CryptoQuant-Chef Ki Young Ju sieht eine ungewöhnliche Verschiebung am institutionellen Bitcoin-Markt. Hedgefonds haben bei den CME-Bitcoin-Futures von netto short auf netto long gedreht.

Ju verwies am Montag auf ein CryptoQuant-Chart, nach welchem die Positionierung der Hedgefonds erstmals seit längerer Zeit in den positiven Bereich gedreht hat. Für ihn ist der Wechsel bemerkenswert, weil institutionelle Investoren an der CME normalerweise short gehen. Ju schrieb auf X:

„Hedgefonds an der CME sind bei BTC-Futures auf eine Netto-Long-Position gewechselt. Das ist ungewöhnlich. Der Basis-Handel hält sie strukturell auf der Short-Seite. Deshalb ist dieser Chart seit Jahren rot. Mit einem Carry-Trade lässt sich keine Netto-Long-Position aufbauen. Die Finanzprofis setzen auf steigende Kurse.“

CryptoQuant-Chart zur Netto-Position von Leveraged Funds bei CME-Bitcoin-Futures und zur Entwicklung des Bitcoin-Kurses seit 2018.
Die Netto-Position der Leveraged Funds bei CME-Bitcoin-Futures ist laut CryptoQuant zuletzt in den positiven Bereich gedreht. Die graue Linie zeigt den Bitcoin-Kurs. Quelle: CryptoQuant.

Was das für Bitcoin bedeutet

Der langjährige Short-Überhang bedeutet dabei nicht zwangsläufig, dass Fonds mit fallenden Bitcoin-Kursen rechnen. Vielmehr ist er häufig das Ergebnis marktneutraler Strategien, die seit der Einführung der US-Spot-ETFs stark an Bedeutung gewonnen haben.

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Der CryptoQuant-Analyst XWIN Japan verweist in seiner Analyse auf den sogenannten Basis-Trade. Dabei kaufen Hedgefonds Bitcoin oder Anteile eines Spot-ETFs und verkaufen gleichzeitig CME-Futures, um die Differenz zwischen Spot- und Terminmarkt zu vereinnahmen.

Notiert Bitcoin beispielsweise bei 100.000 US-Dollar, während der Future bei 101.000 US-Dollar gehandelt wird, kann ein Fonds Bitcoin am Spotmarkt kaufen und den Future shorten. Nähern sich beide Preise bis zum Verfall an, verdient der Fonds an der Differenz, ohne ein erhebliches direktionales Bitcoin-Risiko einzugehen. XWIN Japan erklärt:

„Deshalb können Hedgefonds an der CME strukturell netto short bleiben, ohne tatsächlich pessimistisch für Bitcoin zu sein. Ein Wechsel von netto short zu netto long ist jedoch etwas anderes. Wenn Fonds nicht nur ihre Shorts aus Basis-Trades schließen, sondern aktiv Long-Futures aufbauen, könnte sich Kapital vom Handel mit der Preisdifferenz zu einer Wette auf steigende Kurse verlagern.“

Genau darin liegt die Bedeutung des Signals. Eine Netto-Long-Position lässt sich nicht mehr allein mit der Absicherung eines Spot- oder ETF-Kaufs erklären. Die Fonds könnten stattdessen bewusst von einem Anstieg des Bitcoin-Kurses profitieren wollen.

Noch ist allerdings offen, ob tatsächlich neue Long-Positionen aufgebaut oder lediglich bestehende Short-Positionen geschlossen wurden. Für die Kurswirkung wäre dieser Unterschied entscheidend.

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XWIN Japan nennt deshalb mehrere Signale, die den Wechsel bestätigen müssten. Dazu gehören sinkende Short-Positionen an der CME, Zuflüsse in die US-Spot-ETFs und eine stärkere Nachfrage am Spotmarkt.

CFTC-Daten liefern noch keine eindeutige Bestätigung

Die aktuellen CFTC-Daten mit Stand vom 4. August zeigen Leveraged Funds bei den regulären CME-Bitcoin-Futures weiterhin netto short. Dort standen 4.243 Long-Kontrakten 11.483 Short-Kontrakte gegenüber, was einem Netto-Short von 7.240 Kontrakten entspricht.

Bei den deutlich kleineren Micro-Bitcoin-Futures waren Leveraged Funds dagegen netto long: 10.683 Long-Kontrakte trafen auf 6.740 Short-Kontrakte. Erst der neue CFTC-Bericht, welcher am 14. August erscheint und die Daten bis zum 11. August 2026 veröffentlicht, könnte daher neue Erkenntnisse liefern.