Bitcoin verlor die Marke von 80.000 US-Dollar, während der milliardenschwere Binance-Hack den Kryptomarkt erschütterte. Bei den US-Spot-ETFs endete die Woche mit deutlichen Abflüssen. In Deutschland wuchs der Widerstand gegen die Abschaffung der Krypto-Haltefrist.
Daneben prägten Ripples Bankzulassung und Robinhood-Partnerschaft, neue Hyperliquid-Pläne des NYSE-Mutterkonzerns ICE sowie Entwicklungen bei Cardano, IOTA und Stellar die Nachrichten. Das waren die wichtigsten Themen auf Kryptorevolution vom 26. bis 31. Oktober 2026.
Bitcoin fällt nach Binance-Hack unter 77.000 Dollar
Zum Wochenauftakt kämpfte Bitcoin noch um die Unterstützung bei 80.000 Dollar. Nach den Meldungen zum Binance-Hack fiel der Kurs zeitweise auf rund 76.650 Dollar. Die anschließende Gegenbewegung über 78.000 Dollar hielt nicht dauerhaft. Beim Datenabruf am Samstag notierte BTC bei rund 77.400 Dollar.
Tipp der Redaktion: Binance-Hack-Nachbeben: Droht eine Bitcoin-Kurslawine auf 70.000 USD?
Zusätzlich belastete das Umfeld an den Aktienmärkten. Wie unsere Samstagsanalyse zeigt, verlor der Nasdaq Composite am Freitag 2,9 Prozent, der S&P 500 gab 1,8 Prozent nach. Hohe Ölpreise und Zinssorgen erschwerten eine nachhaltige Erholung.
Bitcoin- und Ethereum-ETFs verlieren zusammen 634 Millionen Dollar
Die aktuellen Farside-Daten zeigen bei den Bitcoin-ETFs zunächst vier Tage mit Zuflüssen. Zusammen kamen 440,8 Millionen Dollar hinzu. Am Freitag wurden jedoch 643,2 Millionen Dollar abgezogen. Die Wochenbilanz drehte dadurch auf minus 202,4 Millionen Dollar.
Bei den Ethereum-ETFs überwogen an allen fünf Handelstagen die Rückgaben. Insgesamt verloren sie 431,4 Millionen Dollar. Für beide Kategorien ergibt sich ein Nettoabfluss von 633,8 Millionen Dollar.
| Handelstag | Bitcoin-ETFs | Ethereum-ETFs |
|---|---|---|
| 26. Oktober | +110,3 Mio. USD | −88,6 Mio. USD |
| 27. Oktober | +176,0 Mio. USD | −60,2 Mio. USD |
| 28. Oktober | +137,3 Mio. USD | −21,4 Mio. USD |
| 29. Oktober | +17,2 Mio. USD | −105,5 Mio. USD |
| 30. Oktober | −643,2 Mio. USD | −155,7 Mio. USD |
| Wochensumme | −202,4 Mio. USD | −431,4 Mio. USD |
Quelle: Farside Investors, eigene Summierung. Stand: 31. Oktober 2026. Erfasst sind die fünf US-Handelstage vom 26. bis 30. Oktober. Tageswerte können nachträglich angepasst werden.
Binance-Hack: 90 Prozent ersetzt, Auszahlungen weiter pausiert
Der Angriff auf Binance war das zentrale Sicherheitsereignis der Woche. Laut Börse wurden am 29. Oktober gegen 20:05 Uhr UTC Hot Wallets kompromittiert und Token im Wert von rund 6,3 Milliarden Dollar gestohlen. Rund drei Milliarden Dollar wurden zunächst auf der Blockchain eingefroren.
Im Update vom 31. Oktober meldet Binance, inzwischen 90 Prozent der betroffenen Vermögenswerte ersetzt zu haben. Mehr als 6,34 Milliarden Dollar an Unternehmensmitteln seien bereitgestellt. Die Ersatzbeschaffung wird aus dem SAFU, dem Futures-Versicherungsfonds und der Unternehmenskasse finanziert.
Zehn Token, darunter BTC, ETH, USDT, USDC, BNB, SOL und XRP, seien bereits wieder vollständig gedeckt. Die verbleibenden zehn Prozent betreffen weniger liquide Token. Der vollständige kryptografische Reservenachweis soll voraussichtlich am 3. November verfügbar sein.
Auszahlungen blieben zum Redaktionsschluss pausiert. Ihre Wiederaufnahme ist für Sonntag, den 1. November, angekündigt. Die Untersuchung des Angriffs läuft weiter. Binance nennt einen kompromittierten Laptop und weitere Angriffspunkte, meldete bislang aber keine Hinweise auf offengelegte private Wallet-Schlüssel.
Krypto-Haltefrist: Union erhöht den Druck, BMF hält am Reformziel fest
Der CDU-Finanzpolitiker Olav Gutting kündigte im Gespräch mit Frank Schäffler am 27. Oktober an, den vorliegenden Steuerentwurf ablehnen zu wollen. Er bezweifelt die Notwendigkeit des Wechsels von privaten Veräußerungsgeschäften zu Kapitaleinkünften und äußerte Zweifel an einem Abschluss des Verfahrens noch 2026.
