BlackRock-Chef Larry Fink sieht den Bitcoin- und Kryptomarkt nach dem Abbau übermäßiger Leverage in einer guten Position. Für die traditionellen Finanzmärkte äußerte sich der CEO des weltgrößten Vermögensverwalters optimistisch und erwartet in den kommenden zwölf Monaten Rückenwind durch den technologischen Wandel.
Bitcoin-Leverage Reset ist bullish
Im Interview mit CNBCs „Squawk on the Street“ wurde Fink am Mittwoch auf mögliche Risiken durch kreditfinanzierte Spekulationen am Bitcoin– und Kryptomarkt angesprochen. Während er die Verschuldung im heutigen Finanzsystem deutlich niedriger einschätzt als vor der Finanzkrise 2008 und 2009, verwies er ausdrücklich auf Leverage bei Bitcoin und Altcoins. Fink führt im Detail aus:
„Ich habe mir immer Sorgen über die Hebelwirkung bei Bitcoin und Kryptowährungen gemacht. Es gab dort zu viele Marktteilnehmer, die mit übermäßiger Verschuldung gearbeitet haben. Deshalb kam es zu dieser Bereinigung, und ich glaube, dass der Markt auf dem aktuellen Niveau stabiler ist.“
Der Bitcoin-Derivatemarkt erlebte im Juni eine massive Bereinigung. Nachdem der BTC-Kurs von rund 74.000 auf unter 60.000 US-Dollar gefallen war, sank das aggregierte Futures Open Interest laut Glassnode von 36,7 Milliarden US-Dollar Anfang Juni auf 30,6 Milliarden US-Dollar Mitte des Monats.
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Damit wurden offene Positionen im Wert von rund 6,1 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 16,6 Prozent abgebaut. Glassnode wertete den Rückgang ausdrücklich als Abbau von Leverage und nicht lediglich als Folge des Bärenmarktes. Fink sieht darin ebenfalls eine gesunde Entwicklung für den Bitcoin-Markt. Eine konkrete Kursprognose gab Fink jedoch nicht ab.
Fink prognostiziert KI-Rally bei Aktien
Jenseits von Bitcoin gab Fink einen Ausblick auf die traditionellen Finanzmärkte und die kommenden zwölf Monate. BlackRock rechnet mit weiteren Produktivitäts- und Margensteigerungen durch künstliche Intelligenz:
„Ich bin für die Märkte in den kommenden zwölf Monaten sehr optimistisch. Ich glaube, dass die technologische Revolution bei immer mehr Unternehmen zu höheren Margen führen wird.“
Als Beispiel nannte Fink BlackRock selbst. Die operative Marge des Vermögensverwalters sei innerhalb der vergangenen zwölf Monate um 260 Basispunkte gestiegen, während das verwaltete Vermögen um rund eine Billion US-Dollar zulegte und die Zahl der Beschäftigten unverändert blieb.
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Finks Optimismus hat jedoch eine wichtige Bedingung: Der Ausbau der physischen Infrastruktur muss mit der steigenden Nachfrage nach Rechenleistung Schritt halten. Nach seinen Angaben übersteigt die Nachfrage der großen Cloud- und Technologiekonzerne weiterhin das verfügbare Angebot:
„Meine Sorge ist keine Blase. Meine Sorge ist, dass wir nicht schnell genug bauen können. Wir müssen mehr Energie bereitstellen, ohne dadurch die Strompreise für Verbraucher zu erhöhen, wenn die USA das Zentrum der KI-Revolution bleiben wollen.“
Für Bitcoin ergibt sich daraus ein indirekter Kurskatalysator. Bitcoin und Altcoins profitieren in der Regel von einer Hausse am Aktienmarkt. Ein bullisches Umfeld an den traditionellen Märkten könnte eine wichtige Stütze für den Kryptomarkt werden.








