• BlackRock-Manager Robbie Mitchnick sieht die aktuelle Bitcoin-Schwäche als Teil einer breiteren Rotation in KI-nahe Anlagen, nicht als isoliertes Problem.
  • Als möglichen neuen Treiber nennt er die US-Fiskalpolitik: Steigende Schulden, Defizite und die Sorge vor Gelddrucken könnten Bitcoin wieder stärker in den Fokus rücken.

Robbie Mitchnick, Head of Digital Assets bei BlackRock, erklärte in einem Interview mit Yahoo Finance am Montag, dass die aktuelle Schwächephase von Bitcoin weniger ein isoliertes Krypto-Problem ist, sondern Teil einer breiteren Marktrotation zugunsten des KI-Trades. Als möglichen zukünftigen Treiber für Bitcoin sieht BlackRock die US-Fiskalpolitik.

Mitchnick konstatierte, dass Bitcoin und der breitere Kryptomarkt seit Oktober eine schwierige Phase durchlaufen. Auffällig sei dabei, dass diese Schwäche nicht nur Bitcoin betreffe. Auch Gold, Edelmetalle und andere Vermögenswerte, die nicht direkt im Zusammenhang mit dem KI-Trade stehen, haben seit Ende letzten Jahres unterdurchschnittlich performt:

„Es war seit letztem Oktober eine schwierige Phase für Bitcoin und für den gesamten Kryptomarkt, und das entspricht in vielerlei Hinsicht fast allem, was nicht auf KI ausgerichtet ist. Die KI-Dynamik nimmt dem Markt derzeit eindeutig viel Sauerstoff, und deshalb sieht man ähnliche Auswirkungen auch bei Gold, Edelmetallen und anderen Anlageklassen, die nicht im Zentrum des KI-Trades stehen. Es gibt eine gewisse Pause in dieser Dynamik, weil viele Anleger stärker darauf fokussiert sind, ihre Allokation in KI-nahe Bereiche zu erhöhen.“

Im Kampf um die Gunst der Anleger steht Bitcoin immer mehr in Konkurrenz zu anderen klassischen Investments. Wenn Kapital vor allem in KI-Aktien und Infrastrukturthemen fließt, bleibt weniger Liquidität für Bitcoin übrig.

Der Katalyst für neues Bitcoin-Momentum

Gleichzeitig machte Mitchnick deutlich, dass er die fiskalische Lage der USA für den entscheidenden Faktor hält, der Bitcoin wieder stärker in den Fokus rücken könnte. Besonders im Umfeld der Midterms erwartet er, dass Staatsverschuldung, Defizite und die Frage möglicher geldpolitischer Reaktionen erneut breiter diskutiert werden:

„Ich denke, wenn wir sehen, dass die US-Schuldenstände und die Defizitsituation wieder stärker in den Fokus rücken, was rund um die Midterms ziemlich wahrscheinlich ist, dann werden einige dieser existenziellen Diskussionen zurückkommen. Dann werden wir wahrscheinlich auch eine Erneuerung dieser Dynamik sehen. Das ist aus meiner Sicht neben der Entwicklung der Zinsen der wichtigste Treiber, den wir im kommenden Jahr oder so beobachten werden.“

Mitchnicks Argumentation folgt damit der klassischen makroökonomischen Bitcoin-These: Je stärker die Sorge über staatliche Verschuldung, Defizitfinanzierung und potenzielle monetäre Repression zunimmt, desto attraktiver ist Bitcoin als alternatives, knappes Asset.

Gleichzeitig warnte Mitchnick, dass das aktuelle hohe Zinsniveau in den USA den Bitcoin-Kurs weiterhin negativ beeinflussen könnte. Sinkende oder stabilere Zinsen könnten Bitcoin im Gegenzug helfen, wieder Momentum unter Anlegern zu gewinnen:

„Natürlich wird ein großer Teil davon, ähnlich wie bei Gold, von den Zinsen getrieben. Bitcoin ist negativ gegenüber Zinsen exponiert, aber die fiskalische Situation, über die wir aus irgendeinem Grund sehr viel im Zusammenhang mit den USA sprechen, ist womöglich noch akuter geworden, auch wenn sie vorübergehend weniger Raum in der Debatte einnimmt. Sie wird zurückkommen, weil sie im Kern eine wirklich wichtige Frage ist, auf die es heute keine klare Antwort gibt.“

Letztlich könnte die Angst vor steigender Verschuldung und potenzieller Geldschöpfung den fundamental wichtigsten Impuls liefern:

„Je größer die Angst vor dem Niveau der Kreditaufnahme und dem Risiko des Gelddruckens wird, desto mehr ist das letztlich der wichtigste fundamentale Treiber, der vor uns liegt.“

Indes hat der Bärenmarkt Bitcoin weiterhin fest in seinem Griff. Zuletzt gab Star-Investor Frank Thelen bekannt, dass er seine gesamten Bitcoin verkauft hat.Der Einbruch von Strategys STRC hat die Nervosität am Markt zusätzlich verstärkt und Sorgen vor einem Szenario geweckt, das an den Kollaps von Terra Luna erinnert..