Bitcoin näherte sich in dieser Woche erneut 85.000 US-Dollar, fiel anschließend aber zurück unter 80.000 Dollar. Auch bei den ETFs kippte die Stimmung nach einem starken Wochenauftakt. In Deutschland geriet der Zeitplan für die Abschaffung der Krypto-Haltefrist weiter ins Wanken.
Daneben starteten erste Sparkassen den Kryptohandel. Solana aktivierte Alpenglow, Ripple kündigte eine neue Kooperation an, und Cardano, IOTA sowie Monero meldeten Fortschritte bei Infrastruktur und Anwendungen. Das waren die wichtigsten Themen auf Kryptorevolution vom 19. bis 24. Oktober 2026.
Bitcoin scheitert nahe 85.000 Dollar und fällt wieder zurück
Die zwischenzeitliche Erholung brachte Bitcoin keinen nachhaltigen Ausbruch. Am Mittwoch näherte sich BTC der Marke von 85.000 Dollar, bevor die Gewinne wieder verloren gingen. In unserer Samstagsanalyse vom 24. Oktober notierte Bitcoin um 10 Uhr bei 80.662 Dollar.
Belastend wirkte das Marktumfeld. Der Ölpreisschock und der Rückgang der Technologieaktien verschärften die Nervosität. Brent schloss am Freitag bei 116,72 Dollar je Barrel, während der Nasdaq am Donnerstag 2,6 Prozent und am Freitag 0,21 Prozent verlor. Steigende Energiekosten bergen zusätzliche Inflationsrisiken und erschweren die Hoffnung auf eine baldige geldpolitische Entlastung.
Tipp der Redaktion: Fidelity erwartet Bitcoin-Kurs von 200.000 USD bis September 2027
Für Bitcoin blieb damit die seit September bestehende Handelsspanne bestimmend. Eine Erholung innerhalb dieser Spanne lieferte bislang keine Bestätigung dafür, dass der Markt die Korrektur dauerhaft überwunden hat.
Bitcoin-ETFs: Auf die Milliarden-Zuflüsse folgt der Rückschlag
Die Daten von Farside Investors zeigen einen deutlichen Stimmungswechsel. Von Montag bis Mittwoch sammelten die US-Spot-Bitcoin-ETFs zusammen 1.074,7 Millionen Dollar ein. Am Donnerstag und Freitag flossen nach den bislang ausgewiesenen Werten jedoch 773,5 Millionen Dollar wieder ab.
| Handelstag | Bitcoin-ETFs | Ethereum-ETFs |
|---|---|---|
| 19. Oktober | +526,7 Mio. USD | −103,3 Mio. USD |
| 20. Oktober | +23,2 Mio. USD | −26,1 Mio. USD |
| 21. Oktober | +524,8 Mio. USD | +14,9 Mio. USD |
| 22. Oktober | −635,6 Mio. USD | −110,6 Mio. USD |
| 23. Oktober | −137,9 Mio. USD | +4,4 Mio. USD |
| Vorläufige Wochensumme | +301,2 Mio. USD | −220,7 Mio. USD |
Quelle: Farside Investors, eigene Summierung. Stand: 24. Oktober 2026. Für Freitag fehlen noch einzelne Anbieterwerte. Die Freitagssummen und die Wochenbilanz sind deshalb vorläufig.
Besonders auffällig war BlackRocks IBIT. Am Montag verzeichnete der Fonds allein 665,2 Millionen Dollar Zuflüsse, am Donnerstag dagegen 254,1 Millionen Dollar Abflüsse. Bei den Ethereum-Produkten überwogen über die Woche die Rückgaben. Die starke Bitcoin-Nachfrage zu Wochenbeginn setzte sich somit nicht durchgehend fort.
Krypto-Haltefrist: Schäffler zeigt Verzögerung, Bareiß bekräftigt Widerstand
Bei der geplanten Krypto-Steuerreform verdichteten sich die Hinweise auf weitere Verzögerungen. Frank Schäffler veröffentlichte einen Auszug aus der Kabinettsplanung und erklärte, dass weder am 28. Oktober noch im November ein Kabinettsbeschluss vorgesehen sei. Der gezeigte Planungsauszug ist ausdrücklich vorläufig.
Zusätzlichen politischen Rückhalt erhielt die bestehende Regelung durch Thomas Bareiß. In einem auf den 6. Oktober datierten und diese Woche aufgegriffenen Antwortschreiben beruft sich der CDU-Abgeordnete ausdrücklich auf die Unionsfraktion. Er sieht keinen Anlass für eine Änderung und verweist auf die vergleichbare Behandlung von Gold und Fremdwährungen. Auch Stefan Glaser kündigte Widerstand innerhalb der Fraktion und im parlamentarischen Verfahren an.
Eine endgültige Aufgabe der Reform ist damit nicht bestätigt. Schäffler verwies außerdem auf die Möglichkeit, dass eine erst 2027 beschlossene Regelung unter bestimmten Voraussetzungen bereits für dieses Steuerjahr gelten könnte. Aus der Verzögerung allein lässt sich deshalb keine gesicherte Aussage über die Besteuerung ab 2027 ableiten.
Erste Sparkassen öffnen den Kryptohandel in ihrer App
Für den deutschen Privatkundenmarkt war der Start des Sparkassen-Angebots am 19. Oktober eine der wichtigsten Meldungen. Kunden teilnehmender Institute können über „Krypto – powered by Deka“ Bitcoin, Ether, XRP, Solana und Polygon handeln.
