findet, während XLM als Investment trotzdem enttäuschen kann.

Stellar und MoneyGram

MoneyGram ist einer der wichtigsten realen Partner im Stellar-Ökosystem. Die Zusammenarbeit zwischen MoneyGram und der Stellar Development Foundation begann bereits 2021.

Ziel ist es, digitale Vermögenswerte mit realen Bargeld- und Zahlungsnetzwerken zu verbinden.

Partnerschaft
seit 2021
Verlängerung
April 2026
Stablecoin
MGUSD

Im April 2026 verlängerten MoneyGram und die SDF ihre Partnerschaft. Sie verwiesen dabei unter anderem auf das weltweit größte Cash-On- und Off-Ramp-Netzwerk für digitale Vermögenswerte, die MoneyGram Ramps API und eine Stablecoin-Balance in der MoneyGram-App.

Im Juni 2026 startete MoneyGram mit MGUSD zudem einen eigenen US-Dollar-Stablecoin auf Stellar. MGUSD soll zunächst für Treasury-Management, Settlement und Währungshandel genutzt werden, später aber global ausgeweitet werden.

Real World Assets auf Stellar

Ein besonders wichtiger Bereich für Stellar sind Real World Assets, kurz RWAs. Damit sind reale Vermögenswerte gemeint, die als digitale Token auf einer Blockchain abgebildet werden.

Dazu gehören vor allem Geldmarktfonds, US-Staatsanleihen, kurzfristige Anleiheprodukte, private Kreditmärkte und andere regulierte Finanzinstrumente.

Stellar ist im RWA-Bereich stärker positioniert, als viele Anleger wahrnehmen. Mehrere institutionelle und spezialisierte Anbieter nutzen das Netzwerk für tokenisierte Finanzprodukte.

Franklin Templeton

Nutzt Stellar für BENJI, den Franklin OnChain U.S. Government Money Fund.

WisdomTree

Nutzt Stellar für digitale Fonds und tokenisierte Anlageprodukte.

Ondo Finance

Bietet tokenisierte Finanzprodukte wie USDY an.

Spiko

Tokenisiert Geldmarktfonds und kurzfristige Staatsanleiheprodukte.

Liqvid

Arbeitet an einem Stellar-nativen RWA-Lending-Markt.

Ascend

Baut regulierte RWA-Kreditinfrastruktur mit Compliance-Fokus.

Was ist Soroban?

Soroban ist die Smart-Contract-Plattform von Stellar. Sie wurde entwickelt, um das Netzwerk über einfache Zahlungen und Token-Transfers hinaus zu erweitern.

Mit Soroban können Entwickler dezentrale Anwendungen, Finanzprotokolle, Automatisierungen und komplexere Vertragslogik auf Stellar bauen. Smart Contracts wurden im März 2024 offiziell auf Stellar eingeführt.

100 Mio. USD
Soroban Adoption Fund
März 2024
Smart Contracts eingeführt
Einschränkung:
Stellar ist kein DeFi-fokussiertes Netzwerk wie Ethereum, Solana oder BNB Chain. Mit Soroban ändert sich das langsam, doch im DeFi-Vergleich bleibt Stellar weiterhin klein.

Die wichtigsten Stellar-Upgrades

Stellar wurde seit 2024 deutlich erweitert. Besonders wichtig sind die Protokoll-Upgrades seit der Einführung von Soroban, weil Stellar dadurch von einem reinen Zahlungsnetzwerk stärker zu einer Plattform für Smart Contracts, Stablecoins und RWAs wurde.

Protocol 20:
Brachte im Februar 2024 Soroban-Smart-Contracts auf das Stellar-Mainnet.
Protocol 21:
Verbesserte Soroban im Juni 2024, unter anderem durch Passkey-Unterstützung, bessere Validator-Performance und optimierte Gebührenmodelle.
Protocol 22:
Machte Smart Contracts entwicklerfreundlicher und brachte Constructors sowie neue kryptografische Funktionen.
Protocol 23 „Whisk“:
Machte Stellar schneller und effizienter, unter anderem durch parallele Transaktionsausführung, niedrigere Soroban-Kosten und bessere Asset-Events.
Protocol 24:
War ein Stabilitäts-Upgrade und behob technische Probleme rund um die State-Archival-Funktion.
Protocol 25 „X-Ray“:
Ging im Januar 2026 live und brachte Datenschutzfunktionen mit Zero-Knowledge-Kryptografie in das Netzwerk.
Protocol 26 „Yardstick“:
Wurde im Mai 2026 aktiviert und brachte mit Quorum Freeze eine neue Sicherheitsfunktion, die bei schweren Vorfällen bestimmte Ledger Keys einfrieren kann.
Protocol 27 „Zipper“:
Ging im Juli 2026 live und brachte Authentication Delegation. Dadurch werden Smart Accounts, Multi-Signature-Lösungen, Social Recovery und moderne Wallet-Funktionen einfacher umsetzbar.

