Das Research- und Brokerage-Haus Bernstein hat in einer privaten Nachricht an seine Kunden eine neue Bitcoin-Prognose veröffentlicht. Analyst Gautam Chhugani, seines Zeichens Spezialist mit Fokus auf digitale Assets, beschreibt unterschiedliche Szenarien, in denen Bitcoin bis 2033 auf bis zu eine Million USD steigen könnte.

Bernstein erwartet Bitcoin-Kurs von 150.000 USD bis Mitte 2027

Chhugani erwartet bis Mitte 2027 ein neues Allzeithoch für den Bitcoin-Kurs von 150.000 USD, getrieben durch den sogenannten „Debasement Trade“. Er nimmt dabei Bezug auf eine Anlagestrategie, bei der Investoren vor allem in knappe Vermögenswerte wie Gold oder Bitcoin investieren.

Die Grundlage für diese Investmentthese ist die weiterhin steigende Staatsverschuldung vieler Länder. Eine lockere Geld- und Fiskalpolitik kann dabei zu einer Entwertung klassischer Fiatwährungen wie dem USD, EUR oder dem japanischen Yen beitragen. Infolgedessen können knappe Vermögenswerte wie Gold oder BTC an Attraktivität gewinnen.

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Chhugani führt dazu im Detail aus:

“Steigende Renditen erzeugen einen sich selbst verstärkenden Kreislauf aus höheren Zinsausgaben, größeren Haushaltsdefiziten und einem zunehmenden Finanzierungsbedarf, wodurch die Tragfähigkeit der Staatsverschuldung zu einer immer größeren politischen Herausforderung wird.”

Diese Entwicklung zeigt sich laut Bloomberg-Analyst Eric Balchunas bereits im ETF-Handel. Er erklärte zuletzt, dass der Debasement Trade zunehmend den KI-Hype ablöst:

“Ein weiteres Anzeichen dafür, dass der „Devaluation Trade“ allmählich die KI-Begeisterung ablöst: Die „Freunde und Feinde“ unter den Wertanlagen $GLD
& $IBIT sind wieder unter den Top 10 der meistgehandelten ETFs gelandet und haben damit einige der Halbleiter-ETFs verdrängt, die den ganzen Sommer über die Liste dominiert hatten.”

Marktdaten-Tabelle mit QQQ, SPY, Gold- und Bitcoin-ETFs sowie Tagesveränderungen und Handelsvolumen.
Handelsaktivität bei großen Aktien-, Gold- und Bitcoin-ETFs im Vergleich. Quelle: https://x.com/EricBalchunas/status/2092304638217437665?s=20

Chhugani sieht hauptsächlich drei bullische Faktoren, die den BTC-Kurs antreiben könnten:

  • Hoher Anteil langfristiger Halter
  • Leichterer Zugang für institutionelle und private Investoren
  • Günstigeres regulatorisches Umfeld, das Bitcoin zusätzliche Legitimität verleiht

Laut Angaben von Bernstein haben mehr als 59 % der jetzigen Bitcoin-Halter ihre Bestände nicht bewegt. Wie wir bereits berichteten, bestätigte auch BlackRock, dass ein Großteil seiner Kunden trotz der kurzfristigen Korrektur, in deren Verlauf BTC im April unter die Marke von 60.000 USD fiel, an BTC festhält.

Vor allem Spot-Bitcoin-ETFs werden laut Bernstein zum nächsten Allzeithoch beitragen. In vergangenen Bitcoin-Zyklen war der Kurs oftmals um 75 bis 90 % gesunken. Dass die Korrektur dieses Mal bereits bei knapp 50 % ihren Boden gefunden hat, führt das Analysehaus auf die steigende Nachfrage institutioneller Investoren zurück.

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Bitcoin-Bull-Case von 500.000 US-Dollar

Bernsteins Basisszenario unterstellt, dass Bitcoin seinem historischen Vierjahresrhythmus treu bleibt, der eng mit den sogenannten Halvings verbunden ist. Etwa alle vier Jahre halbiert sich die Zahl der neu ausgegebenen Bitcoin pro Block.

