- Bitcoin fiel gestern auf 59.102 USD, während auch Gold, Silber, Öl und US-Aktien starke Verluste verzeichneten.
- Als zentrale Belastungsfaktoren gelten der starke US-Dollar, steigende Zinserwartungen, hohe ETF-Abflüsse sowie zunehmende Sorgen um Strategy.
Bitcoin ist am Mittwoch intraday auf bis zu 59.102 USD auf Binance gefallen und hat eine der aktuell wichtigsten Unterstützungen bei 60.000 USD durchbrochen. Allerdings ist der Abverkauf nicht als isoliert zu betrachten. Auch Gold, Silber, Öl und der US-Aktienmarkt gerieten unter Druck.
Während sich der Bitcoin-Kurs bis zum Redaktionszeitpunkt auf etwa 61.700 USD leicht erholen konnte, steht auf Monatssicht immer noch ein Minus von rund 20 Prozent. Vom Allzeithoch im Oktober letzten Jahres ist Bitcoin um mehr als 51 Prozent gefallen.
Die gesamte Marktkapitalisierung des Kryptosektors ist seit dem Rekord von 4,3 Billionen USD im Oktober 2025 auf etwa 2,0 Billionen USD gefallen. Das entspricht einem Rückgang von rund 54 Prozent innerhalb von acht Monaten.
Was sind die Gründe für den Bitcoin-Rücksetzer?
Der unmittelbare Auslöser wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich. US-Öl fiel unter 70 USD, was eigentlich disinflationär wäre. Niedrigere Energiepreise entlasten Verbraucher, Unternehmen und Lieferketten. Gleichzeitig fiel Gold unter 4.000 USD und Silber unter 60 USD. Der Markt reagierte also nicht wie auf eine Entspannung der Inflationslage, sondern wie auf eine Verschärfung der Probleme.
Der wichtigste Makrofaktor ist der US-Dollar. Der US-Dollar-Index (DXY) ist aus einer Handelsspanne nach oben ausgebrochen, die seit Mai 2025 respektiert wurde. Der ehemalige Fondsmanager der National Bank of Abu Dhabi, Aksel Kibar, teilte den nachfolgenden Chart via X und erklärte die Marke von 104 als neues Kursziel.

Wichtig für Bitcoin ist, dass ein starker Dollar globale Liquidität belastet und Rohstoffe sowie Risikoanlagen unter Druck setzt. Hinzu kommen die steigende US-Inflation und die steigende Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen durch die US-Notenbank. Dass Edelmetalle und Bitcoin am selben Tag nachgaben, spricht für einen makrogetriebenen Liquiditätsentzug statt für ein rein kryptospezifisches Problem.
Dennoch haben Bitcoin und der breitere Kryptomarkt ihre eigenen Probleme. Im Kryptomarkt verschärfen ETF-Abflüsse die Lage. US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten Abflüsse von rund 6,4 Milliarden USD in den letzten 30 Tagen.
Genauso brisant ist aktuell die Situation von Strategy und der Crash seiner Vorzugsaktie STRC. Die Aktie handelt aktuell bei 80,84 USD. MSTR ist auf 94,13 USD und damit auf den niedrigsten Stand seit Februar 2024 gefallen (-82 Prozent vom Allzeithoch). Insbesondere Sorgen, dass Strategy zum nächsten Terra-Luna-ähnlichen Crash werden könnte, verunsichern den Markt derzeit stark.
Auch die Stimmung zeigt Kapitulationszüge. Der Fear-and-Greed-Index liegt bei 13 und damit im Bereich extremer Angst. Gleichzeitig stiegen die Prognosemarkt-Wahrscheinlichkeiten für tiefere Bitcoin-Kurse deutlich an. Solche Werte markieren historisch häufig späte Stressphasen, sind aber kein automatisches Kaufsignal.
Kibar teilte in einem weiteren X-Post seine Einschätzung und den nachfolgenden Chart:
„Der Rebound ging von der 60.000er-Marke aus, war aber schwach. Nun ist die 60.000er-Marke gefährdet. BTC/USD ist allerdings noch nicht durchbrochen. Unterhalb von 60.000 liegt die nächste Unterstützung bei 52.300.“









