Die Aussichten auf eine Verabschiedung des CLARITY Act im Jahr 2026 sind laut Galaxy Research massiv gesunken. Chefanalyst Alex Thorn hat die Wahrscheinlichkeit auf nur noch 10 Prozent gesenkt und erwartet stattdessen die Verabschiedung von zwei weitreichenden Regelungen durch die US-Börsenaufsicht (SEC).

CLARITY Act Chancen für 2026 bei nur noch 10 Prozent

Nach der parteiübergreifenden Zustimmung im Bankenausschuss des Senats im Mai war die Hoffnung groß, dass es noch eine Verabschiedung vor der Sommerpause geben könnte.

Doch mehrere Konflikte verhinderten, dass der republikanische Mehrheitsführer John Thune die erforderlichen 60 Stimmen zusammenbringen konnte. Wie KryptoRevolution berichtete, wurde nun eine erste Verfahrensabstimmung für das Zeitfenster nach der Sommerpause anberaumt.

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Zu den Streitpunkten gehören weiterhin strengere Ethikregeln für US-Präsident Donald Trump und andere Regierungsvertreter sowie der wachsende Widerstand von Banken gegen Stablecoin-Renditen und den rechtlichen Schutz von Entwicklern. Insbesondere Community-Banken sollen Druck auf Senatoren ausgeübt haben. Thorn schreibt:

„Die Realität ist, dass es bei CLARITY inzwischen weitaus stärker um Politik als um Sachfragen geht. Der Gesetzentwurf ist äußerst umfassend und enthält Registrierungs- und Lizenzpflichten, neue Compliance-Verantwortlichkeiten für Dienstleister sowie zusätzliche Überwachungs- und Sanktionsbefugnisse für den Staat. Nichts davon spielt im Moment eine Rolle.“

Die wichtigste Streitfrage bleibt aber die Ethikregeln. Auf den parteiübergreifenden Vorschlag von den Senatoren Thom Tillis und Ruben Gallego vom 30. Juli hat das Weiße Haus noch immer nicht reagiert. Hinzu kommt das extrem kurze Zeitfenster, in welchem eine Einigung erzielt werden muss. Thorn argumentiert:

„Ohne eine klare Einigung in der Ethikfrage gibt es im Senat wahrscheinlich keinen Weg zu 60 Stimmen. Eine Abstimmung direkt nach der Rückkehr im September zu erwarten, wäre optimistisch, wenn nicht gar vermessen. Denn die Sitzungsperiode dauert nur zwei bis drei Wochen.“

Der Senat kommt am 14. September wieder zusammen und wird seine Arbeit wegen der Zwischenwahlen bereits um den 2. Oktober unterbrechen. Damit müsste der CLARITY Act laut Thorn praktisch die gesamte Sitzungsperiode dominieren, um zur Verabschiedung zu kommen.

SEC-Ausnahmen könnten CLARITY Act teilweise ersetzen

Parallel arbeitet die SEC an zwei regulatorischen Ausnahmen. „Reg Crypto“ soll einen neuen Weg für die öffentliche Erstausgabe von Krypto-Assets schaffen. Die „Innovation Exemption“ soll den Sekundärhandel tokenisierter Wertpapiere über DeFi-Protokolle ermöglichen.

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Beide Initiativen standen bereits mehrfach kurz vor der Veröffentlichung, wurden jedoch nach Widerstand aus der traditionellen Finanzbranche verschoben. Inhaltlich überschneiden sie sich mit zentralen Teilen des CLARITY Act und könnten ein Hinweis auf die geringen Erfolgschancen sein, so Thorn:

„Wahrscheinlich hat die SEC Reg Crypto und die Innovation Exemption zumindest teilweise verzögert, um die politischen Verhandlungen über den CLARITY Act nicht zu beeinträchtigen. Dass die Kommission nun offenbar kurz vor einem Schritt steht, nachdem CLARITY ins Stocken geraten ist, könnte widerspiegeln, wie stark die Erfolgsaussichten des Gesetzes gesunken sind.“

Der CLARITY Act bleibt damit formal möglich, doch für eine Verabschiedung 2026 wäre laut Thorn inzwischen „Magie“ erforderlich. Unabhängig davon erwartet er die Veröffentlichung von Reg Crypto und der Innovation Exemption innerhalb der kommenden Wochen oder Monate.