XLM-Tokenomics

Beim Start des Stellar-Netzwerks wurden 100 Milliarden XLM geschaffen. In den ersten Jahren kam durch den damaligen Inflationsmechanismus jährlich ein Prozent hinzu.

Insgesamt entstanden dadurch rund 5,44 Milliarden zusätzliche XLM. Damit existierten historisch rund 105,44 Milliarden XLM. Diese Inflation wurde am 28. Oktober 2019 per Validator-Vote abgeschafft. Seitdem werden keine neuen XLM mehr erzeugt.

Ursprünglich
100 Mrd.
Historisch
105,44 Mrd.
Burn 2019
55,44 Mrd.
Total Supply
50,0018 Mrd.

Im November 2019 verbrannte die Stellar Development Foundation rund 55,44 Milliarden XLM. Dadurch sank das gesamte Angebot auf rund 50 Milliarden XLM. Der heutige Total Supply liegt bei etwa 50,0018 Milliarden XLM.

Davon befinden sich aktuell rund 34,1 Milliarden XLM im Umlauf. Das entspricht ungefähr 68 Prozent des gesamten Angebots. Rund 15,9 Milliarden XLM sind damit noch nicht frei im Markt zirkulierend.

34,1 Mrd.
XLM im Umlauf
68 %
Des gesamten Angebots
15,9 Mrd.
Nicht frei zirkulierend
Jede Transaktion wird in XLM bezahlt. Die Mindestgebühr liegt bei 0,00001 XLM. Außerdem benötigt jedes Stellar-Konto ein Mindestguthaben von derzeit 1 XLM.

Warum ist XLM so stark gefallen?

XLM erreichte im Krypto-Hype Anfang 2018 ein Allzeithoch von 0,8756 US-Dollar. Am 9. Juli 2026 lag der Kurs nur noch bei rund 0,197 US-Dollar.

Abstand zum Allzeithoch
rund −77 %

Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei rund 6,16 Milliarden US-Dollar.

Sicherlich ist ein Teil des Crashs mit dem aktuellen Krypto-Bärenmarkt und den makroökonomischen Bedingungen zu erklären. Den 77-Prozent-Crash von XLM nur damit zu begründen, wäre aber falsch.

XLM hat ein grundlegendes Problem:
Stellar ist als Netzwerk real adaptiert und genutzt, aber XLM wird oft nicht wirklich gebraucht. Die Tokenomics sind nicht stark darauf ausgelegt, den XLM-Kurs zu fördern.

Das sieht man besonders an den Gebühren. Die durchschnittliche Stellar-Transaktionsgebühr lag im ersten Quartal 2026 nur bei 0,00026 US-Dollar. Die täglichen Transaktionsgebühren lagen im Durchschnitt bei lediglich 1.228 US-Dollar.

Auf Quartalsbasis entsprachen die Gebühren 573.690 XLM. Hochgerechnet auf ein Jahr wären das nur rund 2,3 Millionen XLM – bei rund 34 Milliarden XLM im Umlauf also weniger als 0,01 Prozent des zirkulierenden Angebots.

Genau hier liegt der entscheidende Unterschied zu Coins mit starken Tokenomics wie Hyperliquid. Diese haben einen eingebauten Burn-Mechanismus und ein Buyback-Programm, welches die Nachfrage nach XLM an die Nutzung des Protokolls koppelt.

Stellar nimmt nur in sehr begrenztem Umfang XLM-Burns vor. Ein Rückkaufprogramm, das mit Aktienrückkäufen vergleichbar wäre, besteht nicht.

Sollte man XLM kaufen?

Stellar ist ein seriöses Altcoin-Projekt. Es hat echte Partner, niedrige Gebühren, eine lange Betriebshistorie und reale Adoption.

Allerdings muss man sich über etwas im Klaren sein: Es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen der Stellar-Blockchain und XLM. Das Netzwerk kann für Stablecoins, RWAs und Zahlungen nützlich sein, ohne dass der XLM-Kurs automatisch stark steigt.

Viele Anwendungen nutzen Stellar als Infrastruktur, aber der direkte Wertfluss zum Coin ist eher schwach.

Unsere ehrliche Meinung:

Stellar ist kein Scam. Als Netzwerk ist es sogar deutlich glaubwürdiger als viele andere Altcoins. Als Investment ist XLM aber schwierig, weil der Coin bisher nicht bewiesen hat, dass reale Netzwerk-Nutzung auch zu starker XLM-Nachfrage führt.

