• Die npm-Pakete von TWIN verzeichnen steigende Installationszahlen. Das Kernpaket erreicht 18.222 Downloads pro Woche und deutet auf wachsende Entwickleraktivität hin.
  • Parallel treibt die IOTA Foundation Pilotprojekte in Afrika und Großbritannien voran.

Wie wir bereits berichteten, arbeitet die IOTA Foundation mit TWIN seit Mai 2025 an einer digitalen Infrastruktur für den internationalen Handel. Das Netzwerk soll papierbasierte Prozesse ersetzen und Unternehmen, Behörden, Häfen sowie Logistikdienstleister über eine gemeinsame Plattform verbinden.

TWIN basiert auf der IOTA-Technologie und soll Handelsdaten nahezu in Echtzeit austauschen. Neue Daten der IOTA Foundation deuten nun auf steigende Entwickleraktivität und weitere Fortschritte bei der Umsetzung hin.

npm-Downloads steigen deutlich an

Statistiken der Paketplattform npm zeigen, dass die Entwicklerbibliotheken von TWIN zuletzt deutlich häufiger installiert wurden. Das Kernframework @twin.org/core verzeichnet aktuell 18.222 Downloads innerhalb der vergangenen sieben Tage. Das speziell für IOTA entwickelte Paket @twin.org/dlt-iota kommt auf 3.711 wöchentliche Downloads.

npm-Downloadzahlen des TWIN-Pakets dlt-iota für die IOTA-Integration
Die Statistik zeigt die Installationszahlen des npm-Pakets @twin.org/dlt-iota, das die Integration der IOTA-Technologie innerhalb des TWIN-Frameworks ermöglicht. Quelle der Daten: https://www.npmjs.com/package/@twin.org/dlt-iota

Dabei handelt es sich nicht um Endnutzerzahlen. Die Kennzahl „Weekly Downloads“ zeigt, wie oft ein Paket innerhalb einer Woche über npm install installiert wurde. Gezählt werden damit Installationen durch Entwickler, Unternehmen, automatisierte Build-Systeme oder Testumgebungen.

Steigende Installationszahlen gelten deshalb häufig als Frühindikator dafür, dass mehr Entwickler Anwendungen programmieren, bestehende Projekte erweitern oder neue Integrationen testen.

Auch der Verlauf der npm-Statistiken zeigt einen positiven Trend. Besonders beim Kernpaket ist die Kurve in den vergangenen Tagen und Wochen sichtbar gestiegen. Hinzu kommt, dass das Entwicklerteam zuletzt mehrere neue Versionen sowie sogenannte Next-Pre-Releases veröffentlicht hat.

Die hohe Veröffentlichungsfrequenz spricht für eine aktive Weiterentwicklung des Frameworks und dürfte ebenfalls zu den höheren Installationszahlen beigetragen haben. Der Leiter für globalen Handel bei der IOTA Foundation, Jens Lund Nielsen, berichtet in einem aktuellen Interview über die erzielten Fortschritte.

TWIN soll den Welthandel effizienter machen

In Ostafrika kommt das Netzwerk im Rahmen der Trade and Logistics Information Pipeline (TLIP) bereits zum Einsatz. Dort wurden nach Angaben der IOTA Foundation inzwischen mehr als 184.000 Rechnungen digital verarbeitet.

Bei Exporten von Blumen, Kaffee und Tee sank die Bearbeitungszeit für Handelsdokumente von sechs bis sieben Stunden auf rund 30 Minuten. Gleichzeitig reduzierte sich der Verwaltungsaufwand um bis zu 60 Prozent. Auch in Großbritannien wird die Technologie bereits getestet.

Im staatlichen Projekt Ecosystem of Trust Trials soll TWIN den Austausch von Handelsdaten zwischen Unternehmen und Behörden verbessern. Zoll- und Hafenbehörden erhalten dadurch früher Zugriff auf relevante Informationen, wodurch Grenzabfertigungen effizienter organisiert werden können.

Darüber hinaus arbeitet die IOTA Foundation gemeinsam mit der African Continental Free Trade Area (AfCFTA), dem World Economic Forum und dem Tony Blair Institute for Global Change an weiteren Projekten zur Digitalisierung des internationalen Handels.

Nielsen führt aus, dass IOTA bereits in mehr als acht Ländern mit Regierungen kooperiert, um den Handel weiter zu digitalisieren:

„Derzeit sind wir an Projekten in mehr als acht Ländern beteiligt und arbeiten dabei eng mit Regierungen zusammen. Gleichzeitig beobachten wir ein anhaltend großes Interesse an diesem Bereich. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass sich in den kommenden Jahren eine vertrauenswürdige digitale Vernetzungsebene zwischen den bestehenden Systemen etablieren und in großem Maßstab durchsetzen wird. Die Auswirkungen auf den globalen Handel, die Handelsfinanzierung und internationale Handelsabkommen könnten erheblich sein – deshalb ist dies ein Bereich, den man in den kommenden Jahren besonders aufmerksam verfolgen sollte.“

Downloads allein sind kein Erfolgsmaßstab

Die aktuellen npm-Zahlen sollten dennoch richtig eingeordnet werden. Sie sagen nichts über Umsätze oder die Zahl tatsächlicher Endnutzer aus. Stattdessen liefern sie Hinweise darauf, wie intensiv Entwickler mit einer Software arbeiten.

Mit 18.222 Downloads pro Woche gehört TWIN zwar noch nicht zu den größten Open-Source-Projekten, deren Bibliotheken teilweise Millionen Installationen pro Woche erreichen. Für ein spezialisiertes Framework im Bereich digitaler Handelsinfrastruktur ist das Niveau jedoch signifikant und deutet auf zunehmendes Interesse innerhalb der Entwicklergemeinschaft hin.