Cardano-Gründer Charles Hoskinson warnt vor schwerwiegenden Folgen, sollte die Community eine Finanzierung der Infrastrukturplattform Blockfrost ablehnen. Im schlimmsten Fall könnten Kryptobörsen wie Coinbase, Binance und Kraken ADA delisten.

Warum Blockfrost für Cardano wichtig ist

Blockfrost stellt eine zentrale Off-Chain-Zugangsschicht für Cardano bereit. Über die gehostete API können Börsen, Wallets und Entwickler Blockchain-Daten abrufen und Transaktionen übermitteln, ohne dafür eine eigene Infrastruktur betreiben zu müssen.

Zu den Nutzern gehören laut Hoskinson unter anderem Coinbase, Binance, Kraken, Crypto.com, Fireblocks, Revolut, Brave und Trezor. Blockfrost verarbeitet laut dem Cardano-Gründer mehr als 50 Prozent des Cardano-Datenverkehrs.

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Hoskinson kritisierte, dass große DReps den aktuellen Blockfrost-Finanzierungsvorschlag bislang nicht ausreichend unterstützen:

„Eure größten DReps haben beschlossen, ein Unternehmen nicht zu finanzieren, das 50 Prozent des gesamten Cardano-Datenverkehrs verarbeitet – einschließlich des Traffics derjenigen, die ADA listen. Sollte dieser Dienst eingestellt werden, müssen Coinbase, Binance, Kraken und andere entscheiden, ob sie ihre Infrastruktur nach einem anderen Standard neu aufbauen oder Cardano einfach delisten und ihre Nodes abschalten.“

Wichtig ist zu wissen, dass bislang keine der genannten Börsen ein Delisting angekündigt hat. Hoskinson beschreibt ein Worst-Case-Szenario, in welchem Blockfrost seine Dienste wegen fehlender Finanzierung einstellen müsste.

Community soll Blockfrost übernehmen

Die aktuelle Governance-Vorlage sieht vor, Blockfrost in eine unabhängige, von der Community kontrollierte Non-Profit-Organisation zu überführen. Dafür werden 9,83 Millionen ADA (umgerechnet aktuell ca. 1,37 Millionen Euro) aus der Cardano-Treasury beantragt, die die Umstellung und den Betrieb für 18 Monate finanzieren sollen.

Quellcode, Markenrechte und Domains sollen der Non-Profit-Organisation übertragen werden. Ein von der Community gewähltes Gremium würde das Projekt anschließend leiten. Input Output würde während der Übergangsphase nur noch beratend tätig sein. Die Abstimmung endet am 28. Juli 2026.

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Hoskinson betonte, dass Blockfrost Input Output unabhängig vom Ergebnis zum Jahresende verlassen werde:

„Das ist kein Ultimatum, sondern schlicht eine geschäftliche Realität. Wenn ihr euch entscheidet, Dienste nicht zu finanzieren, werden diese Dienste nicht existieren. Dann müsst ihr euch fragen, ob sie für das Netzwerk notwendig sind.“

Eine frühere Initiative zur Finanzierung von Input Output als Blockfrost-Entwickler wurde am 30. Mai von der dezentralen Governance abgelehnt. Der neue Vorschlag setzt deshalb auf eine vollständige Überführung in Community-Eigentum.

Hoskinson wies zugleich die Anschuldigung zurück, Cardanos Abhängigkeit von Blockfrost sei ein grundlegender Konstruktionsfehler:

„Das ist kein Fehler oder Versagen von Cardano. Die gesamte DeFi-Branche ist auf Off-Chain-Infrastruktur angewiesen; keine Blockchain arbeitet zu 100 Prozent On-Chain. Genau deshalb gibt es Unternehmen wie Infura und Alchemy.“

Langfristig soll Blockfrost über das seit zwei Jahren entwickelte Project Cayley dezentralisiert werden. Die aktuelle Abstimmung betrifft damit nur die Übergangsphase.

Zuletzt gab es aber auch positive Nachrichten aus dem Cardano-Ökosystem. Das  Mikrofinanzprojekt RealFi ist im Testnet live gegangen, und kann bereits die ersten 1.000 Nutzer verzeichnen. Zudem ist Leios im Test veröffentlicht wurden. Langfristig soll Leios das Netzwerk um das 44-fache schneller machen.