Die DekaBank übernimmt die Verwahrung, Börse Stuttgart Digital stellt Handelsliquidität bereit. Der Zugang wird schrittweise ausgebaut. Nach Angaben des Sparkassenverbands sollen monatlich 30 bis 40 weitere Institute hinzukommen. Der Start bei einzelnen Sparkassen bedeutet damit noch keine flächendeckende Verfügbarkeit.
Solana aktiviert Alpenglow im Mainnet
Solanas größtes technisches Wochenthema war Alpenglow. Die Solana Foundation bestätigt inzwischen die Mainnet-Aktivierung in Epoche 1064 am 21. Oktober. Das neue Konsensverfahren zielt auf eine Finalität von ungefähr 150 Millisekunden statt zuvor rund 12,8 Sekunden.
Lesetipp: Weltweiter Sicherheitsalarm: PHP-Lücken könnten Bitcoin- und Kryptonutzer gefährden
Aktiv ist zunächst das Abstimmungsverfahren Votor. Die zweite Komponente Rotor, die die Verteilung der Blockdaten verändern soll, folgt später. Der Schritt verkürzt vor allem die Zeit bis zur endgültigen Bestätigung einer Transaktion. Die Zielgröße ist deshalb von Blockzeit und Transaktionsdurchsatz zu unterscheiden. Für Wallet-Nutzer verlangt die Umstellung laut Foundation keine eigene Migration.
Ripple bringt Arf-Liquidität auf den XRP Ledger
Ripple kündigte eine Kooperation mit dem Schweizer Fintech Arf an. Lizenzierte Zahlungsdienstleister sollen über RLUSD auf dem XRP Ledger kurzfristiges Betriebskapital für internationale Abwicklungen erhalten. Arf beziffert sein bisheriges jährliches Abwicklungsvolumen auf rund zehn Milliarden Dollar.
Diese Zahl beschreibt das Geschäft von Arf und keinen bereits erfolgten Kapitalzufluss auf den XRP Ledger. Die Finanzierungen werden üblicherweise nach ein bis fünf Tagen zurückgezahlt. Sobald die native Kreditinfrastruktur des XRPL verfügbar ist, will Arf weitere Teile des Geschäfts direkt darüber abwickeln.
Auch Evernorth sorgte für Aufmerksamkeit. Ein SEC-Prospekt beschreibt mögliche Bruttoerlöse von bis zu 132,2 Millionen Dollar aus der Ausübung öffentlicher Warrants. Ob diese vollständig ausgeübt werden, ist offen. Die Mittel sind laut Prospekt für allgemeine Unternehmenszwecke vorgesehen. Zusätzliche XRP-Käufe sind dadurch weder beschlossen noch garantiert.
Cardano: Leios-Fahrplan und Polizeiprojekt in Indien
Input Output erläuterte den Weg von Leios ins Cardano-Mainnet. Auf Verfassungsanpassung und Dijkstra-Hard-Fork sollen die Registrierung neuer Abstimmungsschlüssel durch Stake Pools, Belastungstests und schrittweise Kapazitätserhöhungen folgen.
Angestrebt werden zunächst etwa das Drei- bis Fünffache und später das Zehn- bis Fünfzehnfache des bisherigen Durchsatzes. Die höheren Kapazitäten entstehen jedoch erst nach weiteren Tests und Governance-Entscheidungen. Der Hard-Fork allein schaltet diese Zielwerte nicht frei.
Parallel beantragen Trivolve Tech und die Cardano Foundation 9,6 Millionen ADA für ein Polizeisystem in Telangana. Das Vorhaben soll kryptografische Nachweise für die Beweissicherung verankern und laut Antrag im ersten Betriebsjahr rund 1,53 Millionen Mainnet-Transaktionen erzeugen. Dateien und personenbezogene Daten bleiben außerhalb der Blockchain. Die Finanzierung ist noch nicht bewilligt.
IOTA: Protokoll 38 und digitale Prüfungsnachweise
IOTA aktivierte Protokoll 38 mit der Mainnet-Version v1.34.1. Das Update weist bestimmte fehlerhafte Transaktionsabläufe früher zurück und verhindert die Erstellung unveränderlicher Konten, die sich nicht authentifizieren können. Weitere Änderungen betreffen den Betrieb von Nodes und Datensicherungen.
Bei der praktischen Nutzung rückte der japanische Mathematikverband SUKEN in den Fokus. Seine Prüfungszertifikate werden über Turing Certs digital ausgestellt und mit IOTA-basierten Prüfdaten verifizierbar gemacht. Für Oktober bis Dezember erwartet SUKEN mehr als 103.600 Prüfungsanmeldungen. Diese Prognose ist keine Zählung bereits ausgestellter Blockchain-Zertifikate.
Außerdem ging mit IOTA Storage ein unabhängiger Dateispeicher auf dem Testnet an den Start. Die Anwendung verbindet IOTA-Zahlungen und Move-Verträge mit externer Speicherinfrastruktur auf Basis von Walrus-Technik. Ein Mainnet-Start wurde damit nicht bestätigt.
Monero arbeitet weiter am Datenschutz-Upgrade FCMP++
Bei Monero meldeten die Entwickler weitere Fortschritte bei FCMP++ und dem zugehörigen Adressierungsprotokoll Carrot. Die benötigte Kryptografie-Bibliothek mx25519 wurde bereits am 18. Oktober in den Entwicklungszweig aufgenommen. In dieser Woche standen weitere Codeprüfungen und die Vorbereitung zusätzlicher Integrationsaudits im Mittelpunkt.
FCMP++ soll die bisherige Begrenzung auf 16 mögliche Ursprünge je Transaktionseingang durch Nachweise über eine wesentlich größere Menge von Blockchain-Ausgängen ersetzen. Die Integration ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Ein verbindlicher Aktivierungstermin wurde nicht genannt.












