IOTA hat am 14. September die Node-Version v1.32.0-beta veröffentlicht. Die Vorabversion führt Protokollversion 35 in das Devnet ein und bereitet mehrere größere Änderungen für das Mainnet vor. Dazu zählen StarfishSpeed, ein neues Verfahren zur Auswahl von Konsens-Leadern, erweiterte Move-Funktionen und die Rückkehr der Move-basierten Authentifizierung für Sponsorenkonten.

Im Mainnet ist V35 allerdings noch nicht aktiv. Wie wir berichteten, bleibt dort die mit Node v1.31.2 eingeführte Protokollversion 34 der aktuelle Stand. Für IOTA-Besitzer besteht daher kein Handlungsbedarf.

Laut den offiziellen Release Notes konnte Protokollversion 35 im Devnet frühestens am 14. September um 11:27 Uhr UTC mit Beginn von Epoche 196 aktiviert werden. Der schrittweise Rollout begann bereits am 11. September mit v1.32.0-alpha für das Alphanet.

Eine entsprechende Release-Candidate-Version für das Testnet oder eine finale Mainnet-Version wurde bislang nicht veröffentlicht. Auf GitHub werden v1.32.0-alpha und v1.32.0-beta weiterhin ausdrücklich als Vorabversionen geführt.

StarfishSpeed soll IOTA-Transaktionen schneller machen

Die wichtigste geplante Mainnet-Änderung ist die Aktivierung von StarfishSpeed. Dabei handelt es sich um eine Erweiterung des seit April im Mainnet laufenden Starfish-Konsenses.

Starfish wartet normalerweise auf einen gesonderten Nachweis, dass die Transaktionsdaten im Netzwerk verfügbar sind. Unter guten Netzwerkbedingungen bindet StarfishSpeed diese Bestätigung direkt in die Stimmen für den jeweiligen Leader ein und spart damit einen zusätzlichen Schritt. Sind die Voraussetzungen nicht erfüllt, fällt das System auf den bisherigen Starfish-Ablauf zurück.

Im offiziellen Verbesserungsvorschlag IIP-12 nennt IOTA einen Test mit 19 Validatoren. Dabei sank die Bestätigungszeit von Transaktionen im Durchschnitt von rund 206 auf 174 Millisekunden – eine Verbesserung um etwa 15 Prozent. Die Blocklatenz blieb mit ungefähr 181 Millisekunden nahezu unverändert.

Neues Leader-System reagiert auf Validatorenleistung

V35 bereitet außerdem einen überarbeiteten Leader-Zeitplan für das Mainnet vor. Dieser bewertet die Reputation der Validatoren über ein gleitendes Zeitfenster und verwendet absolute Punktwerte, um schwache oder unzuverlässige Nodes bei der Leader-Auswahl zu erkennen.

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Das Verfahren läuft nach Angaben des zugehörigen Pull Requests bereits seit Protokollversion 32 im Devnet und seit V33 im Testnet. Mit V35 soll es erstmals im Mainnet aktiviert werden. Ziel ist eine stärker an der jüngsten Validatorenleistung ausgerichtete Leader-Auswahl innerhalb des Starfish-Konsenses.

Move View Functions rücken ins Mainnet

Für Entwickler bringt V35 neue Metadaten für Move-Pakete. Im Mainnet können künftig dynamische Modul-Metadaten veröffentlicht werden, darunter Informationen über sogenannte View Functions sowie die dazugehörigen Prüfregeln.

View Functions stellen eine standardisierte Schnittstelle für anwendungsspezifische Abfragen des Onchain-Zustands bereit. Die Funktion ist im Devnet seit V31 und im Testnet seit V32 freigeschaltet. Pull Request #12861 sieht die Aktivierung im Mainnet mit Protokollversion 35 vor.

Move-Authentifizierung für Sponsoren kehrt zurück

Protokollversion 35 aktiviert zudem die Move-basierte Authentifizierung von Sponsorenkonten. Im Mainnet war diese Funktion mit V34 zunächst wieder ausgeschaltet worden, während sie im Devnet und Testnet aktiv blieb.

Nach der neuen Konfiguration werden vor dem Konsens erneut sämtliche Prüfungen einer Transaktion ausgeführt – sowohl für den Absender als auch für den Sponsor. Zuvor wurde bei gesponserten Transaktionen in dieser Phase nur die Prüfung des Sponsors wiederholt.

Damit führt V35 keine gesponserten Transaktionen an sich neu ein. Es erweitert vielmehr die programmierbaren Authentifizierungsmöglichkeiten für Konten, die bei solchen Transaktionen die Gebühren übernehmen.

V35 behebt Konsistenzrisiko bei P-COOL

Eine weitere Änderung betrifft P-COOL, IOTAs noch im Devnet getesteten Ablauf zur Verarbeitung von Transaktionen ohne vorherige Zertifizierung. Bislang konnten Validatoren bei der nachträglichen Prüfung veröffentlichter Move-Pakete unterschiedliche lokale Grenzwerte verwenden. Im schlimmsten Fall konnte dies zu abweichenden Checkpoints und einem Stopp bei der Fork-Erkennung führen.

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V35 verankert die relevanten Prüflimits deshalb einheitlich in der Protokollkonfiguration und setzt sie auf 2,2 Millionen sogenannte Meter-Ticks. Die Änderung wirkt derzeit nur im Devnet, weil P-COOL im Mainnet und Testnet noch deaktiviert ist.

Nodes und Indexer erhalten zahlreiche Anpassungen

Auch für Betreiber von Full Nodes und Indexern enthält v1.32.0-beta wichtige Änderungen. P2P-Anfragen werden auf ein MiB und Antworten auf 128 MiB begrenzt; zuvor lag das Limit für beide Richtungen bei einem GiB. Gleichzeitig sinkt das Zeitlimit für inaktive QUIC-Verbindungen von 30 auf zehn Sekunden, damit ausgefallene Verbindungen schneller ersetzt werden.

Die State-Synchronisation darf der lokalen Ausführung künftig höchstens 100.000 Checkpoints voraus sein. Zudem wurde RocksDB von Version 10.4.2 auf 11.8.1 aktualisiert. Neu gestaltete Indexer-Indizes sollen laut den Release Notes rund 60 Prozent kleiner ausfallen.

Mainnet-Termin für IOTA V35 bleibt offen

Die Veröffentlichung von v1.32.0-beta ist damit ein Devnet-Schritt und noch kein Mainnet-Upgrade. Ein Termin für die Testnet-Version und die anschließende Aktivierung von V35 im Mainnet sind bislang nicht bekannt.

Für IOTA-Besitzer ändern sich vorerst weder Wallet-Nutzung noch Gebühren oder Tokenomics. Relevant ist die Veröffentlichung zunächst für Devnet-Validatoren, Node-Betreiber und Entwickler.