Dadurch verknappt sich das neue Angebot, während sich in der Vergangenheit häufig ein Muster aus Aufschwung, Übertreibung und anschließender Korrektur entwickelte. Bernstein rechnet deshalb damit, dass sich ein ähnlicher Zyklus erneut entfaltet und Bitcoin bis 2029 im Basisszenario ein neues Allzeithoch von rund 300.000 USD erreichen könnte.

Die folgende Grafik zeigt den von Bernstein vorhergesagten Bitcoin-Zyklus mit einem projizierten Bitcoin-Kurs von einer Million USD bis 2033.

Bitcoin-4-Jahreszyklus mit historischen Kursphasen und Bernstein-Prognosen bis 2033.
Bernsteins Darstellung des Bitcoin-4-Jahreszyklus mit historischen Hochs und Kursprojektionen bis 2033.

Für die Bewertung nutzt das Analysehaus außerdem ein „Price-to-Marginal-Cost“-Modell. Vereinfacht gesagt setzt es den Bitcoin-Preis ins Verhältnis zu den Kosten, die beim Mining entstehen – vor allem für Strom und Rechenleistung – und betrachtet, mit welchem Vielfachen dieser Kosten Bitcoin in verschiedenen Phasen früherer Marktzyklen gehandelt wurde.

Auf dieser Grundlage rechnet Bernstein damit, dass Bitcoin bis Ende 2026 wieder auf etwa 125.000 US-Dollar steigt, bis Mitte 2027 rund 150.000 US-Dollar erreicht und im Jahr 2029 auf ungefähr 300.000 US-Dollar steigen könnte.

Sollte sich der Debasement Trade jedoch deutlich beschleunigen und institutionelles Kapital verstärkt in Bitcoin fließen, hält Bernstein auch ein wesentlich bullischeres Szenario für möglich.

Demnach könnte Bitcoin bereits bis Mitte 2027 auf 200.000 US-Dollar steigen und im Jahr 2029 bei bis zu 500.000 US-Dollar seinen Zyklus-Höhepunkt markieren. An seiner langfristigen Prognose von rund einer Million US-Dollar pro Bitcoin bis Ende 2033 hält Bernstein weiterhin fest.

Das von Bernstein genutzte Modell hat jedoch Grenzen: Bitcoin unterscheidet sich von klassischen Rohstoffen, weil die Produktionsmenge durch das Protokoll weitgehend vorgegeben ist und sich die Mining-Schwierigkeit automatisch anpasst. Produktionskosten sind daher eher eine Bewertungsreferenz als eine feste Preisuntergrenze.

Darüber hinaus ist der beschriebene Debasement Trade eine Investmentthese und kein Automatismus. Eine steigende Geldmenge oder höhere Staatsverschuldung führt nicht zwangsläufig zu höheren Bitcoin-Kursen.

Bernstein verwaltet ein Vermögen von knapp 906 Milliarden USD. Neben Bernstein zeigt sich auch der Vermögensverwalter ARK Invest bullisch für BTC. Im Bericht “Big Ideas” 2026 geht das Unternehmen von einer Bitcoin-Marktkapitalisierung von 16 Billionen USD und einem daraus resultierenden Bitcoin-Kurs von 780.000 USD aus.

VanEck nennt eine Bitcoin-Prognose bis 2050 von 2,9 Millionen USD, sofern Bitcoin stärker als internationales Reserve- und Abwicklungsinstrument genutzt werden sollte. BlackRock hingegen nennt kein konkretes Kursziel, empfiehlt seinen Kunden jedoch, 1 bis 2 Prozent ihres Portfolios in Bitcoin zu allokieren.

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In den letzten 24 Stunden tendiert Bitcoin seitwärts und verzeichnet ein leichtes Minus von 0,19 % auf 78.634,23 USD. Die Marktkapitalisierung liegt zum Redaktionszeitpunkt bei 1,58 Billionen USD.