- Ripple-CEO Brad Garlinghouse kritisiert Strategy (MSTR) und Michael Saylor scharf. Das Bitcoin-Finanzierungsmodell des Unternehmens schade dem Kryptomarkt.
- Der Absturz der Strategy-Vorzugsaktie STRC unter den Nennwert von 100 US-Dollar sieht der Ripple-Chef als klares Warnsignal.
Ripple-CEO Brad Garlinghouse hat Strategy (MSTR) und Michael Saylor scharf für deren Bitcoin-Finanzierungsmodell kritisiert. In einem CNBC-Interview sagte er, dass die aggressive Bitcoin-Strategie des Unternehmens dem gesamten Kryptomarkt mehr schade als nütze.
Im Zentrum der Kritik von Garlinghouse steht Strategys gesamte Strategie aus Bitcoin-Käufen, Vorzugsaktien, Wandelanleihen und Ausschüttungen. Besonders STRC, eine von Strategy ausgegebene Vorzugsaktie, sorgt derzeit für schlechte Stimmung am Markt.
Die Kritik des Ripple-Chefs im Detail
STRC ist darauf ausgelegt, zu einem Nennwert von 100 US-Dollar zu handeln. Anfang Juni verlor STRC diese Marke und ist in den vergangenen zehn Tagen massiv abgestürzt. Aktuell steht ein Minus von mehr als 25 % und ein Kurs von 74,54 US-Dollar.
Garlinghouse kommentierte in dem CNBC-Interview, dass dies ein Warnsignal für das gesamte Modell sei:
„Ich glaube, weil sie mit Leverage gearbeitet haben — Michael Saylor würde das wahrscheinlich anders beschreiben als Leverage im engeren Sinne. Aber am Ende des Tages war es Leverage. Und dann sieht man, wie das an einer Stelle negativ verstärkend wirken kann.“
Damit greift Garlinghouse einen zentralen Punkt in der Debatte um Strategy auf. Saylor ist zu einem der wichtigsten Faktoren für den Bitcoin-Kursanstieg geworden. Im Bärenmarkt ist das Unternehmen nun eine der größten Sorgen für Anleger:
„Ich glaube, dass Team Michael Saylor sich nicht auf die richtigen Dinge konzentriert hat. Und das hat dem Gesamtmarkt geschadet. Als Strategy zum ersten Mal seit längerer Zeit als Verkäufer auftrat, wurde das sehr genau wahrgenommen.“
Der Kaufmechanismus war lange markttreibend: Kapital aufnehmen, Bitcoin kaufen, den Aufschlag der Aktie nutzen und weitere Finanzierungsinstrumente schaffen. Im Bullenmarkt sorgte dies für eine unglaubliche Menge an BTC-Käufen. Garlinghouse argumentiert jetzt, dass derselbe Effekt im Bärenmarkt umgekehrt wirken kann.
Dass STRC deutlich unter dem avisierten Nennwert notiere, nannte er eine „ziemlich vernichtende Anklage“ gegen die Struktur. Garlinghouse führt weiter aus:
„Die Herausforderung ist, dass Strategy auf dem Weg nach oben zusätzliche Euphorie erzeugt hat. Jetzt verstärkt sich derselbe Effekt auf dem Weg nach unten.“
Garlinghouse erklärte, dass es sich um ein hochspekulatives Modell handelt. Für den Ripple-CEO entsteht der langfristige Wert von Kryptowährungen nicht durch immer neue Finanzierungsstrukturen, sondern durch Nutzung. Mit Blick auf XRP sagte er:
„Finanzielle Konstruktionen schaffen keinen langfristigen Wert. Ich habe schon vor fünf oder sechs Jahren auf CNBC gesagt, dass der langfristige Wert eines digitalen Assets durch Utility bestimmt wird. Wenn es ein Problem in großem Maßstab für echte Kunden löst, dann entstehen Liquidität, Nachfrage und Vertrauen in dieses Asset.“
Bemerkenswert ist, dass Garlinghouse seine Kritik nicht gegen Bitcoin selbst richtete. Er verriet, dass er weiterhin bullish ist, und griff Warren Buffetts bekannten Satz auf, wonach Anleger ängstlich sein sollten, wenn andere gierig sind, und gierig, wenn andere ängstlich sind. Aus seiner Sicht ist jetzt eher ein Zeitpunkt für Mut als für Kapitulation.
Bitcoin fiel vergangene Woche erneut unter die psychologisch wichtige Unterstützungsmarke von 60.000 US-Dollar. BlackRock erklärte, dass BTC derzeit unter dem KI-Boom leidet, aber mittelfristig neue Chancen sieht. Zum Redaktionszeitpunkt handelt BTC bei 60,071 US-Dollar.








