Bitcoin stieg nach den US-Zwischenwahlen über 81.000 US-Dollar und fiel zwei Tage später unter 75.000 US-Dollar. Aus den US-Spot-ETFs auf Bitcoin und Ethereum flossen in der Handelswoche zusammen knapp 1,65 Milliarden US-Dollar netto ab. In Washington verändert der Wahlsieg der Demokraten die Ausgangslage für den CLARITY Act.

In Deutschland nahm das Finanzministerium zur geplanten Abschaffung der Krypto-Haltefrist Stellung. Binance öffnete weitere Auszahlungen, während Polygon über die Rückführung gestohlener Token diskutiert. Das waren die wichtigsten Krypto-News vom 2. bis 7. November 2026.

Bitcoin fällt nach dem Wahlhoch unter 75.000 Dollar

Am Montag startete Bitcoin auf Coinbase bei rund 78.230 US-Dollar. Nach den US-Zwischenwahlen kletterte der Kurs am Mittwoch bis auf 81.131 US-Dollar. Die Erholung nach der Wahl hielt kaum einen Tag. Am Donnerstag verlor Bitcoin 5,5 Prozent.

Am Freitag markierte BTC bei 74.722 US-Dollar das Wochentief und schloss bei 75.731 US-Dollar. Am Samstag gegen 16:45 Uhr deutscher Zeit notierte Bitcoin bei rund 75.700 US-Dollar, gut 3 Prozent unter dem Niveau vom Wochenauftakt.

Beim Ausverkauf bei KI- und Chipaktien verlor der Nasdaq 100 am Donnerstag 6,4 Prozent. Der S&P 500 gab rund 4,4 Prozent nach. Anleger sorgten sich unter anderem um strengere Auflagen für den Ausbau von Rechenzentren. Am Freitag meldete das US-Arbeitsministerium 165.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft im Oktober bei einer Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent. Nach Reuters-Angaben hatten Ökonomen mit 65.000 neuen Stellen gerechnet.

Am Samstag hielt sich Bitcoin trotz erneuter US-Angriffe auf iranische Militäranlagen in der Nähe seines Freitagsschlusses. Brent-Rohöl war am Freitag bei 98,32 US-Dollar je Barrel aus dem Handel gegangen. Am Dienstag um 14:30 Uhr deutscher Zeit erscheinen die US-Verbraucherpreise für Oktober.

Bitcoin- und Ethereum-ETFs verlieren zusammen 1,65 Milliarden Dollar

Die US-Spot-Bitcoin-ETFs verbuchten laut Farside Investors Nettoabflüsse von 1,28 Milliarden US-Dollar. Allein am Donnerstag und Freitag zogen Anleger 842,1 Millionen US-Dollar ab. BlackRocks IBIT verzeichnete an allen fünf Handelstagen Abflüsse und kam auf ein Wochenminus von 1,21 Milliarden US-Dollar. Am Mittwoch verbuchte Fidelitys FBTC Zuflüsse von 236,7 Millionen US-Dollar und glich damit das Minus bei IBIT aus. Es blieb der einzige Tag mit einem Plus für die Fondskategorie.

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Bei den US-Spot-Ethereum-ETFs fiel die Wochenbilanz mit 365,2 Millionen US-Dollar im Minus etwas besser aus als in der Vorwoche. Zusammen verloren beide Fondskategorien mehr als das Zweieinhalbfache der 633,8 Millionen US-Dollar aus der Vorwoche.

Die Wochenbilanz der US-Spot-ETFs
2. bis 6. November 2026 · Nettoflüsse in Millionen US-Dollar
Handelstag Bitcoin-ETFs Ethereum-ETFs
2. November −398,6 −139,7
3. November −115,6 −85,3
4. November +74,6 +53,0
5. November −430,2 −99,9
6. November −411,9 −93,3
Wochensumme −1.281,7 −365,2

Nettoflüsse laut Farside Investors, Wochensummen selbst berechnet. Datenstand 7. November 2026.

US-Wahl bringt Elizabeth Warren beim CLARITY Act in Stellung

Die Demokraten gewannen bei den Zwischenwahlen die Mehrheit in beiden Kammern des US-Kongresses. Im Januar dürfte Elizabeth Warren den Vorsitz im Bankenausschuss des Senats übernehmen. Dort könnte sie die Beratungen über den CLARITY Act maßgeblich beeinflussen. Im September hatte der Antrag, die Beratungen im Senat aufzunehmen, nur 49 der erforderlichen 60 Stimmen erhalten.

Im Repräsentantenhaus will der voraussichtliche Vorsitzende des Aufsichtsausschusses, Robert Garcia, die Kryptogeschäfte der Trump-Familie untersuchen lassen. Zu den möglichen Themen zählen World Liberty Financial und die Begnadigung des Binance-Gründers Changpeng Zhao.

Unabhängig vom Machtwechsel treibt das US-Arbeitsministerium die Öffnung von 401(k)-Rentenplänen für alternative Anlagen voran. Seit Donnerstag liegt die abschließende Fassung des Regelentwurfs beim Office of Information and Regulatory Affairs zur Prüfung. Die geplante Regel soll die Auswahl solcher Anlagen erleichtern. Über das konkrete Angebot entscheiden weiterhin die Verantwortlichen der einzelnen Pläne.