Auch eine rückwirkende Einführung lehnt Gutting politisch ab. Damit formuliert er eine Position innerhalb der Union, keine bereits beschlossene gesetzliche Grenze.
Zusätzlichen Rückhalt erhielt die Haltefrist von CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek. In seiner Antwort vom 26. Oktober erklärte er, auch die Bayerische Staatsregierung sehe derzeit keinen zwingenden Anlass für eine Verschärfung.
Der aktuelle Verfahrensstand ergibt sich aus der Regierungspressekonferenz vom 28. Oktober: Das BMF bestätigte laufende Abstimmungen innerhalb der Bundesregierung und hielt am Ziel einer reformierten Kryptobesteuerung fest. Ein neuer Kabinettstermin wurde nicht genannt.
Die Abschaffung ist somit weiterhin nicht beschlossen. Nach der geltenden Regelung des § 23 EStG können Gewinne aus privat gehaltenen Bitcoin nach mehr als einem Jahr grundsätzlich steuerfrei bleiben. Die Verzögerung bedeutet zugleich keine endgültige Aufgabe der Reform.
Ripple erhält Bankzulassung und gewinnt Robinhood für RLUSD
Ripple meldete am 26. Oktober die endgültige OCC-Genehmigung für die Ripple National Trust Bank. Nach der Unternehmensmitteilung umfasst das genehmigte Geschäft die Verwaltung der RLUSD-Reserven, Treuhandfunktionen und die Verwahrung digitaler Vermögenswerte.
Tags darauf folgte die Partnerschaft mit Robinhood. RLUSD ist bereits auf Robinhood Chain und bei Bitstamp verfügbar, die Robinhood-App soll noch 2026 folgen. Für institutionelle Abwicklungen will Robinhood RLUSD auf dem XRP Ledger nutzen. Hinzu kommen Ripple Treasury und Dienstleistungen von Ripple Prime.
Außerdem startete Aviva Investors eine tokenisierte Anteilsklasse seines Pfund-Liquiditätsfonds auf dem XRPL. Aviva investiert zunächst 50 Millionen Pfund. Die oft genannten 22 Milliarden Pfund beschreiben den gesamten zugrunde liegenden Fonds.
Hyperliquid: ICE plant regulierten US-Markt mit Trade[XYZ]
Der NYSE-Mutterkonzern ICE kündigte eine strategische Beteiligung an Trade[XYZ] an. Gemeinsam wollen die Unternehmen eine regulierte Markt- und Clearingstruktur für Hyperliquid-basierte Perpetual Futures in den USA aufbauen.
Geplant ist ein Angebot für Privatanleger mit Basiswerten aus Krypto, Aktien, Rohstoffen und Devisen. ICE soll exklusiver Betreiber der regulierten Märkte werden. Laut Mitteilung stehen die erforderlichen Genehmigungen noch aus. Ein Starttermin und die Höhe der Beteiligung wurden nicht genannt.
Cardano diskutiert neue Regeln für das Treasury-Budget
Intersect und die Cardano Foundation stellten den Cardano Ecosystem Budget Process für 2027 zur Diskussion. Sieben Bereiche und benannte Koordinatoren sollen Finanzierungsanträge besser vergleichbar machen und Ausgaben an gemeinsamen Zielen ausrichten. Direkte Anträge ohne Koordinator bleiben vorgesehen.
Der Vorschlag ist noch nicht beschlossen. Nach dem Community-Feedback sollen DReps zunächst das Konzept und später die Ausgestaltung bewerten. Die erste Info-Aktion ist vorläufig für den 10. November geplant.
IOTA: REAL Markets wächst, Validator-Strafen werden entwickelt
Unsere On-Chain-Auswertung vom 30. Oktober bestätigt für REAL Markets sechs Märkte, 221 Kontoobjekte und rund 611.225 USDT0 im Tresor. Dessen Bestand stieg gegenüber dem 17. Oktober um 143,9 Prozent. Die Aktivität bleibt stark konzentriert, ein offener Handelsstart ist weiterhin nicht terminiert.
Parallel entwickelt IOTA Belohnungskürzungen für fehlerhafte Validator-Bestätigungen. In schweren Fällen könnte die gesamte Epochenbelohnung entfallen. Der Code wurde am 29. Oktober in einen Forschungszweig übernommen, ist damit aber noch nicht im Mainnet aktiviert.
Stellar bekommt einen tokenisierten Nasdaq-100-Fonds
Janus Henderson und Centrifuge starteten JQQQ auf Stellar. Der Fonds soll den Nasdaq-100 unter offizieller Indexlizenz abbilden. Laut Produktmitteilung richtet er sich ausschließlich an berechtigte Anleger und steht US-Personen nicht zur Verfügung. Die rund 500 Milliarden Dollar beziehen sich auf Janus Hendersons verwaltetes Vermögen, nicht auf das Volumen des neuen Fonds.












