Bitcoin ist unmittelbar nach der Veröffentlichung der US-Inflationsdaten um fast 1.000 US-Dollar bis auf rund 76.400 US-Dollar gefallen. Der Rückgang wurde jedoch vollständig aufgeholt: Um 15:18 Uhr deutscher Zeit notierte BTC bei etwa 77.600 US-Dollar und damit über dem Niveau von rund 77.200 US-Dollar kurz vor der Veröffentlichung.
Kerninflation fällt höher als erwartet aus
Der US-Verbraucherpreisindex stieg im August um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat und um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beide Werte entsprachen den Erwartungen.
Für die Märkte entscheidend war jedoch die Kernrate. Ohne Lebensmittel und Energie erhöhten sich die Preise monatlich um 0,3 Prozent, während Ökonomen lediglich 0,2 Prozent erwartet hatten. Im Jahresvergleich sank die Kerninflation wie prognostiziert von 2,5 auf 2,4 Prozent. Die Gesamtinflation blieb gegenüber Juli unverändert bei 3,4 Prozent, nachdem sie im Mai noch 4,2 Prozent erreicht hatte.
U.S. CPI: +3.4% YEAR-OVER-YEAR (EST. +3.4%)
U.S. CORE CPI: +2.4% YEAR-OVER-YEAR (EST. +2.4%)— Tree News (@TreeNewsFeed) September 11, 2026
Die erste Reaktion am Kryptomarkt fiel negativ aus. Höhere Zinserwartungen und steigende kurzfristige Anleiherenditen drückten Bitcoin zeitweise bis auf rund 76.400 US-Dollar. Damit blieb der BTC-Kurs über dem kurzfristig wichtigen Unterstützungsniveau bei 76.100 US-Dollar, wie der renommierte Chartanalyst Aksel Kibar teilte.

Wenig später drehte der Kurs jedoch nach oben. Bei aktuell etwa 77.600 US-Dollar handelt BTC wieder über dem unmittelbar vor den Inflationsdaten verzeichneten Niveau. Der anfängliche Einbruch erwies sich damit bislang als kurzfristige Volatilität und nicht als nachhaltiger Abverkauf.
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Bereits am Donnerstag war der US-Erzeugerpreisindex im August um 0,4 Prozent gestiegen. Im Jahresvergleich beschleunigte sich die Produzenteninflation von 4,8 auf 5,4 Prozent. Besonders auffällig war der monatliche Anstieg der Dieselpreise um 24,1 Prozent.
Die Kombination aus einem starken PPI und einer höher als erwarteten monatlichen Kerninflation spricht dafür, dass der Preisdruck nicht allein auf Energie beschränkt bleibt. Hotels, Flugtickets, Mieten und Gebrauchtwagen wurden im August ebenfalls teurer.
Laut CME FedWatch stieg die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte in der kommenden Woche nach den CPI-Daten auf rund 86 Prozent. Vor dem Bericht hatte sie noch bei etwa 70 bis 72 Prozent gelegen. Die Wahrscheinlichkeit für mindestens eine weitere Erhöhung bis zum Jahresende beträgt inzwischen rund 97 Prozent.
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Anleiherenditen und Dollar belasten Bitcoin weiter
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen hielt sich nach den Daten bei rund 4,95 Prozent. Kurzfristige Renditen stiegen stärker, da sie besonders sensibel auf veränderte Fed-Erwartungen reagieren. Die 30-jährige Rendite hatte am Vortag bereits 5,36 Prozent und damit den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten erreicht.
Der DXY legte leicht auf rund 99,11 Punkte zu. Höhere Renditen und ein festerer Dollar verschlechtern grundsätzlich das Liquiditätsumfeld für Bitcoin und andere Risikoanlagen.
US-Aktienfutures reagierten überraschend robust. Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq 100 lagen nach der Veröffentlichung etwa 0,4 bis 0,5 Prozent im Plus. Gold blieb dagegen angesichts steigender Renditen und höherer Zinserwartungen unter Druck; die Futures verloren zeitweise rund 0,5 Prozent auf etwa 4.384 US-Dollar je Feinunze.
Die schnelle Erholung von Bitcoin zeigt, dass ein großer Teil des Zinsschocks bereits eingepreist gewesen sein könnte. Dennoch bleiben steigende Treasury-Renditen, ein festerer Dollar sowie die Aussicht auf eine restriktivere Fed Belastungsfaktoren.












