FDP-Politiker Frank Schäffler warnt auf X vor einem bislang wenig diskutierten Risiko der europäischen Krypto-Steuertransparenzrichtlinie DAC8. Diese könnte sensible Daten von Bitcoin– und Krypto-Besitzern zu einem attraktiven Ziel für Hacker, korrupte Finanzbeamte und kriminelle Banden machen.
Seit dem 1. Januar 2026 gilt DAC8. Krypto-Dienstleister müssen Daten zu Transaktionen von EU-Nutzern erfassen. Die Informationen werden anschließend an nationale Steuerbehörden gemeldet und bei grenzüberschreitenden Fällen automatisch zwischen den zuständigen EU-Staaten ausgetauscht.
Für das Berichtsjahr 2026 erfolgt die erste Meldung spätestens bis zum 31. Juli 2027. Es müssen unter anderem persönliche Daten wie Name und Anschrift sowie Angaben zu Käufen, Verkäufen und Transaktionen übermittelt werden.
Schäffler warnt vor Gefahren der Krypto-Transparenz
Schäffler sieht in DAC8 ein erhebliches Sicherheitsproblem. Besonders kritisch sei die Kombination aus persönlicher Identität und Informationen über Krypto-Vermögen. Via X führt er aus:
„DAC8 schafft ab 2026 eine zentrale Datenbank: Wer besitzt wie viel Bitcoin, wann gekauft, wann verkauft. Man muss kein Pessimist sein, um zu wissen, was mit solchen Daten passiert.“
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Der FDP-Politiker verweist auf frühere Datenlecks. 2019 wurde die bulgarische Steuerbehörde gehackt. Ein Jahr später gelangten beim Ledger-Hack Namen, Adressen und Telefonnummern von rund 272.000 Kunden ins Internet.
„Gestohlen wurden nicht Coins – sondern Namen, Wohnadressen, Telefonnummern. Die Liste landete frei im Netz. Dann begannen die Erpressungen: ‚Wir wissen, wo du wohnst. Zahl, oder wir kommen vorbei.‘“
Kryptowährungen setzen die Halter dabei einer besonderen Gefahr aus. Anders als Bankguthaben können selbstverwahrte Kryptowährungen unter physischem Zwang unmittelbar erpresst oder gestohlen werden. Eine Liste vermögender Krypto-Besitzer könnte deshalb faktisch zur Zielliste für Hacker und Diebe werden, so Schäffler.
Frankreich wird zum Warnsignal
Schäffler verweist auf Frankreich, wo die Zahl von Krypto-Verbrechen deutlich angestiegen ist. Krypto-Besitzer und ihre Familien wurden wiederholt Opfer von Entführungen und gewaltsamen Erpressungen. Der Mitgründer von Ledger, David Balland, wurde im Januar 2025 entführt, wobei die Täter ihm einen Finger abtrennten und ein Lösegeld in Millionenhöhe forderten.
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Besonders brisant ist laut Schäffler der Fall, in welchem eine Mitarbeiterin der französischen Steuerbehörden beschuldigt wird, vertrauliche Daten über Krypto-Investoren an kriminelle Netzwerke verkauft zu haben.
„Viele antworteten: ‚Beim Finanzamt sind die Daten sicher.‘ Frankreich zeigt das Gegenteil. Dort verkaufte ein Steuerbeamter Daten von Krypto-Besitzern an kriminelle Banden.“
Letztlich wurde DAC8 eingeführt, um Steuerhinterziehung zu erschweren. Für Krypto-Investoren ist die Erhebung dieser sensiblen Daten jedoch eine erhebliche Gefahr:
„Jede Liste, die existiert, kann geleakt, gehackt oder verkauft werden. Die sicherste Liste ist die, die es nicht gibt.“








