VeChain-Gründer Sunny Lu will die Blockchain VeChainThor für eine Wirtschaft positionieren, in der KI-Agenten selbstständig Transaktionen ausführen. Im Interview erklärt er, weshalb automatisierte Programme langfristig eine deutlich größere Nachfrage nach Blockchain-Transaktionen erzeugen könnten als Privatanleger:
„Krypto ist für Maschinen gemacht, nicht wirklich für Menschen. Niemand verarbeitet hundert Transaktionen pro Minute. Ein Agent könnte dagegen tausend Transaktionen pro Sekunde abwickeln. Genau deshalb passen die Eigenschaften von Kryptowährungen so gut zu Transaktionen zwischen Agenten.“
VeChain schafft bereits die technischen Voraussetzungen für den Einsatz autonomer KI-Agenten auf seiner Blockchain. Die Roadmap für 2026 sieht unter anderem die Integration des Model Context Protocol (MCP) vor.
Über diese Schnittstelle sollen KI-Agenten direkt auf Blockchain-Daten zugreifen, mit Smart Contracts interagieren und Transaktionen eigenständig ausführen können. Individuell konfigurierbare Ausgabenlimits, Zugriffsrechte und Freigabeschwellen sollen dabei die Kontrolle über automatisierte Prozesse sicherstellen.
Eine weitere Grundlage bildet das Interstellar-Upgrade von VeChainThor. Durch die verbesserte Kompatibilität mit dem Ethereum-Ökosystem soll es Entwicklern erleichtert werden, bestehende Werkzeuge und Anwendungen auf VeChainThor einzusetzen. Damit will VeChain die technischen Hürden für KI-gestützte Blockchain-Anwendungen senken.
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VeWorld.ai soll Tausende KI-Agenten auf VeChain bringen
Mit der Plattform VeWorld.ai verfolgt VeChain bereits konkrete Pläne für eine KI-gestützte Wirtschaft. Über AgentForge können Nutzer spezialisierte KI-Agenten erstellen, ohne selbst programmieren zu müssen.
Der integrierte Assistent B3MO unterstützt sie bei der Konfiguration, während AgentMarket die Veröffentlichung und Bereitstellung der Anwendungen für andere Nutzer ermöglicht.
Lu erwartet, dass insbesondere die Möglichkeit, eigene Agenten zu entwickeln und weiterzugeben, einen neuen Markt schaffen könnte.
„Ich glaube, dass es künftig Milliarden von KI-Agenten geben wird, vielleicht sogar Billionen. Diese werden nicht nur von großen Konzernen oder etablierten Technologieunternehmen entwickelt, sondern zunehmend auch von Einzelpersonen, kleinen Teams und Ein-Personen-Unternehmen. Selbst ohne Programmierkenntnisse wird man in der Lage sein, eigene Agenten zu entwickeln und damit unterschiedliche Dienstleistungen anzubieten.“
VeWorld.ai soll diesen Prozess weitgehend automatisieren. Nutzer können ihre Anforderungen in natürlicher Sprache beschreiben und eigene Dokumente oder Wissensdateien hinterlegen. B3MO übernimmt anschließend die technische Konfiguration des Agenten, einschließlich seiner Verhaltensregeln und der verfügbaren Funktionen.
„Man kann B3MO einfach seine Idee schildern. Der Assistent hilft dabei, die Gedanken zu strukturieren, vorhandenes Wissen einzubinden und daraus die notwendigen Systemanweisungen zu erstellen. Er kann sogar die benötigten Funktionen konfigurieren, etwa E-Mail-Dienste, Terminplaner oder Datenbanken. Im Grunde entwickelt man den Agenten, indem man mit ihm spricht“,
erläuterte Lu.
Ein wesentlicher Unterschied zu herkömmlichen KI-Assistenten liegt nach Lus Darstellung in der Möglichkeit, die erstellten Anwendungen anderen Menschen zugänglich zu machen:
„Der entscheidende Punkt lässt sich in einem einfachen Satz zusammenfassen: Man kann einen Agenten entwickeln und ihn anschließend mit anderen teilen. Es geht nicht mehr nur darum, einen persönlichen Assistenten für den eigenen Gebrauch einzurichten. Man kann sein Fachwissen in einen Agenten übertragen, anderen Menschen zur Verfügung stellen und diese Expertise künftig auch monetarisieren.“
Als Beispiel nannte Lu einen KI-Agenten für einen befreundeten Einzelhändler in Mailand. Das System unterstützt nach seinen Angaben die Verwaltung von Bestellungen, Lagerbeständen, Verkäufen und Kundenanfragen. Die Mitarbeiter könnten mit dem Agenten kommunizieren, ohne zuvor eine neue Unternehmenssoftware erlernen zu müssen.
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VeChain hatte bereits im Juli das Ziel ausgegeben, zunächst 100.000 Entwickler beziehungsweise Ersteller zu gewinnen. Sollten diese durchschnittlich mehrere Agenten veröffentlichen, könnten daraus bis zu 500.000 Anwendungen auf AgentMarket entstehen. Über die Wachstumsziele und möglichen Auswirkungen auf VTHO berichtete KryptoRevolution bereits ausführlich.
VTHO könnte von steigender Netzwerkaktivität profitieren
Für VeChain ist die Entwicklung auch aus wirtschaftlicher Sicht relevant. Denn die Agentenplattform soll langfristig zusätzliche Aktivitäten auf VeChainThor erzeugen und damit das bestehende Zwei-Token-Modell aus VET und VTHO unterstützen.
VTHO wird zur Bezahlung von Transaktionsgebühren und Smart-Contract-Ausführungen verwendet. Seit dem Galactica-Upgrade wird die Basisgebühr vollständig verbrannt, während zusätzliche Prioritätsgebühren an Validatoren fließen. Mit Hayabusa wurde zudem die Ausgabe neuer VTHO an aktives VET-Staking gekoppelt.
In einem früheren X-Space erläuterte Lu, dass KI-Agenten künftig unter anderem mit dezentralen Identitäten, Reputationssystemen und Smart-Contract-basierten Treuhanddiensten interagieren sollen. Solche Vorgänge könnten zusätzliche Transaktionen auf VeChainThor auslösen und entsprechend VTHO verbrauchen.
Dabei sollen Nutzer die erforderlichen Blockchain-Gebühren nicht zwingend selbst bezahlen müssen. Nach Lus früheren Angaben ist vorgesehen, dass VeWorld.ai einen Teil künftiger Plattformumsätze für den Erwerb von VTHO verwendet, um die entsprechenden Transaktionen abzuwickeln.
Wie stark sich diese Aktivitäten tatsächlich auf den VTHO-Verbrauch auswirken werden, lässt sich bislang nicht beziffern. VeWorld.ai ermöglicht bereits die Erstellung und Veröffentlichung von Agenten. Kostenpflichtige Agentendienste, Einnahmen für Ersteller und eigenständige Zahlungsfunktionen befinden sich laut den aktuellen Plattforminformationen allerdings noch in Planung.
Du kannst dir das vollständige Interview hier ansehen:
🎙️ @vechainofficial CEO @sunshinelu24 tells @itsciaranlyons that potential IPOs from Anthropic and OpenAI could have a short-term impact on crypto markets.
"The new industrial revolution is going to be completed by the AI and the blockchain, and there will be clear use case."… pic.twitter.com/rCwTvucFEq
— Cointelegraph (@Cointelegraph) November 5, 2026












