Bitcoin hat am Dienstag die Marke von 80.000 US-Dollar erstmals seit Mai kurzzeitig überschritten, konnte das Niveau jedoch nicht halten. Fallendes Open Interest und steigende Gewinnmitnahmen deuten darauf hin, dass die Rally zunächst eine Pause benötigt.
Bitcoin-Rallye steht auf wackligem Fundament
Am Donnerstag fiel der Bitcoin-Kurs nach dem Ausbruch zeitweise wieder unter 79.000 US-Dollar, bevor er sich heute knapp über 80.000 US-Dollar erholte. Damit liegt BTC auf Wochensicht rund 15 Prozent im Plus.
Das in Singapur ansässige Finanzunternehmen QCP warnt jedoch vor der Struktur der Rally. Via X schrieb QCP am Donnerstag:
„Bitcoin steigt, während das Open Interest fällt. Das deutet eher auf die Eindeckung von Short-Positionen als auf neue gehebelte Long-Positionen hin. ETF-Zuflüsse nahe dem 95. Perzentil der vergangenen zwölf Monate sorgen jedoch für echte Spot-Nachfrage.“
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Während ETF-Käufe den Anstieg stützen, nahm Strategy rund 2,01 Milliarden US-Dollar auf, kaufte jedoch keine weiteren BTC. Der Bestand blieb bei 840.447 Bitcoin. Auch CryptoVizArt, der leitende Forschungsanalyst bei Glassnode, beurteilt insbesondere die zweite Etappe der Rally vorsichtig:
„Objektiv betrachtet verzeichnet der Markt einen soliden Kapitalzufluss. Der Anstieg bis auf 68.000 bis 70.000 US-Dollar war nicht ungewöhnlich, da Bitcoin damit die Kostenbasis der kurzfristigen Halter erneut testete. Meine größte Sorge gilt der Rally von 70.000 auf 81.000 US-Dollar, die meiner Ansicht nach durch einen Short-Squeeze und erzwungene Käufe am Perpetual-Markt angetrieben wurde.“
Daten von CryptoQuant zeigen, dass nahezu alle Anlegergruppen wieder im Gewinn liegen. Der Indikator für nicht realisierte Gewinne und Verluste steht bei langfristigen Haltern bei 21,1, bei kurzfristigen Haltern bei 13,4 und bei Kapital mit einer Haltedauer zwischen einem Tag und einem Monat bei 13,9. Selbst die jüngsten Käufer erreichen einen Wert von 5,3.

Als Bitcoin auf 80.000 US-Dollar zulief, stieg das Verhältnis zwischen dem SOPR langfristiger und kurzfristiger Halter kurzzeitig auf etwa 1,4. Dies deutet darauf hin, dass langfristige Halter ihre Gewinne mit einer im Verhältnis höheren Rate realisierten als kurzfristige Halter. CryptoQuant-Analyst XWIN Japan schlussfolgert:
„Ein nachhaltiger Ausbruch über die Marke von 80.000 US-Dollar, gestützt durch anhaltende Nachfrage aus dem ETF- und Spot-Bereich, könnte den Weg in Richtung 88.000 bis 90.000 US-Dollar ebnen. Ein Verlust der Unterstützungszone bei 75.000 bis 76.000 US-Dollar könnte hingegen die Rentabilität kurzfristiger Halter schmälern und die Korrektur beschleunigen. Die entscheidende Frage ist […] ob neue Nachfrage den Verkaufsdruck durch Anleger mit Buchgewinnen auffangen kann.“
Fed und Iran-Krieg belasten das Umfeld
Zusätzliche Unsicherheit kommt von der US-Geldpolitik. Die Federal Reserve beließ den Leitzins beim letzten FOMC mit neun zu drei Stimmen bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Es war laut QCP die erste dreifach falkenhafte Gegenstimme seit September 2016. QCP schreibt:
„Viele Teilnehmer hielten eine weitere Straffung für wahrscheinlich, falls die Inflation nicht zurückgeht. Zwei nicht stimmberechtigte Mitglieder signalisierten ebenfalls, dass sie eine Zinserhöhung unterstützt hätten.“
Am morgigen Freitag findet das alljährliche Jackson-Hole-Treffen erstmals unter der Leitung des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh statt. Wie wir berichteten, droht dem Markt eine erhöhte Volatilität. Vom 15. bis zum 16. September findet dann das nächste FOMC-Meeting statt.
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Zwar trieb die Nachricht, dass das US-Finanzministerium seine Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen von zwei auf vier Milliarden US-Dollar je Operation verdoppeln wird, den Bitcoin-Kurs jüngst an. QCP warnt jedoch, dass dies lediglich 0,013 Prozent des 31,5 Billionen US-Dollar schweren Treasury-Marktes entspricht. QCP schreibt:
„Dies ist eine Liquiditätssicherung, keine strukturelle Kehrtwende.“
Hinzu kommt das Risiko einer erneuten Störung der Straße von Hormus. Am 25. August passierten laut QCP nur zwei Tanker die Meerenge, während die strategische US-Erdölreserve (SPR) um weitere 3,7 Mio. Barrel auf 289,7 Mio. Barrel sank. QCP warnt weiter:
„Dies ist ein Wert, der bereits 10,3 Mio. Barrel unter der Schwelle zur kritischen Zone liegt. Eine erneute Unterbrechung der Versorgung würde kaum noch Spielraum für weitere Entnahmen lassen.“













