Die Cardano Foundation hat am 7. Oktober auf der TOKEN2049 den Mainnet-Start des Tokenstandards CIP-0113 bekannt gegeben.
Emittenten können damit Regeln für regulierte Stablecoins, tokenisierte Fonds und Anleihen technisch durchsetzen. Parallel erhielt eine darauf aufbauende Implementierung die Anerkennung für das Aktienzertifizierungsverfahren der Schweizer Capital Markets and Technology Association (CMTA).
Cardano verankert Transferregeln in nativen Token
CIP-0113 erweitert native Cardano-Token um eine zusätzliche Validierungslogik. Diese kann beispielsweise Übertragungen auf verifizierte Anleger beschränken, gesperrte Adressen ausschließen oder das Einfrieren und Einziehen von Vermögenswerten ermöglichen. Die jeweiligen Regeln werden bei Transfers sowie bei der Ausgabe und Vernichtung der Token geprüft.
Der Standard nutzt bestehende Funktionen der Blockchain und benötigte keinen Hard Fork. Emittenten können vorgefertigte Regelmodule auswählen oder eigene entwickeln. Zum Start nennt die Foundation Unterstützung durch Eternl, GeroWallet, CardanoScan und BloxBean.
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Frederik Gregaard, CEO der Cardano Foundation, beschreibt die Anforderung an tokenisierte Finanzanlagen so:
„Die Regeln müssen mit dem Vermögenswert mitreisen und bei jeder Bewegung durchgesetzt werden.“
Native Assets mit zusätzlicher Smart-Contract-Logik
Technisch bleiben die programmierbaren Vermögenswerte native Cardano-Token. Sie werden innerhalb einer gemeinsamen Smart-Contract-Struktur gehalten, wobei sogenannte Stake Credentials die Zuordnung zu den Eigentümern bestimmen. Die zusätzlichen Skripte prüfen, ob eine Transaktion die für den jeweiligen Token festgelegten Bedingungen erfüllt.
Das löst eine bisherige Einschränkung gewöhnlicher nativer Token: Nach ihrer Ausgabe lassen sich deren Transfers nicht auf dieselbe Weise an individuelle Bedingungen knüpfen. CIP-0113 schafft dafür einen gemeinsamen Rahmen, während die konkreten Befugnisse aus den jeweiligen Tokenmodulen hervorgehen.
Für Wallets, Explorer und dezentrale Börsen entsteht Integrationsaufwand. Die technische Dokumentation weist ausdrücklich darauf hin, dass Anwendungen das besondere Eigentumsmodell und die zusätzlichen Prüfungen berücksichtigen müssen. Der Status als natives Asset bedeutet deshalb keine automatische Unterstützung durch jede bestehende Cardano-Anwendung.
CMTA erkennt Cardano-Implementierung für tokenisierte Aktien an
Die parallel veröffentlichte CMTA-Entscheidung betrifft das „CIP-0113 Programmable Asset Tokens CMTA Profile“. Das Expertengremium erkannte diese Implementierung am 6. Oktober als gleichwertig zum CMTAT innerhalb seines Zertifizierungsverfahrens für tokenisierte Aktien an.
Emittenten können den Smart Contract damit zur Ausgabe von Registerwertrechten einsetzen, die anschließend nach dem CMTA-Verfahren zertifiziert werden können. Die Anerkennung ersetzt diese Prüfung der konkreten Emission nicht.
Außerdem gelten Bedingungen für die Implementierung: Unter anderem müssen die Tokenisierungsbedingungen on-chain referenziert, Aktien als ganze Einheiten ohne Bruchteile dargestellt sowie Tokenname, Kürzel und die geprüfte Version der zugrunde liegenden Cardano-Infrastruktur dokumentiert werden.
Die Reichweite ist klar begrenzt. Die Anerkennung umfasst tokenisierte Aktien, derzeit jedoch nicht das CMTA-Zertifizierungsverfahren für tokenisierte Schuldinstrumente. Auch die zugrunde liegende Cardano-Basisinfrastruktur ist nicht Gegenstand dieser Anerkennung.
Diese Rechte erhalten Emittenten
Für Anleger und DeFi-Protokolle ist entscheidend, welche Eingriffsrechte ein konkreter Token vorsieht. Der Standard ermöglicht Aktionen ohne ausdrückliche Zustimmung des Inhabers, überlässt deren Umfang und Auslösung aber den jeweiligen Modulen.
Gerade Kreditprotokolle müssen deshalb prüfen, ob hinterlegte Sicherheiten eingefroren oder zwangsweise übertragen werden können. Auch die Befugnisse zur Änderung der Validierungslogik gehören zur Bewertung einer Implementierung.
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Der Mainnet-Start schafft somit zusätzliche Möglichkeiten für regulierte Finanzprodukte, deren Nutzbarkeit in DeFi von den konkreten Transfer- und Kontrollregeln abhängt.












