BlackRocks Digital-Assets-Chef Robert Mitchnick sieht die makroökonomische Investmentthese für Bitcoin durch die wachsende US-Staatsverschuldung gestärkt. Fiskalische Risiken dürften für BTC derzeit wichtiger sein als die weitere Entwicklung des CLARITY Act, erklärte er in einem Interview mit CNBC.

US-Schulden rücken Bitcoin und Gold in den Fokus

Die Bruttoverschuldung der USA erreichte am 18. August rund 40,05 Billionen US-Dollar und hat sich damit seit 2017 mehr als verdoppelt. Nach Berechnungen des Congressional Budget Office könnte das jährliche Haushaltsdefizit von 1,9 Billionen US-Dollar im laufenden Fiskaljahr bis 2036 auf 3,1 Billionen US-Dollar steigen.

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Mitchnick sieht darin einen möglichen Treiber für knappe Vermögenswerte. Mitchnick sagte:

„Schulden- und Defizitniveaus bereiten den Märkten große Sorgen.“

Wenn diese Risiken wieder stärker in den Schlagzeilen stünden, profitierten davon tendenziell Anlagen wie Bitcoin und Gold.

Mitchnick verwies auf die Struktur der jüngsten Rally. Während Aktien unter Druck standen und sich der Anleihemarkt volatil zeigte, verzeichnete Bitcoin den stärksten dreitägigen Anstieg seit 2023 und stieg über 81.000 US-Dollar. Mitchnick erklärte:

„Tatsächlich standen Aktien und andere Anlageklassen in den letzten Wochen unter erheblichem Druck; auch an den Rentenmärkten herrschte Unruhe. Gleichzeitig haben sowohl Bitcoin als auch Gold – Bitcoin jedoch in besonderem Maße – eine deutliche Rallye erlebt. Dies ist auf die spezifische Natur von Bitcoin und seine Wahrnehmung als aufstrebender Wertspeicher zurückzuführen.“

Letztlich unterscheidet sich Bitcoin deutlich von Aktien, da die langfristigen Faktoren für Risiko und Rendite anders sind. Gleichzeitig erklärte die BlackRock-Führungskraft, dass sich Bitcoin als „Risk-on“ und „Risk-off“ verhalten kann.

Für Ersteres spricht laut Mitchnick, dass Bitcoin noch immer eine neuartige Technologie und ein nach wie vor volatiler Vermögenswert ist. Weiter erklärte er:

„Doch gleichzeitig deuten die fundamentalen Risiko- und Renditetreiber oft darauf hin, dass sich das Risiko entgegengesetzt zu Aktien und anderen traditionellen Anlageklassen verhält. Es gibt also Phasen, in denen Bitcoin eher ‚Risk-on‘-Charakter zeigt – was teilweise durch spekulative Marktteilnehmer bedingt ist, die häufig mit Hebelwirkung agieren. Daneben gibt es Phasen, in denen sich der Kurs eher im ‚Risk-off‘-Modus bewegt.“

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Mit Bezug auf die aktuelle Kursrally konstatierte Mitchnick, dass der „Risk-off“-Modus wieder an Bedeutung gewonnen hat und sich dies auch langfristig etablieren wird:

„Ich denke, langfristig ist dies das entscheidende Narrativ für Bitcoin. So sehen es auch die meisten langfristig orientierten institutionellen Investoren, mit denen wir im Austausch stehen.“

CLARITY Act ist für Bitcoin nicht entscheidend

Die weitere Entwicklung des CLARITY Act betrachtet Mitchnick vor allem für andere Bereiche des Kryptomarktes als relevant. Bitcoin verfüge bereits über eine vergleichsweise klare regulatorische Stellung in den USA, während DeFi-Protokolle, Handelsplattformen und zahlreiche Token stärker von einheitlichen Regeln profitieren würden. Mitchnick erklärte:

„Die Märkte und viele Teilnehmer des Ökosystems sehen regulatorische Klarheit als weiteres Aufwärtspotenzial, bauen aber nicht unbedingt darauf.“

Die Verabschiedung des Gesetzes sei demnach kein Bestandteil des derzeitigen Basisszenarios vieler Marktteilnehmer. BlackRock beobachte den politischen Prozess weiter, ohne dessen Ausgang bereits in die Bitcoin-These einzupreisen.

Die US-Spot-Bitcoin-ETFs verbuchten am 26. August zusammen rund 232 Millionen US-Dollar an Nettozuflüssen. Damit floss den Fonds laut SoSoValue den achten Handelstag in Folge neues Kapital zu – insgesamt etwa 2,8 Milliarden US-Dollar. BlackRocks IBIT nahm allein in der Vorwoche rund 1,3 Milliarden US-Dollar ein.