Obwohl der Aktienmarkt ein neues Hoch nach dem nächsten verzeichnet, scheint Bitcoin bislang der entscheidende Impuls für das finale Ende des derzeitigen Bärenmarktes zu fehlen. Zwar konnte auch Bitcoin in den letzten Wochen zulegen, jedoch im direkten Vergleich mit dem S&P 500 eher marginal als signifikant.

Während der S&P 500 in den letzten 12 Monaten um mehr als 22 % zulegen konnte, ist Bitcoin um mehr als 44 % gefallen. Das folgende Chart von Tradingview zeigt diesen direkten Vergleich auf.

Tradingviewchart das Bitcoin mit dem S&P500 vergleicht auf Jahresansicht.
Tradingviewchart, das Bitcoin mit dem S&P 500 in der Jahresansicht vergleicht.

Matt Hougan, seines Zeichens Chief Investment Officer des Krypto-Vermögensverwalters Bitwise, führt aus, dass Bitcoin in den nächsten zehn Jahren von frischem institutionellem Kapital profitieren könnte. Dabei sieht er vor allem Pensionsfonds, Stiftungen, Versicherungen und Staatsfonds als die nächste große Käufergruppe, die in den BTC-Markt drängen wird.

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Der nächste große Bitcoin-Käufer ist nicht Strategy

Hougan beschreibt, dass die entscheidende Veränderung seiner Meinung nach nicht durch Unternehmen wie Strategy vorangetrieben wird. Die große Nachfrage nach BTC wird sich zunehmend in den klassischen Finanzsektor verlagern.

Institutionelle Anleger kontrollieren weltweit Vermögenswerte von mehr als 200 Billionen Dollar. Würde davon langfristig nur ein Prozent in Bitcoin fließen, entspräche das einem potenziellen Kapitalvolumen von bis zu zwei Billionen Dollar.

Finanzberater und Family Offices gehören dabei seiner Meinung nach zur ersten großen Käufergruppe. Unmittelbar danach könnten durch eine stark steigende Adoption und zunehmendes Vertrauen in den BTC-Finanzmarkt große Fonds, Versicherungen jedweder Art, Universitätsstiftungen und Zentralbanken folgen.

Durch die bereits am Markt etablierten Spot-Bitcoin-ETFs erhalten diese Institutionen einen einfachen und sicheren Zugang. Hougan sieht dafür einen Zeithorizont von 10 Jahren als realistisch an:

“Das ist ein Prozess, der mehr als 10 Jahre dauern wird.”

In einer aktuellen Umfrage unter 299 US-Finanzberatern gaben 32 Prozent an, 2025 Kryptowährungen in Kundenportfolios etabliert zu haben. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 22 Prozent. Zugleich weitete sich der Zugang zu Krypto-Investments aus: 42 Prozent der befragten Berater können inzwischen für ihre Kunden entsprechende Positionen legal aufbauen.

Nach einer umfangreichen Recherche und Analyse der 13F-Meldungen milliardenschwerer Unternehmen kommt Bitwise zu dem Schluss, dass die institutionelle Adoption nach wie vor in den Kinderschuhen steckt.

Hougan projiziert einen Bitcoin-Kurs von 1,3 Millionen USD bis zum Jahr 2035. Seine Argumentation stützt sich auch auf die These, dass Bitcoin zunehmend als direkter Konkurrent von Gold gesehen wird und dabei langfristig signifikante Marktanteile erobern könnte:

“Wenn Menschen den Wert von Bitcoin einschätzen, sprechen sie oft davon, dass es mit Gold um den Markt für „Wertspeicher“ konkurriert. Sie sagen dann etwa Folgendes: Gold ist ein Vermögenswert im Wert von 30 Billionen Dollar. Wenn Bitcoin 50 % des Marktes erobern könnte, wäre jeder Bitcoin 715.000 Dollar wert.”

Als 2004 die ersten Gold-ETFs lanciert wurden, konnten die Exchange-Traded-Funds eine Marktkapitalisierung von zwei Billionen Dollar erreichen. Heute sind es etwa 30 Billionen Dollar.

Sollte sich dieses Wachstum in den kommenden zehn Jahren mit einer ähnlichen Dynamik fortsetzen und Bitcoin zugleich einen Anteil von 25 Prozent an den weltweit zur Vermögenssicherung gehaltenen Anlagen erreichen, würde sich daraus zumindest rein rechnerisch ein Preis von 1,3 Millionen Dollar je Bitcoin ergeben.

Die nächste Wachstumsphase wird laut Hougan zwangsläufig von institutionellen Anlegern getragen, da diese die größten Vermögensreserven besitzen:

“Kryptowährungen haben sich im Privatkundenbereich etabliert, wodurch ihr Marktvolumen von 0 auf 2 Billionen US-Dollar angewachsen ist. Doch wenn sie von 2 Billionen auf 20 Billionen US-Dollar wachsen sollen, wird institutionelles Kapital den Weg weisen.”

Börsennotierte Unternehmen wie Strategy werden eine untergeordnete Rolle spielen

Hougan erklärt, dass Strategy weiter Bitcoin akkumulieren wird, jedoch in einem deutlich langsameren Tempo und in einer Weise, die enger an den Preiszyklus gekoppelt ist.

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Wie wir bereits berichteten, verfolgt Strategy im Umgang mit Bitcoin zunehmend einen flexibleren Ansatz. Zuletzt hatte Strategy 1.638 Bitcoin im Wert von 104 Millionen USD verkauft. Strategy tritt damit nicht mehr als reiner Netto-Bitcoin-Käufer auf, sondern ist zunehmend dazu übergegangen, BTC flexibel zu nutzen.

Wie realistisch diese Bitcoin-Prognosen tatsächlich sind, werden die nächsten Jahre zeigen. Zum Redaktionszeitpunkt verzeichnet der Bitcoin-Kurs ein leichtes Plus von 0,80 % in den letzten 24 Stunden auf 65.280,00 USD.