- Bitwise-CIO Matt Hougan bewertet die Turbulenzen rund um Strategy und STRC als typische Endphase eines Krypto-Zyklus und sieht den Markt näher am Tiefpunkt als am Beginn eines neuen Abwärtstrends.
- Institutionelle Investoren könnten nach seiner Einschätzung künftig die wichtigste Nachfragequelle für Bitcoin werden und Strategy als dominierenden Käufer ablösen.
Matt Hougan, seines Zeichens Chief Investment Officer von Bitwise, sieht die jüngsten Verwerfungen rund um Strategy nicht als Zeichen einer strukturellen Krise des Bitcoin-Marktes. Stattdessen wertet er die Entwicklungen als notwendigen Bereinigungsprozess, der häufig das Ende eines Marktzyklus einleitet.
In seinem neuesten Bericht erklärt Hougan, warum die Unsicherheit rund um das STRC-Vorzugsaktie seiner Ansicht nach sogar ein positives Signal für die langfristige Entwicklung von Bitcoin darstellen könnte.
The volatility in $STRC is a natural and important part of the crypto cycle.
Here's why @Matt_Hougan thinks we’re nearing the bottom. pic.twitter.com/BwZlbSXs3v
— Bitwise (@Bitwise) July 2, 2026
Die Hintergründe der STRC-Turbulenzen
Auslöser der jüngsten Marktbewegungen war das Vorzugsaktie STRC, das Strategy eingeführt hatte, um Kapital für weitere Bitcoin-Käufe einzusammeln. Das Produkt verspricht eine hohe Dividendenrendite und sollte dauerhaft nahe seinem Nennwert von 100 US-Dollar gehandelt werden.
Als der Bitcoin-Kurs jedoch deutlich nachgab, wuchs die Sorge vieler Investoren, Strategy könnte die Dividenden künftig nicht mehr bedienen. Daraufhin fiel STRC zeitweise bis auf rund 75 US-Dollar.
Strategy reagierte mit einem neuen Finanzierungsrahmen. Künftig kann das Unternehmen bei Bedarf Bitcoin verkaufen, um Dividendenzahlungen sicherzustellen. Gleichzeitig verzichtet das Management darauf, den STRC-Kurs künstlich bei 100 US-Dollar zu stabilisieren. Nach der Ankündigung legten sowohl die Strategy-Aktie als auch STRC wieder deutlich zu.
Hougan bezeichnet die Liquidität des Unternehmens weiterhin als solide. Strategy hält Bitcoin im Wert von rund 49,6 Milliarden US-Dollar und verfügt zusätzlich über liquide Mittel in Höhe von etwa 2,6 Milliarden US-Dollar. Dem stehen lediglich 6,8 Milliarden US-Dollar Schulden gegenüber. Selbst unter Berücksichtigung der Vorzugsaktien sieht er derzeit keine ernsthafte Liquidationsgefahr.
Auf dem Papier steht ein nicht realisierter Jahresverlust von STRC in Höhe von 75%. Bislang gibt es jedoch keine Finanzierungsschwierigkeiten. Die Panik geht allein vom Markt aus, Strategy geht weiterhin dem Unternehmensalltag nach.
Institutionelle Anleger könnten Strategy ablösen
Hougan sieht darin vor allem ein Signal für einen Wandel am Bitcoin-Markt. Strategy war über Jahre der größte börsennotierte BTC-Käufer und hat die Nachfrage deutlich gestützt. Diese Rolle könnte sich zukünftig deutlich abschwächen, da das Unternehmen je nach Marktumfeld nicht nur weitere Bitcoin kaufen, sondern zur Finanzierung eigener Verpflichtungen auch Bestände veräußern könnte.
Die nächste Wachstumsphase könnte stattdessen von institutionellen Investoren getragen werden. Hougan verweist auf Banken, Vermögensverwalter, Pensionsfonds und Staatsfonds, die zunehmend Zugang zu Bitcoin erhalten. Gleichzeitig hätten Bitcoin-ETFs seit ihrer Einführung im Jahr 2024 trotz zwischenzeitlicher Mittelabflüsse bereits mehr als 50 Milliarden US-Dollar an Kapital angezogen.
Seiner Meinung könnte Bitcoin kurz vor dem Beginn einer Trendwende stehen. Er führt weiter aus, dass durch die aktuelle “Bereinigungsphase” schwache Hände und übermäßig aufgeblähte Unternehmen mit übertriebenen Hebelprodukten aus dem Markt gespült werden.
Der jetzige Prozess sei für viele BTC-Investoren extrem schmerzhaft gewesen. Jedoch sind solche Marktphasen komplett normal und notwendig, damit Bitcoin überhaupt in einen neuen Bullenmarkt eintreten kann. Einen genauen Zeitpunkt für den Start des neuen Bullenmarktes nennt er bislang nicht.
Er verweist jedoch auf typische Signale, die normalerweise das Ende eines Bärenzyklus anzeigen. Dazu gehört die extreme Angst, deutlich negative Funding-Raten und ein spürbarer Abschlag der Strategy-Aktie auf den Wert der gehaltenen Bitcoin-Bestände. Insgesamt zeigt sich der Bitwise-CIO vorsichtig optimistisch und hält eine Erholung im weiteren Jahresverlauf für möglich.