Haltefrist-Reform bleibt offen, BMF plant Abruf von Kryptokonten

Die Bundesregierung erwartet von der geplanten Reform der Kryptobesteuerung keine Auswirkungen auf die Attraktivität des Finanzstandorts Deutschland. Das erklärte Finanzstaatssekretär Michael Schrodi auf eine Frage der AfD-Abgeordneten Iris Nieland im Plenarprotokoll vom 4. November.

Daten oder eine Untersuchung nannte er in der Antwort nicht. Die geplante Einordnung von Gewinnen aus bestimmten Kryptowerten als Kapitaleinkünfte steht weiterhin im Referentenentwurf. Die Steuerfreiheit nach mehr als einem Jahr richtet sich derzeit weiterhin nach § 23 EStG.

In einem separaten Entwurf zur Geldwäschebekämpfung will das BMF Kryptokonten bei Verwahrern in den automatisierten Behördenabruf einbeziehen. Der Abruf soll Kontostammdaten wie Inhaber und Kontokennung erfassen. Die Geldwäsche-Meldestelle FIU soll außerdem bereits rechtmäßig vorliegende Adressen selbstverwalteter Wallets automatisiert auswerten können. Für dieses Vorhaben ist laut BMF die Kabinettsbefassung am 16. Dezember geplant.

Binance öffnet weitere Auszahlungen, Polygon prüft Hard Fork

Nach dem Angriff Ende Oktober, bei dem laut Binance Kryptowerte im Wert von rund 6,34 Milliarden US-Dollar betroffen waren, hat die Börse die Auszahlungen schrittweise wieder aufgenommen. Am Mittwoch meldete die Börse, rund 98 Prozent der betroffenen Bestände ersetzt und den Reservenachweis ausgeweitet zu haben. Am Freitag kündigte sie die Freigabe weiterer Auszahlungen an.

Auf Polygon PoS sollen unterdessen 70,49 Millionen POL aus zwei separaten Angriffen auf Binance und Polymarket zurückgeführt werden. Der Vorschlag vom 4. November sieht vor, die nativen Guthaben von fünf gesperrten Adressen per Hard Fork auf verifizierte Rückführungsadressen umzubuchen. Dafür steht die Zustimmung im Governance-Verfahren noch aus.

Hyperliquid rückt nach US-Freigabe für Aktien-Perpetuals in den Fokus

Die US-Terminmarktaufsicht CFTC gab am Dienstag bekannt, dass unbefristete Futures auf Einzelaktien erstmals an dafür registrierten US-Börsen gehandelt werden dürfen. Die Börsen müssen zusätzlich zur Registrierung bei der CFTC auch bei der SEC für Wertpapier-Futures registriert sein.

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Die Entscheidung ist für das Hyperliquid-Ökosystem relevant, weil der NYSE-Mutterkonzern ICE mit Trade[XYZ] einen regulierten US-Markt für Hyperliquid-basierte Perpetuals plant. Ein Starttermin für dieses Angebot steht noch aus.

Cardano verlagert zwei Entwicklerteams

Input Output kündigte am Donnerstag an, zwei Teams aus IO Labs in eigenständige Unternehmen zu überführen. Die Entwickler der Konsensschicht wechseln zu Serokell. AlwaysTrue übernimmt den Bereich Developer Experience, zu dem Werkzeuge und Dokumentation gehören. Intersect koordiniert den gestaffelten Übergang bis Anfang 2027. Die Teams arbeiten weiter in den öffentlichen Code-Repositorien.

Unterdessen forschen Petrobras, die Cardano Foundation und die Universität PUC-Rio an tokenisierten Nachhaltigkeitszertifikaten für Flugtreibstoff. Petrobras stellte eine Lösung im Laufe des Jahres 2027 in Aussicht, sofern sich das Verfahren in der Forschung bewährt.

IOTA-Infrastruktur kommt in einem EU-Frachtpilot zum Einsatz

Das EU-Projekt eFTI4ALL testet die auf IOTA basierende TWIN-Infrastruktur für digitale Transportdaten zwischen Schweden und Estland. Das schwedische Forschungsinstitut RISE betreibt einen TWIN-Knoten für den Pilot.

Über nationale Schnittstellen sollen Behörden auf freigegebene Frachtinformationen zu Straßen- und Fährtransporten zugreifen können. Ob der Pilot bereits produktive Transaktionen auf dem IOTA-Mainnet erzeugt, ist öffentlich bislang unbelegt.

Das französische Start-up Otomorph veröffentlichte seine Android-App im Frühzugang. Über IOTA will das Unternehmen unter anderem Wartungsnachweise für Gebrauchtwagen überprüfbar machen.

Zcash verkürzt mit NU7 die Zielblockzeit auf 25 Sekunden

Am Freitag wurde auf dem Zcash-Mainnet das Netzwerk-Upgrade NU7 aktiviert. Es verkürzt die angestrebte Zeit zwischen Blöcken von 75 auf 25 Sekunden und leitet 60 Prozent der Transaktionsgebühren in eine Reserve für künftige Mining-Belohnungen.

Die Obergrenze von 21 Millionen ZEC bleibt bestehen. Rund 12.224 ZEC aus dem ursprünglichen Sprout-Pool lassen sich seit der Abschaltung des alten Transaktionsformats vorerst nicht mehr ausgeben. Am Samstagmorgen notierte ZEC bei rund 1.314 US-Dollar und damit 4,9 Prozent im 24-Stunden-Plus.