Bitcoin zeigt sich überraschend stabil, trotz einer erneuten Eskalation im Iran durch die USA. Laut Bloomberg haben die USA sowohl die Öl-Insel Kharg Island als auch weitere Ziele in der Straße von Hormuz angegriffen. Der Iran hat darauf mit über 200 Drohnen geantwortet, die verschiedene US-Basen getroffen haben sollen.

Bitcoin-Kurs stabil, Öl explodiert

In den letzten 24 Stunden verzeichnet der Bitcoin-Kurs ein Minus von 1,64 % auf 77.426,11 USD zum Redaktionszeitpunkt (Nach dem Chart geht der Artikel weiter)

Nach Bekanntwerden der neu gestarteten Angriffswelle im Nahen Osten fiel BTC von 79.500 USD kurzzeitig auf 76.500 USD, konnte jedoch innerhalb weniger Stunden die Marke von 77.500 USD zurückerobern und tendiert seit gestern Abend um 23 Uhr weitestgehend seitwärts.

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Aufgrund der Eskalation ist der Ölpreis für Brent auf über 95 USD und für WTI auf über 90 USD gestiegen. Ein kurzfristig gestiegener Ölpreis belastet die Märkte spürbar, wichtiger ist jedoch der langfristige Ausblick. Ein über mehrere Wochen hoher Ölpreis erhöht den Verkaufsdruck an den globalen Anleihemärkten.

Brent-Ölpreis im 5-Tage-Chart mit deutlichem Anstieg von rund 86 auf 95,47 US-Dollar.
Brent-Ölpreis steigt im 5-Tage-Verlauf deutlich auf 95,47 US-Dollar.

In den USA ist die Verzinsung zehnjähriger Staatsanleihen auf 4,8 Prozent gestiegen, während Japan mit knapp 3 Prozent den höchsten Stand seit drei Jahrzehnten erreicht. Auch in Großbritannien und im Euroraum klettern die Renditen auf Niveaus, die seit mehreren Jahren nicht mehr zu beobachten waren.

Für Risikoanlagen wie Bitcoin und Gold ist das eine stark bärische Kombination. Teureres Öl verschärft die Inflationsrisiken und erschwert es den Notenbanken, die Zinsen rasch zu senken. Wie wir bereits berichteten, war die letzte öffentliche Rede des neuen FED-Chefs Warsh eher bärisch geprägt.

Darüber hinaus berichtet Bloomberg, dass aufgrund des gestiegenen Inflationsdrucks sogar mehrere Zinserhöhungen für 2026 im Raum stehen. Laut dem FED-Watchtool ist die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung am 16. September 2026 auf 68 % gestiegen.

FedWatch-Diagramm zur Zinssitzung am 16. September 2026 mit 68 % Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung auf 3,75–4,00 % und 32 % für unveränderte Zinsen.
FedWatch: Markt sieht für den 16. September 2026 eine 68-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte. Quelle: https://www.cmegroup.com/markets/interest-rates/cme-fedwatch-tool.html

Zinserhöhungen sind für Bitcoin meist bärisch, weil Kapital dadurch teurer wird und sichere Anlagen wie Staatsanleihen attraktiver werden. Gleichzeitig sinkt die Liquidität im Finanzsystem, sodass Anleger weniger bereit sind, hohe Risiken einzugehen.

Gleichzeitig sorgen höhere Renditen am Anleihemarkt für steigende Finanzierungskosten und machen festverzinsliche Anlagen im Vergleich zu riskanteren Assets attraktiver. Das belastet sowohl Aktien als auch Bitcoin.

Für den Kryptomarkt kommt es daher nicht allein auf die Dauer der geopolitischen Spannungen an. Besonders wichtig wird eine Kombination aus dem Ölpreis und den US-Renditen sein:

Hält sich WTI oberhalb von 90 Dollar und etabliert sich die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen über 4,8 Prozent, dürfte der Druck auf Bitcoin und den Kryptomarkt weiter zunehmen.

Altcoinmarkt bislang ebenfalls stabil

Wenngleich der Blick auf die 24-Stunden-Performance für die Mehrzahl der Altcoins Werte im roten Bereich zeigt, gab es bislang keine panischen Abverkäufe. ETH verzeichnet ein Minus von 2,25 % auf 2.416 USD, BNB ein Minus von 0,42 % auf 689 USD und XRP folgt dem allgemeinen Markttrend mit einem Rücksetzer von 2,44 % auf 1,35 USD.

Zu den größten Gewinnern der letzten 24 Stunden gehört Uniswap mit einem Kursanstieg von 16,44 % auf 6,29 USD, gefolgt von Filecoin mit einem Plus von 15 % auf 0,80 USD und Sky.

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Sollten die Angriffe durch die USA begrenzte Schläge gewesen sein, könnte sich der Kryptomarkt in den nächsten Tagen erholen. Wir gehen allerdings von anhaltenden Spannungen im Mittleren Osten aus.

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