Vor wenigen Stunden hat der Schweizer Hardware-Wallet-Hersteller BitBox ein wichtiges Update veröffentlicht. Die neue Firmware 9.26.5 schließt mehrere Schwachstellen und folgt nur wenige Wochen auf das vorherige Oeschinen-Update.
Firmware-Fehler ermöglichte Code-Ausführung auf BitBox-Multi-Geräten
Eine der größten Schwachstellen betrifft die Multi-Edition der BitBox02 und BitBox02 Nova. Der Fehler lag in der Speicherverwaltung und konnte ausgenutzt werden, wenn auf dem Gerät noch keine Wallet eingerichtet war und es gleichzeitig mit einem manipulierten Host-System verbunden wurde.
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Unter diesen Bedingungen wäre laut BitBox die Ausführung beliebigen Codes möglich gewesen. Im ungünstigsten Fall hätte ein Angreifer darüber auch manipulierte Firmware installieren können.
Die Bitcoin-only-Version ist nicht betroffen, weil deren Firmware den entsprechenden Programmcode nicht enthält.
Firmware 9.26.5 schließt die Lücke. BitBox erklärte, bislang keine Hinweise auf eine tatsächliche Ausnutzung zu haben.
Ein zweites Problem betrifft die Implementierung von Silent Payments. Ein Angreifer mit Kontrolle über das Hardware Wallet hätte eine Zahlung so manipulieren können, dass Bitcoin an eine unbeabsichtigte Adresse gebunden worden wären.
Ein direkter Diebstahl wäre damit nicht automatisch möglich gewesen. Denkbar wäre allerdings ein Szenario, bei dem der Angreifer für die spätere Wiederherstellung der Coins eine Gegenleistung verlangt.
Betroffen waren Geräte mit den Firmware-Versionen von 9.21.0 bis einschließlich 9.26.4.
Frühere Bootloader-Lücke erforderte zusätzlich Phishing
Darüber hinaus hat BitBox weitere Details zu einer Bootloader-Schwachstelle veröffentlicht, die bereits mit der Firmware 9.26.2 im Juli geschlossen worden war.
Ein technisch versierter Angreifer hätte Nutzer dazu bringen können, manipulierte Firmware auf einer echten BitBox02 zu installieren.
Der Angriff hätte allerdings mehrere Schritte erfordert. Zunächst hätte das Opfer etwa über eine gefälschte BitBoxApp getäuscht werden müssen und anschließend die Installation der schädlichen Firmware selbst bestätigen müssen. Die neuere BitBox02 Nova ist von diesem Angriffspfad nicht betroffen.
Für Nutzer ist die praktische Konsequenz überschaubar. BitBox empfiehlt unabhängig vom verwendeten Modell die Installation der aktuellen Firmware 9.26.5. Downloads sollten direkt über die bestehende BitBoxApp oder die offizielle Website gestartet werden.
Gleichzeitig warnt das Unternehmen davor, dass Angreifer gerade Sicherheitsmeldungen für Phishing-Kampagnen nutzen könnten. Recovery-Wörter würden von BitBox niemals abgefragt. Du kannst das Update auf der offiziellen Herstellerseite herunterladen (Klick!).
Hardware-Wallet-Hacks häufen sich 2026
Zuletzt wurden bei einem Hackerangriff auf den Hardware-Wallet-Hersteller Coldcard mehr als 1.690 Bitcoin im Gegenwert von über 100 Millionen USD gestohlen. Der tschechische Marktführer Trezor meldete ebenfalls vor wenigen Tagen, dass bei einer Sicherheitslücke mehr als 13.000 Kundendaten gestohlen wurden.
Auch SafePal geriet gestern stark unter Druck, nachdem hierbei ebenfalls fast 40.000 Kundendaten von Hackern erbeutet werden konnten. Diese Entwicklungen der letzten Tage und Wochen haben zuletzt die Diskussion erneut entfacht, ob Hardware Wallets die bestmögliche Sicherheit für die Aufbewahrung von Kryptowährungen bieten.
Hardware Wallets bieten einen starken Schutz, jedoch gibt es keine 100-prozentige Sicherheit.
Charles Hoskinson, seines Zeichens Gründer von Cardano, setzt mit Midnight auf einen anderen Ansatz: Die Plattform soll den Schutz sensibler Daten und Transaktionen stärker in die Blockchain-Infrastruktur selbst verlagern und damit zusätzliche Sicherheitsmechanismen für Nutzer schaffen.
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Eine weitere mögliche Schutzschicht kann durch den Einsatz von Multisignatur-Wallets eingerichtet werden. Diese Wallets verlangen für Transaktionen mehrere Freigaben und können so das Risiko eines einzelnen kompromittierten Zugangs reduzieren. Einen guten Einstieg in das Thema bietet dieser Ratgeberartikel.













