Der aktuelle Bitcoin-Bärenmarkt setzt viele Käufer der US-Spot-ETFs unter Druck. Wer bei 100.000 bis 110.000 US-Dollar eingestiegen ist, sitzt inzwischen auf Buchverlusten von etwa 35 bis 41 Prozent. BlackRock-Manager Robbie Mitchnick sieht dennoch keine breite Abkehr der ETF-Anleger.

Bitcoin: BlackRock bleibt bullisch

Bloomberg-ETF-Analyst Eric Balchunas sprach Mitchnick am Montag in einem Interview direkt auf die Verluste an. Viele Anleger hätten zu deutlich höheren Kursen gekauft und müssten nun entscheiden, ob sie an ihren Positionen festhalten.

Tipp der Redaktion: Strategy verkauft 1.690 Bitcoin und finanziert damit STRC-Rückkäufe

Nach Mitchnicks Beobachtung bleibt die Anlegerbasis trotz des Bärenmarktes vergleichsweise stabil:

„Was wir in diesen zweieinhalb Jahren durchgängig beobachtet haben, ist, dass die Anlegerbasis der ETFs eher aus fundamental orientierten, langfristigen Buy-and-Hold-Investoren besteht. Das zeigt sich auch während dieses Abschwungs. Jeder, der in Bitcoin einsteigt, versteht hoffentlich, dass es sich um einen volatilen Vermögenswert handelt.“

Mitchnick leitet daraus keine kurzfristige Prognose für den Bitcoin-Kurs ab. Er ordnet die Korrektur vielmehr in die bisherigen Marktzyklen ein, in denen starke Aufwärtsphasen regelmäßig von tiefen Korrekturen abgelöst wurden.

„Es gab inzwischen fünf große Boom-und-Bust-Zyklen. Jeder Zyklus endete deutlich höher als der vorherige, allerdings mit einer holprigen Fahrt dazwischen. Auch diesmal war das der Fall.“

Entkopplung von Aktien könnte Bitcoin-These stärken

Mitchnick beobachtet seit Jahresbeginn außerdem eine zunehmende Entkopplung von Bitcoin und Aktien. Zunächst fiel diese Entwicklung zum Nachteil der Kryptowährung aus. Während vor allem KI-Aktien stark zulegten, tendierte Bitcoin seitwärts oder sogar abwärts.

Lesetipp: Institutionelle Trendwende? Hedgefonds gehen bei Bitcoin netto long

Im Juli veränderte sich das Bild. Als KI-Aktien deutlich korrigierten, entwickelte sich Bitcoin laut Mitchnick wesentlich besser:

„Für eine Weile schadete das Bitcoin, weil Aktien – insbesondere KI-Werte – stark liefen, während Bitcoin seitwärts bis abwärts tendierte. Als KI-Titel im Juli dann massiv nachgaben, entwickelte sich Bitcoin deutlich besser. Diese Entkopplung ist gesund, weil sie für viele Anleger Teil der Bitcoin-These als Diversifikator und potenzielle Absicherung gegen extreme Abwärtsrisiken an anderer Stelle im Portfolio ist.“

Zudem wurde auch eine Änderung beim Zugang zu BlackRocks Bitcoin-ETF IBIT bekannt. Mitchnick erklärte, dass Bitcoin-Besitzer ihre BTC inzwischen ab einem Gegenwert von 1 Million US-Dollar direkt gegen IBIT-Anteile tauschen können.

Zuvor lag die Mindestgröße für solche In-kind-Transaktionen bei 25 Millionen US-Dollar. Die Schwelle wurde somit um 96 Prozent gesenkt, bleibt aber weiterhin auf vermögende und institutionelle Anleger zugeschnitten.