Bitcoin startet nach dem gescheiterten Ausbruch über 80.000 US-Dollar unter erhöhtem Druck in die neue Woche. Die US-Arbeitsmarktdaten könnten darüber entscheiden, ob die Federal Reserve bei ihrer Sitzung Mitte September erneut die Zinsen anhebt. Gleichzeitig gibt es bei den großen Altcoins einige News zu erwarten.

Der Bitcoin-Kurs notiert am Montagmorgen bei rund 77.600 US-Dollar. Damit bleibt BTC rund 33 % über dem Tief bei rund 60.000 US-Dollar von Ende Juli. Wie wir berichteten, ist eine Trendwende noch nicht bestätigt. Für den Ausruf eines neuen Bullenmarktes ist es noch zu früh.

Bitcoin sieht sich steigendem Makrodruck gegenüber

Fed-Chef Kevin Warsh stellte am Freitag die Inflationsbekämpfung in den Mittelpunkt seiner Jackson-Hole-Rede. Seitdem ist die vom Terminmarkt eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September deutlich gestiegen.

Nach Angaben von CME FedWatch lag sie am Montag bei rund 60 Prozent. Barclays änderte infolge der Warsh-Rede seine Prognose und erwartet nun Zinserhöhungen im September und Dezember. Die nächste Fed-Entscheidung steht am 16. September an. Damit werden die Arbeitsmarkt- sowie Inflationsdaten in den nächsten zwei Wochen von entscheidender Bedeutung.

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Zusätzlichen Druck erzeugt der Ölmarkt. Die Eskalation zwischen den USA und dem Iran trieb Brent am Montag zeitweise über 90 US-Dollar je Barrel. Bleibt Energie teuer, könnte dies die Inflationsrisiken erhöhen und der Fed einen weiteren Grund geben, die Zinsen noch einmal anzuheben.

Der wichtigste makroökonomische Termin dieser Woche ist am Freitag um 14:30 Uhr deutscher Zeit. Das Bureau of Labor Statistics veröffentlicht dann die offiziellen US-Arbeitsmarktdaten für August. Erwartet wird eine unveränderte Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent.

Ein klar stärkerer Bericht könnte eine Zinserhöhung im September wahrscheinlicher machen. Ein moderat schwächerer Bericht könnte Bitcoin dagegen helfen, sofern er nicht als Beginn einer breiteren Konjunkturabschwächung interpretiert wird.

Bitcoin-ETFs müssen den ersten Rückschlag absorbieren

Neben den Makrodaten bleibt die institutionelle Nachfrage entscheidend. Die US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am Freitag Nettoabflüsse von 201,9 Millionen US-Dollar. Damit endete eine neuntägige Zuflussserie, die mit dem Anstieg von Bitcoin über 80.000 US-Dollar zusammengefallen war.

Bitcoin ETF Daten von SoSoValue
Die neuntägige Zuflussserie für die US-Spot Bitcoin ETFs endete am Freitag

Die ersten ETF-Zahlen der neuen Woche werden zeigen, ob es sich lediglich um Gewinnmitnahmen nach der Rally handelte oder ob höhere Renditen und ein stärkerer US-Dollar die Nachfrage wieder bremsen.

Ethereum entscheidet über den Glamsterdam-Zeitplan

Bei Ethereum richtet sich der Blick am Donnerstag auf den All Core Developers Consensus Call Nummer 186. Das Treffen beginnt um 16:00 Uhr deutscher Zeit. Auf der Agenda stehen Glamsterdam und das darauffolgende Upgrade Hegotá.

Die Entwickler könnten den bislang vorläufigen Termin für die Glamsterdam-Aktivierung im Sepolia-Testnetz bestätigen. Vorgeschlagen ist der 28. September. Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um den Mainnet-Termin; ein Datum für die Aktivierung auf Ethereum wurde noch nicht festgelegt.

Cardano steht vor entscheidender Governance-Frist

Für Cardano steht bereits am Dienstag ein sehr wichtiger Termin an. Wie wir berichteten, endet die Abstimmung über die Neubesetzung von vier Sitzen im Constitutional Committee am 1. September um 23:44 Uhr deutscher Zeit. Für eine Annahme sind mehr als 67 Prozent Zustimmung der DReps und mehr als 51 Prozent der Stake Pool Operators erforderlich.

Zum Redaktionszeitpunkt lag die Unterstützung für die Aktualisierung des Constitutional Committee bei 66,41 Prozent unter den DReps und bei 39,61 Prozent unter den SPOs. Damit fehlen noch 0,59 beziehungsweise 11,39 Prozentpunkte; beide Schwellen müssen bis zum 1. September um 23:44 Uhr deutscher Zeit erreicht werden.

Scheitert die Abstimmung, fällt das Komitee nach Ablauf der vier Mandate unter seine Mindestgröße. Die Cardano-Blockchain würde weiter Blöcke produzieren und Transaktionen verarbeiten, die Onchain-Governance würde jedoch bis zur Wiederherstellung des Komitees zum Stillstand kommen.

Solana beschleunigt den Abbau der SOL-Inflation

Solana startet mit einer weitreichenden Tokenomics-Entscheidung in die neue Woche. In der ersten verbindlichen Abstimmung des neuen Governance-Systems wurden zwei von drei Vorschlägen angenommen. Neben der sogenannten Solana Constitution erhielt auch eine schnellere Reduktion der SOL-Inflation die notwendige Mehrheit.

SGP-0002 beziehungsweise SIMD-0550 erhöht die jährliche Disinflationsrate von 15 auf 30 Prozent. Die langfristige Zielinflation bleibt bei 1,5 Prozent, soll jedoch bereits nach ungefähr drei statt sechs Jahren erreicht werden. Nach Berechnungen der Initiatoren werden dadurch innerhalb von sechs Jahren rund 18,9 Millionen SOL weniger neu ausgegeben.

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Der Vorschlag passierte die erforderliche Zweidrittelmehrheit mit rund 67 Prozent allerdings nur knapp. Kritiker warnen vor schneller sinkenden Staking-Erträgen und zusätzlichem wirtschaftlichem Druck auf kleinere Validatoren.

Keine Mehrheit erhielt dagegen SGP-0003. Der Vorschlag hätte einen größeren Teil der Transaktionsgebühren abhängig vom Ressourcenverbrauch verbrannt und den täglichen SOL-Burn deutlich erhöhen können. Damit wurde zwar die zukünftige Ausgabe reduziert, der stärkere deflationäre Gebührenmechanismus jedoch vorerst abgelehnt.

Arbitrum Nova und SUI

Am Mittwoch, dem 2. September, wird Arbitrum Nova zwar noch nicht abgeschaltet, aber auf einen kostengünstigeren Wartungsbetrieb umgestellt. Das Netzwerk bleibt nutzbar, erhält jedoch weniger technische Ressourcen und Support; Entwickler sollen deshalb zu Arbitrum One wechseln, während Nutzer mit weniger verfügbaren Brücken und bis zu 24 Stunden längeren Auszahlungszeiten rechnen müssen.

Bei SUI steht zum Monatswechsel eine weitere planmäßige Angebotsausweitung an. Die Sui Foundation veröffentlicht zwar keinen öffentlichen Kalender. Aktuelle Vesting-Daten führen für den 1. September jedoch die Freigabe von rund 22 Millionen SUI auf. Das entspricht etwa 0,22 Prozent des maximalen Angebots.