Häufig gestellte Fragen zu Stellar

Die folgenden Antworten behandeln praktische Fragen zu Wallets, Börsenüberweisungen, Memos, Trustlines und der sicheren Nutzung von XLM. Wenn dich eine Frage interessiert, klicke einfach darauf, um die Antwort zu sehen.

Welche Wallet benötigt man für Stellar?

Für XLM wird eine Wallet benötigt, die das Stellar-Netzwerk unterstützt. Nutzer können zwischen mobilen Wallets, Browser-Wallets, Desktop-Wallets und Hardware-Wallets wählen. Wichtig ist, dass die Wallet Stellar-Adressen, Memos und Stellar-Assets korrekt unterstützt.

Was ist ein Memo bei Stellar?

Ein Memo ist ein zusätzlicher Hinweis bei einer Stellar-Transaktion. Viele Kryptobörsen nutzen eine gemeinsame Einzahlungsadresse für mehrere Kunden und ordnen die Einzahlung erst über das Memo dem richtigen Nutzerkonto zu.

Was passiert, wenn man XLM ohne Memo an eine Börse sendet?

Fehlt bei einer Börseneinzahlung das erforderliche Memo, kann die Börse die Zahlung oft nicht automatisch zuordnen. In manchen Fällen kann der Support die Einzahlung manuell prüfen, eine Wiederherstellung ist aber nicht garantiert und kann Gebühren verursachen.

Kann man eine Stellar-Transaktion rückgängig machen?

Nein. Sobald eine Stellar-Transaktion bestätigt wurde, kann sie nicht zurückgebucht werden. Bei einer falschen Adresse oder einem fehlenden Memo hängt eine Rückgabe vollständig vom Empfänger oder der jeweiligen Börse ab.

Was ist eine Trustline bei Stellar?

Eine Trustline ist eine aktive Zustimmung einer Wallet, ein bestimmtes Stellar-Asset zu halten. Wer beispielsweise einen Stablecoin oder einen anderen Token auf Stellar empfangen möchte, muss dafür häufig zuerst eine Trustline zum jeweiligen Asset einrichten.

Warum kann nicht das gesamte XLM-Guthaben versendet werden?

Stellar-Konten benötigen eine Mindestreserve. Deshalb bleibt immer ein kleiner Teil des XLM-Guthabens im Konto gebunden. Zusätzliche Trustlines, Angebote oder andere Kontoobjekte können diese gebundene Reserve erhöhen.

Kann man XLM staken?

Nein. Stellar verwendet kein Proof-of-Stake-System. XLM kann daher nicht direkt im Netzwerk gestakt werden. Angebote mit XLM-Erträgen sind meist Lending-, Earn- oder Börsenprodukte und enthalten zusätzliche Gegenparteirisiken.

Ist eine Stellar-Adresse öffentlich einsehbar?

Ja. Stellar ist eine öffentliche Blockchain. Transaktionen, Konten und viele Asset-Bewegungen können über Explorer eingesehen werden. Stellar ist daher nicht mit Privacy Coins wie Monero vergleichbar.

Was ist der Unterschied zwischen XLM in der eigenen Wallet und XLM auf einer Börse?

In einer eigenen Wallet kontrolliert der Nutzer die privaten Schlüssel selbst. Auf einer Börse besitzt der Nutzer dagegen nur einen Anspruch gegenüber dem Anbieter. Bei Auszahlungsstopps, Kontosperrungen oder Börsenproblemen entsteht dadurch ein zusätzliches Risiko.

Kann man Stellar-Assets direkt an jede Börse senden?

Nein. Börsen unterstützen meist nur bestimmte Stellar-Assets. Vor einer Einzahlung sollte geprüft werden, ob die Börse genau dieses Asset, den richtigen Issuer und das Stellar-Netzwerk akzeptiert. Andernfalls kann die Einzahlung verloren gehen.

Was bedeutet „Issuer“ bei Stellar-Assets?

Der Issuer ist die Adresse oder Organisation, die ein Asset auf Stellar ausgibt. Zwei Token können denselben Namen tragen, aber von unterschiedlichen Issuern stammen. Deshalb sollte bei Stellar-Assets immer der richtige Issuer überprüft werden.

Muss man Gewinne mit XLM versteuern?

Die steuerliche Behandlung hängt vom Wohnsitz, der Haltedauer und der konkreten Nutzung ab. Verkäufe, Tauschgeschäfte, Erträge aus Börsenprodukten und der Handel mit Stellar-Assets können steuerlich relevant sein. Alle Transaktionen sollten dokumentiert werden.